Test: Die Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K in der Praxis: Hauttöne, 120 fps uvm. - inkl. 4K vs 6K Quizauflösung

29.08.2019 von Rob



Hier unsere Praxiserfahrungen mit der neuen Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K. Wir haben uns Hauttöne, das allgemeine 6K Handling, div. Sensormodi, 120 fps High Framerates uvm angeschaut. Und auch unser kleines 4K vs 6K Blackmagic Pocket Quiz lösen wir nun auf …

Wer unseren Blindtest zwischen Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K und 6K noch nicht gesehen hat und vorab nochmal für sich herausfinden möchte, welches Bild gefälliger rüberkommt, hat hier nochmal die Möglichkeit dazu:

Und hier nun unser etwas ausführlicherer Testclip zur Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K, in dem wir neben Hauttönen und dem Vergleich zur Pocket 4K uns auch unterschiedliche Sensormodi sowie die 120 fps High Frame Rate Funktion angeschaut haben. Auch wer an der Auflösung unseres kleinen 4K vs 6K Quiz interessiert ist, findet im nachfolgenden Video die entsprechenden Infos (und hey!, die slashCAM User sind ziemlich clever - die meisten lagen goldrichtig ...

Bildeindruck und Hauttöne

Bereits auf den ersten Blick fällt beim Vergleich zwischen der Pocket 6K und der 4K Sequenz das deutlich höher auflösende Bild der Pocket 6K auf.

 Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K, Canon 24-105 F4
Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K, Canon 24-105 F4

Verantwortlich hierfür dürfte in erster Linie das von 6K auf 4K UHD heruntergesampeltem Material der Pocket Cinema Camera 6K im Gegensatz zum nativen 4K Material der Pocket Cinema Camera 4K sein. Darüber hinaus könnte auch der Viltrox Focal Reducer an der Pocket 4K zum etwas weicheren Bild der Pocket 4K beitragen (- in unserer bisherigen Erfahrung allerdings wenn überhaupt dann eher gering.)

 Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K, Viltrox Focal Reducer, Canon 24-105mm F4
Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K, Viltrox Focal Reducer, Canon 24-105mm F4

Ob man das „schärfer gesampelte“ Bild der Pocket 6K oder das weichere der Pocket 4K vorzieht, bleibt letztlich Geschmackssache. Persönlich würden wir beim Pocket 6K Bild mit noch etwas Diffusion und/oder Korn zusätzlich arbeiten, um dem Bild den „digitalen Edge“ zu nehmen - was wir hier jedoch des besseren Vergleichs halber nicht getan haben.

In unserem 2-Stunden-Drehfenster mit Ricarda hatten wir Glück mit dem weichen, natürlichen Tageslicht. Zwar mit leicht wechselnden Intensitäten aber entsprechend diffuses Licht hätten wir ansonsten nur mit einem großen Butterfly+Silk und ordentlich KWs hinbekommen ...

Der RAW - LUT Workflow in DaVinci Resolve 16 funktioniert - wie für viele andere LOG-LUT Kombinationen - angenehm unkompliziert. Ansprechende Hauttöne erhält man bereits mit den Standard-LUTs für die jeweilige Kamera. Die Colorscience der Pocket 4K und der Pocket 6K liegen recht nah beieinander so dass man ohne größeren Aufwand das Material beider Kameras miteinander kombinieren kann.

Sensormodi

Für die Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K stehen diverse Sensor-Modi zur Verfügung. Wir haben in unserem Praxis-Clip auch die gebräuchlichsten RAW-Sensormodi mal kurz angewandt.

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Hierzu zählen: Fullsensor-Readout 6K (6144x3456), ein Scope-Crop 6K 2.4:1 (6144x2560), 5.7K 17:9 (5744x3024) sowie 2.8K 17:9 (2868x1512) (da wir leider keinen Anamorphoten zur Verfügung hatten, haben wir 3728 x 3104 (3.7K 6:5 anamorphic) hier weggelassen).

Im Hinterkopf sollte man hierbei behalten, dass 4K Auflösungen (DCI und UHD) sowie HD-Auflösungen (1080p) nicht in RAW sondern ausschließlich in Apple ProRes bei der Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K zur Verfügung stehen. Wer 4K und HD in RAW benötigt, muss zur Pocket Cinema Camera 4K greifen.

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Ebenfalls für die (RAW)Praxis relevant: Die 6K Maximal-Auflösung mit 6144x3456 Framegröße liess sich (zumindest derzeit bei unseren Tests) nicht in der höchsten Blackmagic RAW Qualitätsstufe (Q0) in 50p intern aufzeichnen – die max. 483 MB/s waren hier zu nahe am Limit diverser Speicherkarten. Hier heisst es entweder runter mit der FPS oder eine andere Blackmagic RAW-Kompressionsrate wählen. Mit Q5 sind wir bei 6K und 50 fps dann ohne Aufnahmeabbrüche zurechtgekommen.

Für die Postproduktion empfehlen wir bei Problemen mit dem flüssigen Abspielen des Pocket 6K Materials die Vorschau auf die halbe Auflösung zu reduzieren. Selbst bei einem 4K Monitor bleibt noch mehr als genug Auflösung für die meisten Schnittanforderungen ...

High Frame Rates

Wir haben uns ebenfalls kurz die High Framerate Funktion der Pocket Cinema Camera 6K angeschaut. Die Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K bietet max. 120 fps bei einer maximalen Auflösung von 2.8K (2868x1512) und dies recht beeindruckend ebenfalls in Blackmagic RAW.

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Für HD-Produktionen steht mit 2.8K mehr als genug Auflösung auch bei HFR-Aufnahmen zur Verfügung und auch ein Blow-Up wie bei uns auf einer 4K-Timeline dürfte für viele Anwendungen noch ausreichend Qualität bieten (sofern genügend Licht vorhanden ist)

Praxisnotizen: Ergonomie / Handling

Das Handling der Blackmagic Pocket 6K entspricht in weiten Teilen dem der Pocket 4K (siehe hierzu auch unseren Pocket 4K Praxistest).

Gerade auch für große Hände funktioniert die Ergonomie der Blackmagic Pocket 6K ziemlich gut. Die Kamera liegt trotz ihres relativ geringen Gewichts satt in der Hand. Und auch wenn wir die Pocket Cinema Camera 4 und 6K in erster Linie für szenische Produktionen sehen, hat uns die Freihand-Kamera viel Spaß gemacht. Allerdings müssen wir einschränkend hier auch sagen, dass wir nur recht kurze Takes aufgenommen haben.

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Blackmagic Pocket 4K links auf Miller CX2 - Blackmagic Pocket 6K rechts auf Sachtler

Wir hatten für unser 2 Stunden-Zeitfenster mit Ricarda nur 2 Canon LP-E6 Akkus zur Verfügung und sind damit gerade so ausgekommen. Wer durch einen ganzen Drehtag mit der Pocket 6K kommen möchte, sollte an ausreichend dimensionierte (externe) Stromversorgung denken.

Nachlegen darf Blackmagic gerne noch in Sachen Fokuskontrolle. Bei Außendrehs mit hellem Umgebungslicht ist das Display nur schwer ablesbar - hier sollte man unbedingt an Abschattung denken und auch bei der Ausschnittsvergrösserung zur schnellen Fokuskontrolle würden wir uns noch höhere Zoomstufen wünschen - so war die Schärfebestimmung häufig eher „gefühlt“ als kontrolliert.

Doch gerade bei einer für szenische Produktionen geriggten Blackmagic Pocket 6K dürften diese Herausforderungen leicht in den Griff zu bekommen sein.

Fazit - BMD PCC6K

Mit der neuen Pocket Cinema Camera 6K dürfte Blackmagic nahtlos an den Erfolg der Pocket 4K anknüpfen: 6K 50p interne RAW-Aufnahme mit einem S35 Sensor für 2.755,- Euro UVP inkl. der Vollversion DaVinci Resolve Studio 16 stellen nach wie vor ein kaum zu schlagendes Preis-Leistungsverhältnis dar.

Vor allem Indie-Filmer und Low-Budget Produktionen die szenisch arbeiten, finden in der Kombination BMD PCC6K und Davinci Resolve 16 perfekt aufeinander abgestimmte Tools mit denen sich hochwertige Clips produzieren lassen.

Allerdings sind die etablierten Kamerahersteller erwacht und die (externen) RAW-Optionen für Vollformat-DSLMs nehmen zu. Damit stellt sich Blackmagic eine mächtige Konkurrenz entgegen.

Die kommenden Monate werden hier sehr spannend werden. Der Kampf um „RAW“ hat gerade erst begonnen …

   

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