Test: Der Sensor der Sony Alpha 7S III - Rolling Shutter und Debayering

08.10.2020 von Rudi Schmidts



Endlich durften wir eine finale Version der Sony A7SIII in unserem Messlabor begrüßen und tatsächlich hat Sony mit seiner neuesten DSLM für Filmer ein paar nette Überraschungen parat, welche die Kamera vom Vorgängermodell deutlich absetzen. Damit meinen wir nicht nur die hinzugekommene interne 10 Bit Aufzeichnung, sondern auch das Sensorverhalten an sich...

Wir hatten natürlich schon Stichproben mit dem Vorserienmodell gemacht, die uns aufhorchen ließen. Allerdings erlaubte Sony nicht Messergebnisse eines Vorserienmodells zu veröffentlichen weshalb wir uns noch einige Zeit auf die Lippen beißen mussten. Doch jetzt gibt es finale Modelle und damit auch endlich eine Einschätzung von uns...

4K-Debayering

Mit Frameraten von 24-60fps nutzt die Sony Alpha 7SIII die gesamte Sensorfläche. Da die Kamera eine horizontale Auflösung von ca. 4,2K (4240 Sensel) besitzt und maximal 4K UHD mit 3840 Horizontalpixeln aufzeichnet profitiert sie tatsächlich von den zusätzlichen Senseln beim Debayering:

 Sony A7SIII - Readout FullFrame 4,2K, Record UHD 4K 24-60fps
Sony A7SIII - Readout FullFrame 4,2K, Record UHD 4K 24-60fps

Gegenüber einem 1:1 Sensorreadout werden tatsächlich weniger Artefakte sichtbar und die Qualität geht deutlich in Richtung hochqualitatives Downscaling. Hier ist Sony in unseren Augen ein guter Kompromiss zwischen riesigen, lichtstarken Senseln (8.40µm) und mehr als passabler Debayering-Qualität gelungen.

In 100-120p muss die Kamera den Sensor trotzdem "einen Gang runter schalten". Für die hohen Frameraten nutzt sie ungefähr 90 Prozent der Sensorfläche was in unseren Berechnungen horizontal ziemlich exakt 3840 Horizontal Pixeln entsprach. Mit 100-120p nutzt die Kamera demzufolge ziemlich sicher einen 1:1 Sensor-Readout:

 Sony A7SIII - Readout 90% 3,8K, Record UHD 4K 100-120fps
Sony A7SIII - Readout 90% 3,8K, Record UHD 4K 100-120fps

Unsere Vermutung spiegelt sich auch den sichtbaren Artefakten wieder: Hier treten nun deutlich Zipper in den Sweeps zutage und in den äußeren Ringen sieht man Aliasing-Artefakte. Nichtsdestotrotz muss man sich auch hier vor Augen halten, dass die A7SIII diese 120p praktisch ohne Zeitbegrenzung aufzeichnen kann. Bei einem Crop-Faktor von 1,1.

Die HD-Modi haben wir nur kurz angetestet, weil diese ebenfalls den vollen Sensor-Readout nutzen und anschließend herunterskalieren. Da eine Skalierung in der Post meistens mehr Reserven bereithält und etwaige Codec-Artefakte zusätzlich maskieren kann, ist es grundsätzlich empfehlenswert mit der A7SIII immer in 4K zu arbeiten. Gleiches gilt auch für den ...

Rolling Shutter

Beim Rolling Shutter gab es dann die größte Überraschung: Im vollen Sensorreadout mit 24-60p bei 4K UHD Aufzeichnung haben wir fast exakt 9ms gemessen! Das ist für einen Fullframe Sensor absolute Spitzenklasse. Die einzige Kamera bei der wir schon einmal ähnliche Zeiten gesehen haben, war die URSA Mini Pro 4,6K II, die jedoch "nur" einen S35-Sensor besitzt.

Bei 100-120p verkürzt sich die Auslesezeit sogar noch auf 7,8 ms, was aufgrund der geringeren Sensorfläche zu erwarten war. In HD ließen sich exakt die gleichen Rolling Shutter Zeit messen (24-60p 9 ms, 100-120p 7,8ms)

Fazit Sensor-Verhalten Sony Alpha A7S III

Vor erscheinen der Alpha 7S III wurde bereits gemunkelt, dass das neue Modell in vielerlei Hinsicht dem Vorgänger deutlich überlegen sein wird. Und dass damit nicht nur die interne 10 Bit-Aufzeichnung gemeint ist. Tatsächlich hat Sony mit der der A7SIII nun auch geliefert. Und sogar noch mehr als man ursprünglich zu hoffen gewagt hat. Das Debayering ist unter Berücksichtigung auf das Grundkonzept der Kamera (Riesensensel bei 4K Auflösung) bestmöglich implementiert. Und die Rolling Shutter Zeiten definieren einen neuen Goldstandard bei Fullframe-Kameras. Nun sind sicher nicht nur wir gespannt, was wir bald über die Dynamik mit den großen Senseln berichten können....

   

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