Test: Dynamikumfang: Blackmagic Ursa Mini Pro G2 vs Panasonic S1 - 4K RAW S35 vs 10 Bit V-Log Vollformat

01.08.2019 von Rob



Hier unser kurzer Praxisvergleich Ursa Mini Pro G2 versus Panasonic S1. Dieses Mal vergleichen wir den Dynamikumfang (genauer: Belichtungsspielraum) einer S35 Kamera mit interner RAW-Aufzeichnung mit einer Vollformat-Kamera mit interner 10 Bit Log Aufzeichnung.

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Da Vollformatsensoren deutlich mehr Licht einsammeln können als ihre S35 Pendants, sollten diese auch hier die Nase vorne haben. Inwieweit RAW hier einen Unterschied gegenüber 10 Bit Log ausmachen kann, wollen wir uns im folgenden unter praxisnahen Bedingungen kurz anschauen und noch ein anderer Faktor schein uns hier recht wichtig zu sein - dazu gleich mehr ...

Wie gewohnt korrigieren wir hierbei Plus- und Minus Blendenreihen auf die jeweilige Neutralbelichtung der Kamera im aktuellen Blackmagic DaVinci Resolve 16 zurück. Die Neutralbelichtungen beider Kameras zeigen hierbei den gleichen Waveform-Verlauf.

Sofern offizielle Hersteller-Luts zur Verfügung stehen, nutzen wir diese. Für einen einfacheren Vergleich sortieren wir anschließend die Blendenreihen beider Kameras nach ETTR so untereinander, dass beide Kameras den gleichen ersten Clipping-Wert zeigen.

Entsprechende Vergleiche zu Belichtungsspielraum empfinden wir aus diversen Gründen als praxisrelevanter als technische Dynamikcharts mit ihren dazugehörigen hohen Dynamikwerten (– auch wenn Hersteller diese vorziehen.) Zum einen kann sich hier jeder selbst eine Meinung bilden, welche Unter- oder Überbelichtung am Motiv er/sie noch als akzeptabel empfindet (i Ggs. zu einem wenig aussagekräftigen mehr oder weniger verrauschten Lichtbalken) und zudem sind die Ergebnisse auch relativ einfach selbst mit der entsprechenden Kamera reproduzierbar.

Hinzu kommt, dass hierbei auch das Verhalten der jeweiligen Codecs über die Blendenreihen an einem figurativen Motiv gezeigt wird, was unserer Meinung nach zusätzlichen Praxisbezug bietet.

Dynamikumfang: Blackmagic Ursa Mini Pro G2 versus Panasonic S1

Hier nun unser Vergleich des Belichtungsspielraums zwischen Blackmagic Ursa Mini Pro G2 in Blackmagic RAW (Q0) und der Panasonic S1 in 10 Bit V-Log bei 1200 LUX.

 Blackmagic Ursa Mini Pro G2 RAW vs Panasonic S1 10 Bit Log (für 100% auf Bild klicken)
Blackmagic Ursa Mini Pro G2 RAW vs Panasonic S1 10 Bit Log (für 100% auf Bild klicken)

Wie bereits erwähnt haben wir die Blendenreihen der einfacheren Vergleichbarkeit halber nach ETTR sortiert, so dass sich hier bei Plus 4 bei beiden Kameras der erste klare Clippingpunkt auf der Stirn der slashCAM Test-Puppe ergibt. Die Art des Clippings unterscheidet sich hier deutlich (mit Vorteilen für die Ursa) voneinander.

Auch bei der Unterbelichtung zeigen sich markante Unterschiede. Während das H.264 10 bit Log- Material der Panasonic S1 bei Minus 4 / Minus 5 sich durch bemerkenswert geringes Rauschen und eher filmkornähnliche Struktur auszeichnet, gerät das RAW-Material des Ursa Mini Pro G2 Sensors hier an seine bekannten Grenzen in Form von zunehmendem Rauschen und Fixed Pattern Noise (vor allem in dunkleren Bildpartien).

Hier mal die Bilder beider Kameras bei Minus 5 in Originalauflösung zum Vergleich.

Die Panasonic S1 bei Minus 5:

 Panasonic S1 10 Bit V-Log (für 100% auf Bild klicken)
Panasonic S1 10 Bit V-Log (für 100% auf Bild klicken)

Und hier die Blackmagic Ursa Mini Pro G2 bei Minus 5:

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Beurteilen wir die Leistung beider Kameras allein anhand des in der Praxis zur Verfügung stehenden Belichtungsspielraums, liegt erwartungsgemäß der Vollformatsensor der Panasonic S1 je nach Bewertung ca. 1 Blende vor der Ursa Mini Pro G2.

Nehmen wir unsere bisherigen Dynamiktests von Pocket Cinema Camera 4K und Panasonic GH5s mit dazu, ergibt sich als grober Richtwert der bislang in Sachen Belichtungsspielraum hier getesteten Kameras pro Sensorgrößen-Sprung eine Blende mehr Belichtungsspielraum. Also von M43 auf S35/APC-C auf Vollformat jeweils 1 volle Blende. Dies gilt wohlgemerkt jedoch bislang nur für die bislang bei slashCAM getesteten Kameras die in ihrer Signalverarbeitung bereits ziemlich perfekt auch auf Videoperformance hin optimiert sind (wir fürchten es geht auch wesentlich schlechter - aber hierzu mehr ein anderes Mal).

Doch der reine Belichtungsspielraum ist nur EIN Faktor bei der Beurteilung von Bildqualität beim Thema Dynamik. Was uns beim Vergleich Ursa Mini Pro G2 versus Panasonic S1 ebenfalls deutlich auffällt ist der recht unterschiedliche Highlight Rolloff ...

Besseres Highlight Rolloff vs mehr Lowlightfähigkeit

Wenn wir uns die geclippten Bereiche bei Plus 4/Plus 5 bei beiden Kameras anschauen, sehen wir ein weicheres Highlight Rolloff beim Blackmagic RAW-Material der Ursa Mini Pro G2 als beim 10 Bit H.264 V-Log-Material der Panasonic S1.

Highlight Rolloff - links Ursa, rechts S1
Highlight Rolloff - links Ursa, rechts S1

Ein sanfter Highlight Rolloff - vor allem bei Aufnahmen mit ausreichend Licht wie Tageslicht/Studio/Außenaufnahmen etc. - stellt zumindest einen wichtigen Faktor bei der Produktion von dem dar, was wir häufig als „cinematisch“ bezeichnen. Hier hat die Ursa Mini Pro G2 die Nase vorne - vermutlich auch wegen der höheren Farbkonsistenz des RAW-Materials im Grenzbereich.

Fazit

Während die Panasonic S1 ihren großen Belichtungspielraum Dank guter Lowlightfähigkeit und angenehmen, kornähnlichem Codecverhalten bei der Unterbelichtung in die Waagschale werfen kann, punktet die Ursa Mini Pro G2 mit dem ansprechenderen Verhalten im Highlight Rolloff.

Die hier kurz aufgezeigten Stärken der jeweiligen Kamera passen unserer Meinung nach ziemlich gut zum jeweiligen Konzept / Einsatzgebiet der Kamera. Während die Blackmagic Ursa für szenisches Arbeiten die erste Wahl sein dürfte, wo in der Regel ausreichend Licht zur Verfügung steht, um kritische Schattenbereiche erst gar nicht entstehen zu lassen, punktet die im Vergleich kompakte Panasonic S1 bei Available- und Lowlight-Light Aufnahmen und dürfte damit vor allem für mobiles Arbeiten die erste Wahl sein.

   

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