Test: Die Panasonic S1H in der Praxis: Die neue Vollformat-Referenz? Hauttöne, 6K 10 Bit intern, 4K 50p 10 Bit - Teil 1

03.10.2019 von Rob



Hier unser Praxistest mit der aktuellen Panasonic S1H, die klar den Anspruch formuliert – ähnlich wie die GH5S im M43-Segment - das Maß der Dinge bei der Bewegtbildproduktion unter den Vollformat-Spiegellosen zu werden. Bei den Specs kann der Panasonic S1H aktuell keine Vollformat-DSLM das Wasser reichen: 6K Videoaufnahme in 10 Bit mit vollem Sensorreadout sowie interne 10 Bit Aufzeichnung bei 50p sind starke Ansagen. Hinzu kommt ein hoher Belichtungsspielraum. Hier unsere ersten Praxiserfahrungen mit dem neuen Video-Boliden von Panasonic ...

Vorab wie stets unser Testclip mit Caro, bei dem wir diesmal wettertechnisch das volle Programm hatten: Sturmböen mit Regen sowie Sonne/Wolken-Mix:

Zum Einsatz kam die Panasonic S1H im Verbund mit dem LUMIX S 24-105mm F1.4. Angeschaut haben wir uns vor allem Hauttöne im LOG-LUT Betrieb, die einzelnen Bildprofile, die AF-Performance bei unterschiedlichen Sensorauslesungen sowie die beiden für uns wichtigsten Eckdaten der S1H: iInterne 50p 10 Bit Aufnahme sowie die diversen Sensorausleseverfahren bis hin zu ebenfalls internem 10 Bit in 6K. An zusätzlichen Objektiven hatten wir uns im Vorfeld auch das Lumix 50mm F1.4 im Verbund mit der S1H angeschaut. Hierzu weiter unten bzw, im zweiten Teil im Autofokus-Abschnitt dann mehr.

Hauttöne

Tatsächlich können wir Dank des rasant wechselnden Sonne-Wolken Mixes bei den Hauttönen diesmal eine recht weit gefächerte Palette anbieten. Der offizielle Panasonic V-LOG-LUT Workflow produziert hierbei im Zusammenspiel mit DaVinci Resolve 16 unkomplizierte und angenehm schnelle Ergebnisse.

 Panasonic S1H, 24-105mm @ f4, V-LOG, 180°-Shutter, S35, 4K, 50p, 10-Bit, CC
Panasonic S1H, 24-105mm @ f4, V-LOG, 180°-Shutter, S35, 4K, 50p, 10-Bit, CC

Die Hauttonreproduktion empfinden wir beim LOG-Material der Panasonic S1H als fein abgestuft wozu vermutlich auch die durchgängige 10 Bit Farbauflösung beiträgt.

§Caro_S1H_LOG_1.9.4§:Panasonic S1H, 24-105mm @ f4, V-LOG, 180°-Shutter, S35, 4K, 50p, 10-Bit, LOG

Mit vergleichsweise wenig Aufwand lassen sich aus dem Log-Material rech unterschiedliche Looks erzeugen. Aufpassen mussten wir etwas bei Caros knallroten Haaren, bei denen V-Log Material traditionell etwas empfindlich reagiert. Behält man dies in der Postproduktion im Auge, wird man mit vergleichsweise einfach zu verarbeitendem V-Log Material belohnt.

Wir haben in unserem kurzen Testclip mit der S1H auch mal die einzelnen Kamera-Farbprofile aufgerufen um all denjenigen eine Übersicht zu bieten, die einen Look bereits in der Kamera definieren wollen oder müssen. Persönlich würden wir hierbei entweder das „Flat“ oder das „Natural“ Bildprofil als Startpunkt wählen und dann an den zahlreichen Einstellungsmodi im Profil noch weiter drehen …

§Caro1_1.6.2§:Panasonic S1H, 24-105mm @ f4, V-LOG, 180°-Shutter, S35, 6K, 24p, 10-Bit, CC

Wenn wir die Wahl haben, würden wir jedoch fast ausschließlich die LOG-LUT Kombination bei der S1H wählen und dies aus zwei Gründen: Zum einen bietet die S1H bemerkenswert viel Reserven bei Lowlight sowie beim Belichtungsspielraum, dass man hier ohne Probleme auch in LOG bei schwachen Lichtverhältnissen aufnehmen kann (hierzu demnächst mehr) und zum anderen gefällt uns persönlich die V-LOG-LUT Kombination sowohl vom Highlight- / Kontrast-Handling als auch von der Farbdynamik am besten von allen möglichen Bildprofilen. Letzteres sicherlich Geschmackssache.

Unterm Strich bietet die Panasonic S1H unserer Meinung nach derzeit das hochwertigste, interne LOG Bildmaterial aller derzeit verfügbaren Vollformat DSLMs. Insbesondere das auf 4K nachträglich herunterskalierte 6K 10 Bit 4:2:0 H.265 Material ist in Sachen Auflösung und Farbreproduktion derzeit kaum zum toppen. Dank integriertem Lowpass-Filter gibt es auch keine Probleme mit Moiré und auch digitale Schärfung wird damit angenehm in Schach gehalten: Chapeau an Panasonic an dieser Stelle.

4K 50p 10 Bit intern

Zusammen mit der internen 6K 10 Bit Aufnahme stellt die interne 50p Aufnahme - die erstmalig auch in 10 Bit (!) verfügbar ist - für uns DAS Alleinstellungsmerkmal der Panasonic S1H dar. Wer auf der Suche nach besonders hochwertigem, internem 50p Log-Material von einem Vollformatsensor ist, dürfte bei der Panasonic S1H fündig werden.

Panasonic S1H, 24-105mm @ f4, V-LOG, 180° Shutter, S35, 4K, 50p, 10 Bit, CC
Panasonic S1H, 24-105mm @ f4, V-LOG, 180° Shutter, S35, 4K, 50p, 10 Bit, CC

Dank integrierter Lüftung und zwei SD-Cardslots lassen sich mit der S1H 50p-Aufnahmen Non-Stop aufnehmen. Wir sind derzeit noch am Testen des 50p Non-Stops Betriebs aber zumindest bei unseren 50p-Aufnahmen mit Caro haben wir den Lüfter nicht zu hören bekommen. Hierzu mehr im zweiten Teil.

Schön zu sehen, dass ein Kamerahersteller endlich 50p 10 Bit intern anbietet.

Im Hinterkopf sollte man hierbei allerdings behalten, dass dies bei der S1H im S35-Sensorreadout geschieht und hier maximal 4K-Auflösungen zur Verfügung stehen. Nichtsdestotrotz eine beeindruckende und erfreuliche Leistung: Hieran werden sich andere Hersteller ab jetzt messen lassen müssen.

6K 10 Bit intern

Die 6K-Fähigkeit der Panasonic S1H sehen wir vor allem im Kontext von hochwertigen 4K-Produktionen als echten Mehrwert und dies zweifach: Wer durchgängig in 6K aufnimmt hat in der 4K Postproduktion die Wahl zwischen dem derzeit hochwertigstem 4K Material dieser Kameraklasse via Dowsnscaling (siehe hierzu auch unseren Testlaborartikel zur S1H ) oder viel Platz für nachträgliche Stabilisierung oder Reframings: Bzw. ausreichend Spielraum sowohl für ein hochwertiges Downscaling als auch für eine nachträgliche Ausschnittsänderung.

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Selbst bei diesem Downscale für ein horizontales Ausfüllen auf der 4K-Timeline bleibt auf Grund des 6K 3:2 Seitenverhältnisses noch jede Menge Platz oben und unten für ein vertikales Reframing. Und auch der 1:1 Crop auf der 4K-Timeline sieht noch ziemlich hochwertig aus. Da haben wir bereits deutlich schlechteres 1:1 4K Crop-Material gesehen:

!

In diesem Zusammenhang würden wir uns bei der S1H über entsprechend einblendbare Guidelines/Rahmen für unterschiedliche Seitenverhältnisse freuen. Vielleicht haben wir sie einfach nur übersehen aber für unseren Scope-Crop wäre ein einblendbarerer 2.35 Rahmen durchaus angenehm gewesen. Und wo wir gerade beim Wunschkonzert sind: Am liebsten vom User selbst zu bestimmende und auf die Kamera hochladbare Bereichsrahmen …

Soweit erstmal Teil 1 zu unserem Praxistest mit der Panasonic S1H, in dem es viel Lob für die exzellente Bildqualität der S1H gegeben hat. Ob sich der Überflieger-Eindruck auch in Sachen Fokus, Ergonomie, Akkuleistung und Fazit durchzieht, klären wir dann in Teil 2 nach dem langen Wochenende und wünschen euch erstmal einen schönen Feiertag ...

   

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