Editorials: slashCAM Highlights 2019: Welche Kameras haben uns besonders begeistert?

12.12.2019 von Rob



Welche Kameras haben uns überrascht, begeistert oder einfach fasziniert? Kurz vor Jahresende blicken wir auf die Technik zurück, die Eindruck bei uns hinterlassen hat. Im Folgenden unsere persönlichen Highlights des Jahres 2019:

DJI Mavic Mini

Die DJI Mavic Mini hatte uns beim slashCAM Praxistest tatsächlich positiv überrascht.

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Mit einem Gewicht unterhalb von 250g (249g von uns gewogen) darf die DJI Mavic Mini in Deutschland führerschein- und registrierfrei geflogen werden.

Zwar sollte man keine 4K 10 Bit Log Cine-Qualität von der neuen DJI Mini-Drohne erwarten aber für Social Media Ausspielungen in HD reicht die 2.7K Auflösung alle mal aus. Mit der AE-Lock Funktion lässt sich auch die Herausforderung von schwierigeren Lichtverhältnissen minimieren. Auch bei den Flugeigenschaften, der Akkuladung und der Stabilisierung gibt es wenig bei der DJI Mavic Mini auszusetzen.

Unser Tip: Vor dem Kauf mit der DFS Drohnen App der deutschen Flugsicherung checken, ob Flüge im gewünschten Zielgebiet erlaubt sind.

Canon C500 MKII

Mit der C500 MKII meldet sich Canon mit Wucht im professionellen Vollformat-Segment unterhalb von 20.000 Euro zurück - und dies inkl. 6K 12Bit internem RAW-Recording (hier der slashCAM Praxistest zur Canon C500 MKII).

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Canon hat bei der C500 MKII in unseren Augen eine hochkompakte Power-Cam geschaffen, welche die besten Eigenschaften für mobile, hochwertige Kameraproduktionen in sich vereint: Ein sehr guter Autofokus dank Dual Pixel AF, kompakte Abmessungen, geringes Gewicht, bemerkenswert hohe Modularität für Handkamera und Gimbal-Setups sowie zusammen mit stabilisierten Optiken eine sehr gute Stabilisierungsleistung im Verbund mit zusätzlicher elektronischer Stabilisierung.

Für uns derzeit die Referenz im Doku-Bereich. Auch den Postproduktionsworflow mit LOG und LUTs inkl. Canon Color-Science hat Canon bei der C500 MKII für schnelle Turnovers im Griff. Qualität hat jedoch auch seinen Preis und so sortiert sich die C500 MKII preisilich eher im oberen Segment ein.

Panasonic S1H

Keine Vollformat DSLM kommt derzeit an die Videospecs der Panasonic S1H ran: 6K 10 Bit Log und 4K 10 Bit 50p interne Aufzeichnung (unbegrenzt dank leisem Lüfter) und sogar externes ProRes RAW noch in Q1 2020. Hier unser slashCAM Praxistest zur Panasonic S1H

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Hinzu kommen ein hochwertige Ausstattung mit video-gerechter Schwenk-Monitor-Funktion, kompakte XLR-Funktionen via XLR-Adapter, dem derzeit besten Vollformatsucher sowie der besten Sensorstabilisierung aller DSLMs am Markt, uvm...

Wer auf der Suche nach der hochwertigsten Vollformat DSLM für den Videobereich ist, kommt derzeit nur schwer an der Panasonic S1H vorbei. Die Panasonic S1 sollte man hierbei jedoch auch nicht aus den Augen verlieren, denn wer auf 6K Aufnahme verzichten kann, erhält hier fast genau so viel für deutlich weniger Geld.

Sigma fp

Mit der Sigma fp hat Sigma viele Häkchen auf der Wunschliste von Indie-Filmern gesetzt: Vollformatsensor: Check!, „RAW“-Aufnahmefunktion: Check! Kleines aber modulares Gehäuse: Check! Hochwertige Verarbeitung: Check!, Flexibilität in der Postproduktion: Check!. Hier unser Praxistest mit der Sigma fp

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Es fällt schwer, sich der Faszination der Sigma fp zu entziehen: Hält man sie in der Hand, kreisen die Gedanken sofort um das perfekte Rigging und wie man bildtechnisch das Beste aus dem „Powerzwerg“ herausholen kann.

Dass wir die Sigma fp trotz ihrer minimalen Abmessungen in erster Linie für szenisches Arbeiten sehen, trägt paradoxer Weise eher noch zum Reiz bei … 4K-Pixelpeeper werden mit der fp vermutlich nicht ganz so glücklich werden - trotzdem ein starker erster Wurf von Sigma.

Sony FX9

Mit der FX9 schickt Sony die Vollformatvariante seiner erfolgreichen FS7 ins Rennen. Wir hatten auf slashCAM hier die Möglichkeit zu einem ersten Hands-On mit der Sony FX9 und arbeiten derzeit am ausführlichen Test.

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Bereits bei unserem Hands-On macht der aus den Sony Alphas übernommene Autofokus einen sehr guten Eindruck. Hinzu kommen ergonomische Detailverbesserungen, Dual Base ISO, das neue S-Cinetone Farbprofil, verbesserte 4K Auflösung dank 6K Oversampling und letztlich auch ein ziemlich attraktiver Preis für die Sony FX9 (Kosten für Speichermedien mal kurz außen vor gelassen ;-) - mehr zur Sony FX9 in Kürze auf slashCAM ...

Sirui Anamorphic 1.33x 50mm Objektiv

Das Sirui Anamorphic 1.33x 50mm hatten wir auf der IBC 2019 entdeckt

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… und gleich auch das Interview mit Sirui mit dem 1.33x 50mm Anamorphoten in der MFT-Version an unserer Panasonic GH5S aufgenommen - was dann wie folgt aussah:

Beim Hands-On auf dem Messestand von Sirui hat uns der kleine Anamorphot ziemlich gut gefallen: Saubere Verarbeitung, Metallgehäuse, typisches Widescreen-Bokeh und „Lightstreaks“, angenehm gedämpfter manueller Fokus... Wenn die Verarbeitung der Serie auf gleichem Niveau liegt, hat Sirui hier einen kleinen Knaller im Portfolio. Verfügbar soll das Sirui Anamorphic 1.33x 50mm ab Januar 2020 zu einem Preis um die 700,- Euro sein.

Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K

Es bleibt beeindruckend, wie es Blackmagic Design Jahr für Jahr schafft, das beste Preis-Leistungsverhältnis für RAW-fähige Kameras im MFT- und S35-Segment zu bieten.

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Die aktuelle Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K mit S35 Sensor macht hier keine Ausnahme. Man spürt bei Blackmagic an vielen Details die Erfahrung, die sich der Produktion von raw-fähigen Kameras mittlerweile angesammelt hat: Stabiles Betriebssystem inkl. sehr guten Monitoring-Tools die zu den besten ihrer Klasse zählen, gute ColorScience, neuer Blackmagic-RAW Codec und natürlich ein Postproduktionsworkflow vom Feinsten dank beigelegter Vollversion von DaVinci Resolve 16. Hier unser Vergleichsvideo zwischen der „gespeedboosterten“ Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K und der neuen 6K:

Wer sich noch ausführlicher mit der Pocket 6K beschäftigen möchte, findet hier unseren Praxistest und hier unseren Labortest.

Und Apropos Preis-Leistungsverhältnis: Die größte Konkurrenz zur 6K sehen wir in der Pocket Cinema Camera 4K aus gleichem Haus - mit Speedbooster definitiv auch eine Überlegung wert ...

Nikon N-Log für die Z6

Nikon scheint tatsächlich das Bewegtbildsegment mittlerweile fest im Visier zu haben.

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Nicht nur hat Nikon mit der Z6 seine bislang beste videofähige Kamera herausgebracht, sondern dürfte auch der erste Hersteller sein, der ProRes RAW Aufzeichnung im DSLM-Segment im Verbund mit dem Atomos Ninja V unterstützen wird. Darüber hinaus hat Nikon mit der Bereitstellung der Nikon N-Log LUT diesen Sommer eine wichtige Voraussetzung für das einfachere Arbeiten mit höherwertigerem 10 Bit Log-Material der Z6 (via HDMI aufgenommen) geschaffen.

Bei unserem Test mit der neuen Nikon LUT produzierte die N-Log LUT sehr gute Hauttöne. Hinzu kommen bei der Z6 ein guter Video-Autofokus, Sensorstabilisierung und ein hochwertiger Sucher. Die Z6 stellt damit ein ziemlich rundes Foto/Video Paket dar. Einzig bei der Objektivauswahl in Sachen Z-Mount sieht es noch etwas mager aus - aber hier vertrauen wir einfach mal auf die Zukunft ...

ARRI ALEXA Mini LF

Zu Beginn des Jahres hat ARRI seine Large Format Familie um die ALEXA Mini LF ergänzt. Hier unser Hands On mit der große Schwester.

Beim AG-DOK Large Format Cine Kamera Test 2019, bei dem wir auch mit von der Partie waren, hat sich beeindruckend gezeigt, auf welch hohem Niveau der ALEV Sensor der ARRI LF-Familie vor allem beim Dynamikumfang, bei der Hauttonwiedergabe und bei der Farbstabilität agiert.

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Mit der Alexa Mini LF dürfte ARRI seine beeindruckende Erfolgsgeschichte im High-End Cine Bereich weiter fortschreiben.

GoPro Hero 8 Black

Bei unserem letzten Vergleich zwischen der GoPro Hero7 Black und der DJI Osmo Action waren beide Action-Cams ziemlich gleich auf gewesen. Mit der aktuellen GoPro Hero 8 Black (Test demnächst auf slashCAM Online) positioniert sich GoPro im Rennen um die beste Action Cam ein Stückchen vor der chinesischen Konkurrenz.

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Vor allem bei der Detailwiedergabe, bei den Hauttönen Out of the Box und bei den neuen Timewarp-Funktionen kann sich die GoPro Hero 8 Black absetzen. Mehr zu GoPro Hero 8 Black in Kürze auf slashCAM...

Atomos Shinobi

Atomos hat seinen 5“ 1.000 Nits Shinobi Monitor Anfang des Jahres vorgestellt und damit seinen ersten kompakten On-Kamera-Monitor ohne Aufnahmefunktion. Hier unser Praxis-Hands-On mit dem Atomos Shinobi.

Der Shinobi hat uns vor allem auf Grund seines extrem niedrigen Gewichts bei trotzdem umfassenden Monitoring-Funktionen gefallen: Waveform, HDR, Peaking, Zebra, FalseColor, FrameGuides, LUT-Uploads uvm.

Für uns ein tolles Leichtgewichts-Setup zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis - vor allem im Verbund mit kleineren DSLMs. Wer SDI benötigt, hat für ca. 100,- Euro mehr jetzt auch eine Shinobi SDI-Variante als Option. Mit Hinblick auf alle kommenden ProRes RAW Kameras ist zwar klar der Ninja V der „Star“ im Atomos Line-Up – und dabei auch spürbar wertiger verarbeitet als der Shinobi - aber wer einfach nur gutes, günstiges Monitoring benötigt, wird mit dem Shinobi sehr gut bedient. Der Atomos Shinobi läuft bei uns seit Anfang des Jahres ohne Probleme an unserem GH5S Interview-Setup.

Soweit erstmal unsere persönlichen 2019 Hardware-Highlights. Es gäbe natürlich noch viel mehr zu sagen, aber dafür reicht mal wieder die Zeit nicht.

Was waren eure Highlights 2019?

   

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