Test: Canon EOS C500 Mark II - 6K Vollformat ohne Schwächen?

22.10.2019 von Rudi Schmidts



Sieht man sich den Feature-Umfang der neuen Canon EOS C500 Mark II auf dem Papier an, so findet man wirklich kaum noch Punkte, die man an dieser aktuellen Cinema-Kamera vermissen könnte. Die Hardware-Ausstattung fällt mit vielen externen Schaltern, XLR und integriertem ND-Filter ebenso üppig aus, wie die internen Werte, die sowohl 10 Bit XF-AVC- als auch volle 6K RAW-Aufzeichung ohne externe Recorder ermöglichen. Weiters bleibt der Dual Pixel Autofokus ein nicht unrelevantes Alleinstellungsmerkmal. Einzig einen bewegten Sensor könnte man sich bei dieser Ausstattung noch wünschen, doch selbst auf diesem Gebiet hat Canon eine Überraschung für uns parat, wie wir später sehen werden. Doch werfen wir zunächst einen Blick auf die grundsätzlichen innereren Werte der Kombination aus Sensor und Signalelektronik.

Die Bildqualität in 6K

In 6K RAW (5952 x 3140 Pixel) speichert die C500 MKII wahlweise in 24/25/30p mit 12 Bit oder in 50/60p in 10 Bit (bei einer Ziel-Datenrate von 2,1 Gbps). Schon das Debayering in einer 1:1 Auslesung gefällt uns dabei ziemlich gut:

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Nach einem justierten Schwarz- und Weißpunkt treten zwar unvermeidbar Zipper-Artefakte im Bild auf, aber das debayerte Test-Motiv bleibt ansonsten von gravierenden Falschmustern verschont:

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Die Bildqualität in 4K

Interessant sind natürlich auch die 4K-Modi in XF-AVC, bei denen der gesamte Sensor intern herunterskaliert wird. Wie bei einer >10.000 Euro Cinekamera zu erwarten werden beim Downskaling auch bis 60p keine Zeilen ausgelassen oder zusammengefasst. Das Ergebnis ist ein nahezu perfektes 4K-Testbild ohne sichtbar Bildfehler:

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Das gleiche gilt natürlich auch, wenn man das RAW Bild von 6K nach 4K herunterskaliert:

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Erst wenn man im S35-Sensor-Ausschnitt filmt, nimmt die 4K-Debayering-Qualität sichtbar ab, weil hier nur noch ein 1:1 Sensor Readout möglich ist:

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Digitale Bildstabilisation

Die C500 Mark II bringt zwar keinen bewegten Sensor mit, dafür aber immerhin die Möglichkeit über einen Sensorauschnitt das Bild digital zu stabilisieren. Dies hatte jedoch u.a. bei der EOS R eine reduzierte Bildqualität beim Debayering zur Folge.

Glücklicherweise ist dem bei der C500 Mk nicht so. Hier werden tatsächlich nur überschüssige Sensel zur Stabilisierung genutzt. Dies erhöht den Crop-Faktor bei der Aufnahme zwar von 1,0 auf 1,1 und statt 5952 werden nur noch ca. 5400 Horizontalpixel vor dem Downscaling genutzt. Doch in 4K leidet die Bildqualität nicht sichtbar unter dieser leichten Reduzierung:

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Rolling Shutter

Ebenfalls überraschend flott ist die Auslesegeschwindigkeit des Bildwandlers: Wir konnten für das Auslesen den vollen Sensors flinke 15,9ms messen, was für ein FullFrame-Modell mit 3140 Zeilen ein sehr guter Wert ist. Aktuell (Oktober 2019) sogar der beste, den wir bis dato an einem Fullframe Sensor gemessen haben.

Dieser Wert ändert sich auch nicht beim internen Downscaling auf 4K oder 2K/FullHD.

Geht man dagegen in den S35-Sensor-Ausschnitt sind in 4K oder FullHD 11,9 ms erreichbar. Und wer im S16-Fenster in HD filmt kann sogar mit 5,5 ms arbeiten.

Erstes (Sensor-)Fazit

Die bisher von uns getesteten Werte lassen die Canon EOS C500 Mark II bereits sehr gut aussehen. Sie liefert echte 60p in 6K-Auflösung bei interner RAW Aufzeichnung und das in tadelloser Qualität. Der direkteste Konkurrent (aktuell die Sony FX9) schafft trotz vergleichbarem 6K Sensor intern nur 4K (und kein RAW). Eine Panasonic S1H kommt im Fullframe dagegen nicht über 30fps (ebenfalls ohne internes RAW) hinaus. Eine Kinefinity MAVO LF kann dagegen zwar bei der Sensorauslesung mithalten, kostet aber bei ähnlicher Ausstattung kaum weniger als die Canon EOS C500 Mark II. Doch die Canon bietet zusätzlich ein wirklich rundes Feature-Set in einem sehr kompakten Gehäuse, das die Kamera in fast allen Drehsituationen als gute Wahl dastehen lässt. Mehr hierzu in den bald folgenden Artikeln...

   

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