Test: Panasonic Lumix S1 - Sensor-Bildqualität der Vorabversion

25.02.2019 von Rudi Schmidts



Noch hat die Firmware der Kamera Pre Sample Status und Panasonic legt begründeterweise Wert darauf, dass bei allen Messungen an Vorserienmodellen dieser Status auch klar in einem Testartikel genannt werden soll. Was wir hiermit tun. Dennoch erlauben erste Messungen bereits einen grundsätzlichen Eindruck der Hardware und was heute schon gut funktioniert, wird mit einer kommenden Firmware wohl kaum noch verschlimmbessert werden.

Das größere Problem einer Voreinschätzung sehen wir im Fehlen elementarer Zusatzfunktionen für Filmer, die mit einem kostenpflichtigen Firmware-Schlüssel (DMW-SFU) freigeschaltet werden müssen: Dazu zählt V-Log, der 4K60p 4:2:2 10bit HDMI Live Output sowie die interne 10 Bit 4:2:2 LongGOP Aufzeichnung mit folgenden Formaten und Datenraten: 4K 30p/25p/24p bei 150Mbps sowie FullHD mit 60p/50p/30p/25p/24p bei 100Mbps. Dieser Firmware Schlüssel wird noch nicht mit dem Verkaufsstart im März zur Verfügung stehen und auch wir hatten für unsere ersten Tests noch keinen Zugriff darauf.

Ohne diesen Schlüssel sind der HDMI-Output und die interne Aufzeichnung auf 8 Bit 4:2:0 beschränkt. Dies gilt jedoch nicht für alle Fälle. Bei unserem Vorserienmodell war eine interne 10 Bit Aufzeichnung mit 24-30p trotzdem möglich. Allerdings nur im HLG-Profil bei 4K-HEVC-Aufzeichnung mit maximal 72 Mbit Datenrate.

4K-Downscaling

Nichtsdestotrotz haben wir schon mal ein paar Test-Aufnahmen gewagt, um bereits eine grobe Einschätzung der Kamera Hardware zu ermöglichen. Sehen wir aus also als erstes einmal die interne 10 Bit 4K-Aufzeichnung im HLG-Format an:

Die Panasonic S1 im slashCAM 4K-Schärfetest - voller Sensorreadout
Die Panasonic S1 im slashCAM 4K-Schärfetest - voller Sensorreadout

Hier zeichnet sich schon klar ab: Das Herunterskalieren des gesamten Sensors von 6K auf 4K gelingt äußerst sauber und auch bei der externen Ausgabe über HDMI blieb diese Debayering Qualität bei vollen Sensor-Readout im Vorserienmodell erhalten.

Damit dürfte sich Panasonic in dieser Disziplin mit der S1 an die Spitze der aktuellen Vollformat-Konkurrenz setzen: Sonys A7III debayert zwar ähnlich sauber, kann aber keine 10 Bit liefern. Nikon bietet dagegen mit der Z6 auch 10 Bit, jedoch kein so sauberes Debayering. Und Canon bietet bei der EOS R überhaupt kein Downscaling von 6K nach 4K, sondern nur einen 4K-1:1-Sensorausschnitt.

Einen APS-C/S35-Ausschnitt benötigt die S1 ebenfalls, wenn der Sensor in 4K mit 48,50 oder 60fps ausgelesen wird. Hier findet dann ebenfalls ein 1:1 Sensor-Readout statt, der mangels Downsampling in der Qualität etwas abfällt:

!

Dabei entschied sich Panasonic dafür, die kritischen Bereich noch relativ weich zu filtern. Dies ist in der Regel für das Auge gefälliger als unruhige Zipper Strukturen, die in feinen Details zum flirren neigen.

FullHD

In FullHD kommt ebenfalls bereits eine sehr gute Qualität ans Licht. Das Debayering wirkt trotz Lineskipping oder Binning von 25-60 fps tadellos:

Die Panasonic S1 mit FullHD mit 25-60fps
Die Panasonic S1 mit FullHD mit 25-60fps

Selbst mit 125 fps sind die SlowMotions in FullHD noch brauchbar und können die volle Sensorfläche nutzen:

125fps an der Panasonic Lumix S1
125fps an der Panasonic Lumix S1

Erst mit 150/180fps muss der Sensor croppen und gleichzeitig viele Zeilen auslassen, was die Qualität merklich drückt.

150 fps an der Panasonic Lumix S1
150 fps an der Panasonic Lumix S1

180 fps an der Panasonic Lumix S1
180 fps an der Panasonic Lumix S1

Rolling Shutter

Bei voller Sensorfläche im 6K->4K-Downsampling konnten wir am Vorserienmodell nur durchschnittliche 28ms messen. Dies ist für eine FullFrame-Kamera im 6K-Readout ein typischer Wert. Allerdings konnten wir in 4k60p sowie in den FullHD Modi erstaunliche 12ms messen, was ein sehr gutes Rolling Shutter Verhalten in diesen Modi bedeutet.

Farben und Lowlight

Bei den Farben wirkt die S1 in den Systemprofilen sehr neutral: Hier einmal unser Testkasten im neuen Flat-Profil des Vorserienmodells:

Die Panasonic Lumix S1 bei 1200 Lux
Die Panasonic Lumix S1 bei 1200 Lux

Und hier noch einmal im HLG-Profil, das wir noch nicht im Color-Workflow für eine Webdarstellung richtig gut hinbekommen haben:

Die Panasonic Lumix S1 bei 1200 Lux im HLG Profil
Die Panasonic Lumix S1 bei 1200 Lux im HLG Profil

Besonders gespannt warten wir natürlich auf ein genormtes 10 Bit-VLog Profil, das jedoch erst mit Erscheinen des Software Schlüssels zum Test zur Verfügung stehen wird.

Low-Light

Zum Low-Light Verhalten lässt sich dagegen bei der Vorserie noch einmal etwas mehr sagen. Allerdings mit einer anderen Einschränkung: Aus Gründen der Vergleichbarkeit versuchen wir immer einen Shot mit ISO6400, 1/25s bei einer Blende 2.8 zu machen. Wir hatten für unseren Test jedoch nur eine Optik mit einer Anfangsblende von F4 zur Verfügung. Somit mussten wir die "fehlende Blendenstufe" entweder über die Belichtungszeit oder über die ISO kompensieren, was natürlich unterschiedliche Ergebnisse nach sich zieht. Darum erst einmal hier alle vier Testbilder zur persönlichen Begutachtung - zwei im Flat Profil und zwei in HLG:

DIe Panasonic Lumix S1 bei 12 Lux mit 1/13s, ISO6400 und F4, HLG
DIe Panasonic Lumix S1 bei 12 Lux mit 1/13s, ISO6400 und F4, HLG

DIe Panasonic Lumix S1 bei 12 Lux mit 1/25s, ISO12800 und F4, HLG
DIe Panasonic Lumix S1 bei 12 Lux mit 1/25s, ISO12800 und F4, HLG

DIe Panasonic Lumix S1 bei 12 Lux mit 1/13s, ISO6400 und F4, Flat
DIe Panasonic Lumix S1 bei 12 Lux mit 1/13s, ISO6400 und F4, Flat

DIe Panasonic Lumix S1 bei 12 Lux mit 1/25s, ISO12800 und F4, Flat
DIe Panasonic Lumix S1 bei 12 Lux mit 1/25s, ISO12800 und F4, Flat

Die Aufnahmen des Vorserien Modells lassen dabei schon zwei Aussagen zu: Das Rauschen wirkt aufgrund des 6K->4K-Downsamplings auf jeden Fall sehr analog. Und das Lowlight-Verhalten spielt sich in der gleichen Liga ab wie Sonys A7III oder Nikons Z6, also auf sehr hohem Niveau.

Fortsetzung folgt...

Soviel zu unseren ersten Vorserien-Eindrücken zum Bildqualität der Panasonic Lumix S1. Wir werden in Kürze noch einen Artikel mit Testaufnahmen zu Skintones veröffentlichen und warten ansonsten natürlich gespannt auf die finale Firmware sowie den Software-Schlüssel für eine 10 Bit V-Log-Aufzeichnung.

   

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