Test: Blackmagic DaVinci Resolve GPU-Tests mit Apple M1 MacBook Pro 13 Zoll

20.11.2020 von Rudi Schmidts



Nachdem wir ja in letzter Zeit immer mal wieder sporadisch Laptops auf ihre spezielle Eignung für die Videobearbeitung abgeklopft haben, schreien die neuen Apple M1-Modelle ja förmlich danach auch einmal unter diesen Aspekten unter die Lupe genommen zu werden. Damit ihr nicht allzu lange warten müsst, haben wir wieder einmal einen Artikel gesplittet, um euch bereits erste Teilergebnisse unter Resolve präsentieren zu können.

Tatsächlich sollte man stark differenzieren, welche Aufgabenbereiche in Resolve letztendlich genutzt werden. Beim Playback (also der Wiedergabe von der Timeline) sowie beim Export kann Apples M1 deutlich punkten, weil der Chip das En-und Decoding aktueller Formate in Hardware unterstützt. Wer viel mit solchen unterstützten Formaten arbeitet wird mit einer sehr flüssigen Timeline Wiedergabe belohnt. Muss dagegen zum Decoding die CPU herangezogen werden, so verhält sich der Prozessor wie vergleichbare AMD- oder Intel Modelle. Erste Leistungshinweise für nicht in Hardware beschleunigte Codecs bietet bereits der Blackmagic RAW Speedtest.

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In einer von uns gepflegten Tabelle zeigt sich der CPU-Part von Apples M1 dabei auf Augenhöhe mit aktuellen 6-8 Core Mobil-CPUs von AMD und Intel.

Bei der GPU-Decodierung kann Apple sich grundsätzlich über eine optimierte Metal Implementation freuen, die unter MacOS schneller arbeitet als unter Windows. Dies fällt unter anderem dadurch auf, dass AMDs GPUs In Resolve unter MacOS grundsätzlich schneller agieren als unter Windows.

Gleichzeitig hat die Apple M1-GPU eine sehr effektive Hauptspeicheranbindung, was einerseits eigenes VRAM quasi überflüssig macht und gleichzeitig Speicherzugriffe beim Datenschaufeln gegenüber anderen Lösungen ohne dediziertes VRAM deutlich beschleunigt. Dadurch kann Apple hier wirklich deutlich über seiner typischen Leistungsklasse agieren. Sobald jedoch wirklich "harte" Berechnungen anfallen, wie beispielsweise bei einer Noise Reduction limitieren im M1 die verfügbaren Recheneinheiten (Shader/Cores/Whatever). Dies wollen wir folgenden näher belegen...

Typische Performance unter Resolve

Wir hatten für diesen Test ein brandaktuelles 13 Zoll MacBook Pro mit 16MB zur Verfügung. Auf diesem installierten wir Blackmagics DaVinci Resolve in der nativen ARM-Beta Version 17.1. und ließen unsere typischen Filter-Testfälle laufen. Eine Tabelle sagt mehr als tausend Worte, darum hier gleich ein Blick auf die Messwerte sowie ein paar Vergleichswerte von anderen Notebooks die bei uns schon mal früher in der Redaktion waren:

Mobile 4K, Resolve 16 / Beta 17.1
MODELLmax. Curved CC Nodes 24pMotion Blur Better,Large,30.0Spatial NR,small,50,50Spatial NR,small,100,100Temp NR 1 Faster Small 50 50 50Temp NR 2 better large 50 50 50

MacBook Pro 2020 ARM

137,57,52116

MacBook Pro 2018 Radeon Pro 580X

197154125,5

MSI P65 GTX 1070Q

381924+7,524+15

HP Pavilion 17 GTX 1660Ti

4219,524+8,524+14,5

Lenovo Legion Y540 17IRH RTX 2060

50+24+24+1024+18,5

MSI P65 S9F RTX 2070 Max-Q

50+24+24+18,524+24+

Gigabyte AERO 17 HDR RTX 2070 Super

50+24+24+12,524+20

Alle Benchmarks unter 16er-/17er-Versionen von DaVinci Resolve Studio. Die erste Spalte beschreibt wie viele CC-Nodes maximal bei 24 fps erreichnar sind. Alle übrigen Werte stellen die Wiedergabe in fps dar. Die Messungen wurden ohne aktive Scopes sowie ohne eine aktive Vorschaukarte ermittelt.

Wie zu erwarten ist das neue MacBook Pro für einen derart stromsparenden Prozessor sehr schnell, kommt allerdings nicht an aktuelle portable Gaming- und Workstation Rechner heran, sobald es wirklich aufwändige Aufgaben unter DaVinci Resolve zu erledingen gibt. Erstaunlich ist jedoch, wie nahe es an ein Macbook Pro von 2018 herankommt, das seinerzeit immerhin mit einer dedizierten Polaris Radeon Pro GPU (580X) ausgestattet war.

Gegenüber aktuellen, dedizierten Nvidia-Mittelklassechips haben die aktuellen M1-GPUs unter Resolve dagegen deutlich das Nachsehen. Selbst eine kleine, mobile GTX-1660 Ti berechnet unsere Testclips im Durchschnitt dreimal schneller als das aktuelle MacBook Pro 13 Zoll.

Sonstiges

Bemerkenswert war außerdem, dass das MacBook Pro auch ohne Netzteil genau so schnell arbeiten konnte wie mit angeschlossenem Netzteil. Bei leistungsfähigen Notebooks ist dies normalerweise nicht Fall. Auch dass der Lüfter unter Last nur kaum hörbar anspringt bzw. das MacBook praktisch gar nicht in eine Überlastung getrieben werden kann könnte für manche Anwender ein wichtiges Kaufargument sein.

Erstes Zwischenfazit

Apples neuer M1 ist kein Wunderprozessor sondern eine erstaunlich gut abgestimmte CPU, deren integrierte GPU aus dem Stand an Intels und AMDs verfügbaren integrierten Lösungen vorbeizieht. Gerade die Kombination mit den gut unterstützten Hardware-En- und Decodern bei extrem geringen Stromverbrauch machen die neuen MacBooks vor allem für ultramobile Resolve-Anwender interessant. Es gibt deutlich schnellere Laptops und Notebooks für die mobile Arbeit mit Resolve, aber keines bringt mit einem derart geringen Stromverbrauch eine vergleichbare Leistung auf den Schoß. Und weniger Strom bedeutet in diesem Fall auch weniger Abwärme, weniger Lärm und lange Akkulaufzeiten.

Creator, die unter Resolve nicht mehr als die gebotene Leistung benötigen, bekommen diese mit dem neuen Macbook Pro in einer sehr begehrenswerten Verpackung. Doch an einem Naturgesetz ändert auch der neue M1-Prozessor nichts: Klobiger gibts vergleichbare Resolve-Leistung auch weiterhin deutlich günstiger.

   

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