Kurztest: slashCHECK / Nachgereicht - Günstige SATA-SSDs an der Sigma fp Teil 2

15.01.2020 von Rudi Schmidts



Wir hatten ja zuletzt nur erfolglos versucht, an der Sigma fp eine externe SATA-SSD zur RAW Aufzeichnung zu nutzen. Eigentlich war das ganze auch nur als kurzer Schnellcheck geplant jedoch forderten einige Leser doch nicht so schnell aufzugeben. Und auch uns selbst hat es natürlich weiterhin interessiert, ob man nicht doch noch eine funktionierende Lösung hinbekommen kann. Also haben wir einen weiteren Versuch gestartet…

SATA statt Samsung T5an der Sigma fp

Sigma hat für seine fp Kamera bislang einzig eine relativ teure Samsung T5 als externe SSD für die RAW-Aufzeichnung zertifiziert. Doch über einen USB-C->SATA-Adapter sollte man eigentlich auch günstigere SSDs mit ähnlichen Datenraten an der Kamera betreiben können. Dies funktionierte jedoch bei unserem letzten Test weder mit einem NoName-Kabel noch mit dem EasyULT USB C SATA-Kabel (Genauere Bezeichnung: USB 3.1 Type C auf SATA III 2.5" Festplattenadapter für 2,5-SATA HDD SSD 7 + 15 Pin,Thunderbolt 3 kompatibel - SATA I/II/III).

Kabel/Adapter Details

Die Anforderungen an ein Kabel scheinen also nicht beliebig zu sein, sondern man sollte wohl auf mehr Details achten. Für unseren nächsten Versuch haben wir daher zu dem "UGREEN Festplattengehäuse 2,5 Zoll USB C 3.1 Gen 2 auf SATA III bis zu 6 Gbps" gegriffen. Dieses unterscheidet sich von unseren bisherigen Adaptern durch die Unterstützung von USB C 3.1 Gen 2, das auf dem Papier Daten doppelt so schnell übertragen kann wie ein "normales" USB C Gen 1-Kabel. (10 Gbps statt 5 Gbps).

UGREEN Festplattengehäuse 2,5 Zoll USB C 3.1 Gen 2
UGREEN Festplattengehäuse 2,5 Zoll USB C 3.1 Gen 2

Eigentlich sollten 5 Gbps für die Sigma fp ja völlig ausreichend sein. Aber vielleicht macht ja der satte Puffer doch einen Unterschied.

Ist USAP relevant?

Als weitere Besonderheit unterstützt dieses Festplattengehäuse das USAP Protokoll (USB Attached SCSI Protocol). Dieses Protokoll beherrscht auch die Samsung T5 und könnte ebenfalls ein entscheidender Faktor zum Gelingen gewesen sein. Denn nur mit diesem Protokoll liefert die Samsung T5 unter Windows und MacOS die vollen Transferraten. Und vielleicht setzt eben auch Sigma in der Kamera auf diesen Schreibmodus, der vom alten SCSI-Interface abgeleitet wurde. (Na, wer kennt SCSI noch?;)

Die Unterschiede im Crystal MarkBenchmark

Wie sich dies in der Realität auswirkt kann man schön im Crystal Mark Benchmark sehen. Wir haben für den Vergleich einmal eine Samsung T5, sowie eine Sandisk UltraII SSD mit 1TB an einem aktuellen USB-C 3.1 Gen 2 Controller am PC gemessen. Die Sandisk haben wir dabei einmal über unseren EasyULT und einmal über das neue UGREEN Festplattengehäuse betrieben.

Mit klar sichtbaren Unterschieden:

SanDisk Ultra II 960GB an UGREEN USB 3.1 Gen2
SanDisk Ultra II 960GB an UGREEN USB 3.1 Gen2

Samsung T5 1TB
Samsung T5 1TB

SanDisk Ultra II 960GB  an EasyULT USB 3.1 Gen1
SanDisk Ultra II 960GB an EasyULT USB 3.1 Gen1

Wie man sehen kann, ist die Sandisk UltraII am Gen1 Controller deutlich langsamer als am Gen 2 Controller mit USAP. Gleichzeitig ist die Samsung T5 kaum schneller als die schon etwas betagte, aber immer noch sehr schnelle Ultra II.

Der Praxis-Test

Bleibt natürlich noch der Praxis-Test. Während die Ultra II am Gen1-Controller trotz eigentlich ausreichender Reserven dann auch tatsächlich schon nach wenigen Sekunden die Aufnahme an der Sigma fp abbricht, lässt sich mit dem Gen2 Controller von UGREEN die komplette UltraII ohne Abbruch bespielen (bzw. bis der Akku der Sigma leer war).

Fazit

Offensichtlich kann man an der Sigma fp auch normale SATA-SSDs zur externen RAW-Aufzeichnung nutzen, solange man ein USB Gen 2 Interface mit USAP-Unterstützung benutzt. Dies lohnt sich vor allem bei größeren Kapazitäten. Denn eine Samsung T5 mit 2 TB kostet noch weit über 300 Euro, während man schnelle 2TB SSDs auch schon unter 200 Euro bekommen kann. Interessant ist vor allem, dass sich über solche Lösungen auch SSDs mit 8 TB oder mehr an die Sigma fp anschließen lassen. Dabei muss man allerdings darauf achten, dass diese SSDs die hohen Schreibraten auch dauerhaft (und nicht nur für einen kurzen Zeitraum von einigen Minuten) aufrecht erhalten können.

   

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