Test: AG-DOK-BVK Large Format Cine-Kamera Shootout: ARRI Alexa LF, RED Monstro 8K, Canon C700 FF, Sony Venice, Mavo LF ...

05.06.2019 von Felix Trolldenier



Die von uns geschätzte Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm e.V. hat diesmal einen sehr aufwendigen Large Format Cine Kamera Test produziert. Kameraseitig findet sich hier alles was Rang und Namen hat: ARRI LF, RED Monstro 8K, Canon C700 FF, Sony Venice, Mavo LF, sowie eine Sony A7S II und als „Wildcard“ auch eine Ursa Mini Pro 4.6K.

In jedem Setup befinden sich aufwendig produzierte und zugleich informative Splitscreens am Ende der Clips. Bemerkenswert fanden wir hierbei, wie souverän die ARRI ALEXA LF bei den Tageslicht-Belichtungsreihen dominiert und auch, wie gut die Blackmagic Ursa Mini Pro 4.6K mit ihrem „kleinen“ S35 Sensor in diesem Large-Format Umfeld mithalten kann:

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Wir schätzen solche Kameravergleiche sehr und haben das AG-DOK Team hierbei erneut gerne unterstützt. Im Hinterkopf sollte man bei entsprechenden „Shootouts“ stets behalten, dass es nicht die eine, perfekt Kamera gibt sondern immer nur die beste Kamera für die jeweilige Aufgabe. Die AG-DOK blickt natürlich vor allem aus der Dokumentarfilm-Perspektive auf die Kamera.

Aber am besten selbst mal reinschauen und sich ein Bild machen - es lohnt sich.

Hier jetzt die Kurzzusammenfassung des AG DOK-BVK KAMERATEST 2019 - auf den AG DOK Seiten findet ihr den umfassenden und sehr lesenswerten Gesamt-Bericht.

AG DOK-BVK KAMERATEST 2019: KAMERAS MIT SENSOREN IM KLEINBILD-FORMAT

Bei diesem Mal, mit Unterstützung des BVK, widmete sich das Test-Team der AG DOK den neuen Kameras mit Kleinbild/Vollformat-Sensor, von Herstellern aufwertend "Large Format" genannt. Wir untersuchten, wie sich die neuen Sensoren, neben den vorhersehbaren optischen Eigenschaften eines größeren Aufnahmeformates, bzgl. Hauttonwiedergabe, Kontrastumfang und wenig Licht verhalten. Ebenfalls untersuchten wir die Bildqualität bei höheren Bildraten.

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Die Kameras: Arri Alexa LF, RED Monstro VV, Canon C700 FF, Sony Venice, Kinefinity Mavo LF, zum Vergleich eine Sony a7s II mit externer Aufzeichnung, und als Vertreter der Super35-Klasse eine Ursa Mini Pro 4.6K.

Zusätzlich demonstrieren wir erneut die Vorteile der ETTR-Belichtungsmethode und zeigen was hinter dem "LF-Look" steckt.

Wir drehten folgende Einstellungen:

Setup 1: Studio-Porträt mit Tageslichtscheinwerfer


Setup 2: Verfügbares Licht bei Nacht


Setup 3: Studio-Porträt bei Kunstlicht


Setup 4: Zeitlupe


Den vollständigen Bericht und alle Videos findet ihr auf der AG DOK Seite

ZUSAMMENFASSUNG

Kinefinity Mavo LF

Besonders interessierte uns Kinefinitys Mavo LF, da sie mit Abstand als günstigste und kleinste Kamera antrat. Sie überraschte mit bester Leistung bei wenig Licht und überzeugte mit ihren Farben. Ebenfalls bemerkenswert sind ihre hohen Bildraten. Jedoch zeigte sie mit den neuen und hochauflösenden Sigma high speed cine prime Optiken extremes Aliasing. Weiteres Manko ist die Zuverlässigkeit. Jedenfalls unser Testgerät mit defektem HDMI-Ausgang stürzte häufig ab und einige beworbene Kombinationen von Aufzeichnungsmodi waren nicht verfügbar. Doch in Verbindung mit Vintage Optiken wird die Kamera vermutlich doch schon Käufer finden. Uns erschien das Gerät noch zu sehr im Betastadium, als daß ein freier DP riskieren würde sie einer Produktion vorzuschlagen.

ARRI Alexa LF

Nicht überraschend hinterläßt die Alexa LF insgesamt den besten Eindruck. Der Dynamikumfang und Farben des Arri-Sensors bleiben auch in 2019 unangefochten. Jedoch zeigt sich auch ihre typische relativ geringe Lichtsammelleistung und geringere Auflösung im Gegensatz zu den 6K und 8K Kameras. Ihre Dimensionen, Gewicht und Preis schränken ihren Einsatz auf größere Produktionen ein. Die Mini-LF ist jedoch schon auf dem Weg.

Sony Venice

Flexibler und günstiger ist die Sony Venice. Mit Ihrer dualen ISO erreicht sie nach der Mavo LF den zweiten Platz in Bezug auf Low-Light Performance und kommt in einem noch relativ handlichen Gehäuse daher. Mit der für die Venice entwickelten s709-LUT korrigiert Sony endlich den Magentastich in den Hauttönen und erzeugt insgesamt ein wärmeres Bild.

Canon C700 FF

Die C700 FF enttäuschte nicht nur durch Ihre Low-Light Performance, als auch mit ihrer Color Science. In der Studio Low-light Einstellung zeigt sie besonders magenta-farbene Hauttöne. Weiter in der Unterbelichtung driften die Hauttöne dann entgegengesetzt in Richtung Grün. Wie Sony "adaptiert" auch Canon das bewährte Layout des Assistentenmenü von Arri.

RED Monstro 8K

Red vereint mit der Monstro 8K und Vollformat. Nach der Mavo LF bietet die Red das zweitkleinste Paket. In Verbindung mit guter Bildqualität in jeder Beziehung könnte man hohe Flexibilität annehmen. Das etwas träge Menü, Wechseln der OLPFs für optimale Farben und das Schalten zwischen den Sensorkalibrationen behindert wenigstens typische dokumentarische Arbeit.

   

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