News: Erstes Hands On: ARRI ALEXA LF mit Vollformat+ Sensor, neuer LPL Mount & ARRI Signature Primes Objektive

02.02.2018 von Rob



Wir hatten Gelegenheit zu einem ersten Hands On mit der heute vorgestellten „Großformatsensor“ ARRI ALEXA LF, die antritt, neue Standards in der Bewegtbildproduktion zu setzen: Neuer Vollformat-Plus Sensor (Large Format), neuer ARRI Large-Format LPL Mount, neue ARRI Signature Primes Festbrennweiten u.a. Im Folgenden alle Infos zur neuen ARRI ALEXA LF inkl. Sensormodi, Aufnahmeformaten, techn. Neuerungen, unseren ersten Eindrücken u.v.m.

ARRI ALEXA LF
ARRI ALEXA LF

Mehr kann man auf einen Schlag kaum vorstellen: Einen neuen Large Format Sensor (Vollformat +), einen neuen Large-Format Sensor Objektivmount sowie ein 16 Festbrennweiten umfassendes neues, lichtstarkes Cine-Objektiv Portfolio mit neuem LPL-Mount, sowie PL-LPL Adapter-Lösungen.

ARRI Signature Primes
ARRI Signature Primes

Wenn Hersteller XY so etwas stemmt ist das bemerkenswert - wenn dieser Hersteller ARRI heisst, wird vermutlich gerade ein neuer Kino-Standard aus der Taufe gehoben. Und genau hierin liegt die Bedeutung der Vorstellung der ARRI ALEXA LF: Hier wird eine Tür in die Zukunft moderner Bewegtbildproduktion aufgestoßen.

Hier erste visuelle Eindrücke von der ARRI ALEXA LF im Verbund mit den neuen Signature Primes:

DOP Matias Boucard:

DOP Dan Laustsen:

DOP Tom Fährmann:

Im Folgenden die umfasenden Infos in Sachen ARRI ALEXA LF inklusive: Gehäuse, Abmessungen und Betrieb, der neue 4.5K Large Format Sensor, Sensormodi, Auflösungen, Codecs, Signature Objektiven, Speichermedien, Neue Menüfunktionen (ACs werden sich freuen), max FPS, der neue LPL Mount, Stromverbrauch uvm ...

Gehäuse, Abmessungen, Betrieb / kein neues Zubehör notwendig

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die ARRI Alexa LF kaum von der bekannten ARRI ALEXA SXT W: Robustes, metallfarbenes Aluminiumgehäuse mit (mitterlweile Industrie-Standard) Schalter- und Displaylayout, das kompakte Antennen-Setup für die ARRI WVS Funktionen (Wireless Video System), IN/OUTs Gruppierung, Medien-Aufnahme, Platzierung Suchereinheit, die ALEXA-typische integrierte Schultermulde inkl. des ebenfalls integrierten 15mm Leichtstützrohrsystems ...

ARRI ALEXA LF mit bewährtem Layout und Design
ARRI ALEXA LF mit bewährtem Layout und Design

Schaut man etwas genauer hin, fallen die neuen blauen Hebel am LPL-Mount auf (hierzu später mehr). Zudem ist das Gehäuse i. Vgl. zur SXT W minimal (um 12mm) länger und breiter geworden (L= 364 mm, W = 201 mm, H = 158 mm). Das Gewicht inkl. LPL Mount liegt bei 7.8 kg und hat sich damit ebenfalls nur minimal i Vgl. zur ALEXA SXT W verändert. Verantwortlich für die neuen Abmessungen sind der größere Sensor und die damit mitwachsende Kühlereinheit inkl. Lüfter.

Wichtig in diesem Zusammenhang zu erwähnen ist, dass das bisherige ALEXA Zubehör auch an der ALEXA LF funktioniert. Hierzu gehören der Viewfinder, Haltegriffe, Viewfinder Mounting Bracket etc,. Ein wichtiger Punkt vor allem für das Rigging der ALEXA LF.

Einzige Ausnahme ist der Betrieb der ALEXA LF im Trinity Rig. Hier ist für die Ansteuerung von Fokusmotoren ein anders dimensioniertes Kabel notwendig.

 Schalter Layout bei der ALEXA LF
Schalter Layout bei der ALEXA LF

ND Filter werden bei der ALEXA LF mit dem von der SXT bekannten magnetischen und von Hand wechselbaren ND-Filtersystem mit Full Spectrum Neutral Density Filtern hinter dem Objektiv installiert. Auf Grund des gewachsenen Sensorgröße sind die bisherigen SXT ND-Filter nicht kompatibel. (Wer mit externen NDs in der Matte Box unterwegs ist, kann diese natürlich weiter nutzen – der Außendurchmesser der neuen Signature Primes liegt bei fast allen Objektiven bei 114mm).

Gleichgeblieben bei der ARRI ALEXA LF ist die vergleichsweise große Spanne bei der Betriebsumgebungs-Temperatur, die man auch von den bisherigen ALEXAS kennt: Von - 20 bis + 45 Grad wurde die ALEXA LF getestet und zertifiziert. Bei den Umgebungstests wurde insbesondere auch auf einen fehlerfreien Betrieb des größer gewordenen LPL Mounts geachtet.

6G SDI am Monitoring Out für UHD
6G SDI am Monitoring Out für UHD

Ebenfalls ein (Auflösungs-) Upgrade haben die Monitor Outs der ALEXA LF erhalten: Für Mon 1a, 1b und 2 stehen jetzt 6G SDI Interfaces zur Verfügung, mit denen sich auch UHD Signale bis max 30 fps übertragen lassen (SDI 1.5G HD bis 30 fps liegt hier ebenfalls an).

Bei den Anschlüssen hinzugekommen ist darüber hinaus noch ein zusätzlicher RS Connector für 24/12V für weiteres Zubehör.

Und apropos Strom: Wir haben ARRI auch nach einem Richtwert für den Stromverbrauch der Alexa LF gefragt: Im Betrieb mit Suchereinheit, Aufnahme auf SxS Pro Plus Medium bei 24 FPS soll die ALEXA LF ca. 116 Watt nutzen - natürlich weiter abhängig vom jeweiligen Aufnahmeformat und zusätzlichem Zubehör an der ALEXA LF.

Wie bei vorherigen ALEXAS können Framelines entweder mit den defaultmässig in der Kamera hinterlegten aufgerufen oder via ARRI Frameline Composer selbst erstellt und in die Kamera geladen werden.

4.5K Large-Format Sensor = größer als Vollformat

Herzstück der neuen ARRI ALEXA LF ist ihr neuer 4.5K Large-Format Sensor, der eine maximale Auflösung von 4448 x 3096 Pixeln bietet ). Dies entspricht der Open Gate Auflösung (hierzu später mehr). Um die gleichen Bildeigenschaften wie bei den aktuellen S35 ALEXAS zu gewährleisten wurde beim Large Format Sensor der ALEXA LF wie bereits zuvor bei der ALEXA 65 das sog. "Sensorstitching" angewandt, bei dem 2 ALEV III Sensoren vertikal zusammengeführt werden (bei der Alexa 65 sind es 3 Sensoren).

 4.5K Large-Format Sensor der ARRI ALEXA LF
4.5K Large-Format Sensor der ARRI ALEXA LF

Mit seiner Abmessung von 36.70 x 25.54 mm liegt der Sensor oberhalb der Kleinbild-Dimensionen, die man gewöhnlich als „Vollformat“ (24 x 36 mm) bezeichnet vgl.a. Sony Venice. Entsprechend ist die namensgebende, offizielle ARRI Bezeichnung „Large Format Sensor“ auch zutreffender als „Vollformat-Sensor.

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ARRI ALEXA LF Sensor mit 36.70 x 25.54 mm oberhalb des fotografischen Vollformats angesiedelt

Entscheidend hierbei ist, dass der Large Format Sensor der ARRI ALEXA LF auf die bekannte Sensortechnologie von ARRI setzt. Das bedeutet, dass auch die physikalischen Eigenschaften der Sensorpixel des Large Format Sensors zu den bisherigen ALEXA ALEV-Sensoren gleichgeblieben sind. Das betrifft sowohl die Abmessung der einzelnen Sensel mit 8,25 µm, als auch die nachfolgende 16 Bit Verarbeitung hinsichtlich der ARRI Colorscience inkl. Hauttonwiedergabe, dem Dynamikumfang von 14 + Blendenstufen und dem Sweetspot beim Exposure Index von EI 800.

Mit seinen Vollformat-Plus Abmessungen ist der Sensor der ARRI ALEXA LF einerseits groß genug, um alle Vollformat Bildkreise mehr als ausreichend zu bedienen und andererseits stehen für native 4K Auflösungen wie C4K (4096x21160) oder UHD (3840x2160) jetzt pixelnative Auflösungen zur Verfügung und dies wohlgemerkt ohne auf die bisherigen, geschätzten Bildeigenschaften der ALEXAs zu verzichten.

Sensormodi und Auflösungen

Für die Sensorauslesung der ARRI ALEXA LF stehen insgesamt drei Sensormodi zur Verfügung.

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LF Open Gate liest bekannter Maßen den kompletten Sensor mit 4448 x 3096 Pixeln auf einer Breite von 36,70 x 25,54 mm aus. Dies entspricht einem Bildkreisdurchmesser von 44,71 mm und sollte von allen gängigen Cine Vollformat-Objektiven auch ausgeleuchtet werden.

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LF 16:9 ist für UHD Formate (sowie für Downsamplings auf 2K und HD) vorgesehen. 3840 x 2160 Pixel beanspruchen einen Sensorfläche von 31,68 x 17,82 mm. Der Bildkreis liegt hier bei 36,35 mm. Bei LF 16:9 Auslesung ist zusätzlich auch ein Surround-View im Monitoring sichtbar. Der Kreis der einsetzbaren Objektivpalette erweitert sich hierbei deutlich, weil auch eine ganze Reihe S35 Objektiven (Ausnahme stärkere Weitwinkel), den 36er Bildkreis mit ihrem Beleuchtungskreis real noch mit abdecken. Beispielsweise leuchten die ARRI Master Primes ab 35mm Brennweite aufwärts die Sensorfläche des LF16:9 Modus aus. Mit welchen Qualitäts-Einbußen an den Rändern man hier bei welchen anderen S35 Objektiven rechnen muss, wird die Praxis zeigen.

Interessant am LF 16:9 Sensormodus ist zudem seine Eignung für die Aufnahme mit Anamorphoten. Die Höhe der LF 16:9 Sensorauslesung entspricht hierbei genau dem ALEXA S35 6:5 Sensormodus. Lediglich an den Seiten muss in der Post dann etwas weggeschnitten werden. Ein Desequeeze für anamorphe Bilder bietet die ALEXA LF wie bereits erwähnt mit den gängigen Faktoren (1.25x, 1.3x, 1.5x und 2x) ausschließlich für die Monitor-Signale an. Aufgezeichnet wird also das Originalbild vom Anamorphoten. Die finale Entzerrung findet in der Postproduktion statt.

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LF 2.39:1 stellt das bekannte Scope-Format dar und nutzt hierfür die gesamte Breite des Sensors wie bei LF Open Gate. Entsprechend liegt die Pixelzahl hier bei 4448 x 1856. Der Bildkreis reduziert sich hierbei auf 39,76 mm. Die ausgelesene Sensorfläche liegt hierbei bei 36,70 x 15,31 mm. Bemerkenswert am Sensormodus LF 2.39:1 der ARRI ALEXA LF ist, dass hier die maximale Bildrate (in ARRIRAW) mit 150 fps erreicht wird (mehr zu den maximalen Bildraten weiter unten).

Abschließend in Sachen Sensormodus noch ein wichtiger Hinweis, der vor allem alle ACs freuen dürfte: Für den Wechsel des Sensormodus ist jetzt kein Reboot der ALEXA LF mehr notwendig. Wir haben das neue Switching selbst ausprobiert – es dauert ca. 20 Sekunden und die ALEXA LF bleibt mit allen Einstellungen „ON“.

Aufnahmeformate und Speichermedien

Aufgezeichnet wird bei der ARRI ALEXA LF derzeit in ARRIRAW (.ari) sowie ProRes im QuickTime Container (.mov). Bei den ProRes Varianten stehen wie bisher max. 12 Bit zur Verfügung. Ausgewählt kann zwischen ProRes 422, 422 HQ, 4444 und 4444 XQ werden.

SXR Drive für ARRIRAW und ProRes
SXR Drive für ARRIRAW und ProRes

Für die gegenüber den S35-ALEXAs höheren maximalen Datenraten der ALEXA LF werden bei der Large Format ALEXA insgesamt 3 Speichermedien angeboten: Für ProRes ausschließlich steht die SxS PRO+ 256 GB zur Verfügung. Wer RAW (und natürlich auch ProRes) aufzeichnen will, muss zu den SXR Capture Drives greifen, die in 1 TB und 2 TB-Konfigurationen verfügbar sind.

SxS PRO+ 256 GB für ProRes
SxS PRO+ 256 GB für ProRes

Weggefallen ist die CFast 2.0 Option und damit eine günstige Alternative (aber von der Performance her auch ein stark heterogenes Speichermedium mit der damit verbundenen Test- und Freigabe-Problematik).

Auflösung - 4 Auflösungen in 3 Sensormodi

Bei der ARRI ALEXA LF lassen sich insgesamt 4 mögliche Auflösungen auswählen.

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- 4.5K wird im Open Gate (4448 x 3096) sowie im LF 2.39:1 (4448 x 1856) Sensormodus angeboten.

- UHD steht im Sensormodus LF 16:9 (3840 x 2160) zur Verfügung.

- 2K 16:9 findet via kamerainternem Downscaling ebenfalls im Sensormodus LF 16:9 (3840 x 2160) statt

- HD 16:9 wird ebenfalls via kamerainternem Downscaling im Sensormodus LF 16:9 (3840 x 2160) angeboten

Maximale Bildraten

Die maximalen Bildraten der ARRI ALEXA LF werden zunächst durch das jeweilige Aufnahmemedium vorgegeben. Die SXR Capture Drives können maximal 150 fps ARRIRAW aufzeichnen, die SxS PRO+ kann max. 90 fps ProRes aufzeichnen.

Hinzu kommen die unterschiedlichen Sensormodi der ARRI ALEXA LF. Die maximalen Bildraten liegen bei LF Open Gate bei 90 fps ARRIRAW / 60 fps ProRes 4444, bei LF 16:9 bei erneut 90 fps ARRIRAW und 60 fps ProRes 4444XQ und beim Scope-Sensormodus LF 2.39:1 bei 150 fps ARRIRAW und 100 fps ProRes 4444.

Hier zum Überblick die dazugehörige Tabelle:

 ARRI ALEXA LF Bildraten pro Sensormodus
ARRI ALEXA LF Bildraten pro Sensormodus

Der neue LPL Mount

Vielleicht für die Zukunft der Filmproduktion noch bedeutender als die neue ARRI LF ist die Vorstellung des Nachfolgers des knapp 40 Jahre alten und ebenfalls von ARRI entworfenen PL-Mounts: Der neue ARRI LPL Mount.


ARRI LPL-Mount

Der LPL Mount wird erneut in Edelstahl gefertigt (nur bei ALEXA Mini in Titan), hat einen Durchmesser von ca. 62 mm, ist für ein Auflagemaß von 44 mm dimensioniert und verfügt über Kontakte, die ihn mit LDS-1, LDS-2 und Cooke´s /i Lensdata Protokoll kommunizieren lassen.

ARRI verweist bei den Vorteilen des neuen LPL-Objektivmounts mit seinem kürzeren Auflagemaß gegenüber PL auf eine ganze Reihe von zentralen Faktoren: Der LPL Mount erlaubt kleinere, leichtere, optisch höherwertigere und zugleich lichtstarke Objektive für Großformat-Sensoren zu bauen. Vergleicht man beispielsweise das Gewicht des S35 ARRI Masterprime 35mm T1.3 (2,2kg) mit der gleichen Brennweite des neuen für Großformat-Sensor entwickelten ARRI Signature 35mm T1.8 (1,7kg) dann wird der konstruktive Vorteil klar deutlich.

Beim Design des neuen ARRI LPL Mounts hat ARRI neben der Auflösung und der technischen Spezifikation aktueller Sensoren auch und vor allem die Zukunft im Blick. Der LPL-Mount wurde mit der Vorgabe entwickelt, sich genauso lange und erfolgreich im digitalen Bewegtbildbereich etablieren zu können wie sein zu analogen Zeiten entworfener PL-Vorgänger. Mitgedacht wurde hierbei auch die Möglichkeit von sog. telezentrischen Optik-Designs, sowie eine bessere Eignung für die Mikrolinsen aktueller aber auch zukünftiger Sensoren. Hinzu kommen Vorteile bei der Reduktion des Atmens bei Fokusverlagerungen u.a..

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ARRI LPL Mount mit Kontakten

Der neue LPL Mount ist erkennbar an den blauen Hebeln / Ohren und einer auch haptisch leicht anders gestalteten Oberfläche, die am Set dazu beitragen dürfte, schneller mit einem Mix an PL- (via Adapter) und LPL-Objektiven arbeiten zu können.

Der LPL Mount wird derzeit an interessierte Objektiv-Hersteller von ARRI lizensiert. Leica (CWS Sonderoptik) soll bereits mit seinen Thalias mit von der Partie sein - s. a. unsere News zu den Leica Thalia Grossformat Cine Objektiven.

Voraussetzung für die Lizenzierung ist eine vorausgehende Designprüfung durch ARRI, mit der sichergestellt werden soll, dass ein qualitativ homogenes Lineup an LPL-Objektiven entsteht.

Entscheidend für den Erfolg der ARRI ALEXA LF und des neuen LPL Mounts dürfte auch die Kompatibilität zu zig tausenden im Markt und bei den Verleihern befindlichen PL Cine-Objektiven sein. Auch hierfür hat ARRI eine Lösung parat in Form eines hochwertigen und werkzeuglos zu montierenden Adapters, der zum Lieferumfang jeder ARRI ALEXA LF gehört:

PL-to-LPL Adapter

Zusammen mit der ARRI ALEXA LF wird ARRI auch den PL-to-LPL Adapter ausliefern, der zum Lieferumfang jeder Large Format Alexa gehört. Bei dem PL-to-LPL Adapter handelt es sich um einen sog. Insert-Adapter.

 ARRI PL-to-LPL Adapter werkzeuglos montierbar
ARRI PL-to-LPL Adapter werkzeuglos montierbar

Der PL-to-LPL Adapter lässt sich werkzeuglos binnen Sekunden auf den LPL Mount der Kamera montieren und erlaubt dann sowohl die Verwendung von PL-Optiken und überträgt gleichzeitig auch LDS Daten. An statt also einzelne Objektive langwierig auf LPL-Mount umzubauen, wird einfach ein neuer Adapter-Mount an die ALEXA LF gesteckt.

Der Adapter funktioniert sowohl mit S35 als auch mit Vollformat PL-Objektiven. Hinzu kommt als Vorteil, dass sich die Ausleuchtung des LF Sensors mit vielen PL Objektiven mit dem PL to LPL Adapter verbessert (i. Vgl. zur gleichen Optik mit LPL Mount.)

Signature Primes

Komplettiert wird das neue Large Format Kamera System von ARRI durch 16 Large-Format Signature Prime Festbrennweiten die von 12 mm bis zu 280 mm reichen. Alle ARRI Signature Prime Festbrennweiten verfügen über eine lichtstarke T 1.8 Anfangsöffnung (Ausnahme ist der höhere Telebereich mit dem 150/T2.5, dem 200/T2.5 sowie dem 280/ T2.8).

ARRI Signature Primes
ARRI Signature Primes

Die Brennweiten der Signature Primes staffeln sich im Gesamtlineup wie folgt: 12mm/T1.8, 15mm/T1.8, 18mm/T1.8, 21mm/T1.8 , 25mm/T1.8, 29mm/T1.8, 35mm/T1.8, 40mm/T1.8, 47mm/T1.8, 58mm/T1.8, 75mm/T1.8, 95mm/T1.8, 125mm/T1.8, 150mm/T2.5, 200mm/T2.5, 280mm/T2.8.

ARRI Signature Prime 47/T1.8 an der ARRI ALEXA LF
ARRI Signature Prime 47/T1.8 an der ARRI ALEXA LF

Ausgestattet sind die Blenden der ARRI Signature Primes mit jeweils 11 abgerundeten Lamellen die für ein entsprechend hochwertiges Bokeh sorgen. ARRI weist in diesem Zusammenhang explizit auf die detaillierte Arbeit am Out-Of-Focus-Design der neuen Signature Primes hin.

Der Anspruch bei der Entwicklung der Signature Primes war es, einerseits über die optische Qualität der ARRI Masterprimes hinauszugehen und andererseits keine klinisch, kalte Präzision sondern ein organisches, hochqualitatives Bild zu liefern, das für steigende Auflösungen und HDR das nötige Potential mitbringt. Hinzu kommt die Herausforderung, die Bildanmutung über die gesamte Breite des neuen Lens-Portfolios konstant zu halten.

Genauso wie bei der Entwicklung des neuen LPL-Mounts betont ARRI, bei der Entwicklung der neuen Signature Prime Linie eine Einsatzdauer der neuen Large-Format Objektive im Blick zu haben, die deutlich über die Präsenz aktueller Auflösungen und Kameratechnologien hinausreicht.

Welche Sensor-Designs und Auflösungen die Zukunft bringen wird, ist heute schwer vorhersehbar. Umso dringender stellt sich die Frage nach der Zukunftssicherheit heutiger Optik-Designs. Entsprechende Neuentwicklungen müssen bsp. zukünftige 6K, 8K Auflösungen genauso mitdenken, wie mögliche Neuentwicklungen bei der Sensortechnologie und den entsprechenden Anforderungen an den Strahlengang der Objektive u.v.m..

Auch beim Handling gibt es Neuerungen bei den ARRI Signature Objektiven:

Mit dem ARRI Lens Data System 2 (LDS2) und den Signature Primes fällt das Kallibieren der Optiken für externe Motoren weg. Die Signature Primes verfügen über ein CAN Bus System mit absoluten Positionsgebern, so dass nach der Kamera-Montage sofort die exakten Fokus- und Blendenwerte für externe Anwendungen zur Verfügung stehen. Neben dem schnellen Sensormode-Switching also ein weiterer Geschwindigkeitsvorteil beim neuen ARRI Large Format Gesamt-System.

Wir hatten die Möglichkeit, erste hochauflösende HDR-Bewegtbilder (in nativer Auflösung und HDR-compliant) zu betrachten, die mit den Signature Primes und der ALEXA LF gedreht worden waren und der Eindruck ist tatsächlich überwältigend und unterscheidet sich merklich von dem Material bisheriger S35 Setups bei gleichbleibend hochwertiger Hauttonreproduktion und entsprechend hohem Dynamikumfang: Bildorganik, Detail, Kontrastverhältnisse bewegen sich hier auf einem neuen Niveau.

ARRI ist mit dem Large Format System ein großer Wurf gelungen.

Preise und Verfügbarkeit

Verfügbar soll die ARRI ALEXA LF ab 03/2018 sein.

Der Euro Preis für das ARRI ALEXA LF Basic Camera Set bestehend aus

- Camera Body, Handle

- Viewfinder Mounting Bracket

- EVF-1 Viewfinder, Viewfinder Cable

- LPL Mount

- SXR Adapter

- SxS Adapter 2

- PL-to-LPL Adapter

- Wireless Video Receiver WVR-1

liegt bei Euro 74.000 (- also ca. 10 % über der ALEXA SXT W).

Der Preis für den LPL Mount für die S35 ALEXAs liegt bei Euro 1.198,- (verfügbar 03/2018)

Der Preis für den LPL Mount für ALEXA MINI und AMIRA liegt bei Euro 1.398,- (verfügbar 06/2018)

Der Preis für den bei der ALEXA LF beiliegenden PL-to-LPL Adapter liegt bei Euro 998,- (verfügbar 03/2018)

   

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