Test: Sony FX3 vs Canon EOS R5 im Vergleich - welche Kamera wofür? Hauttöne, Autofokus, Auflösung, uvm..

09.03.2021 von Rob



Wie schlägt sich die neue Sony FX3 im Vergleich zur Canon EOS R5? Beide Vollformatkameras bewegen sich in etwa in der gleichen Preisklasse und stellen hochwertige Filmwerkzeuge dar. Trotzdem unterscheiden sie sich Teils deutlich voneinander. Für welche Projekte eignet sich welche Kamera am besten? Hier unser ausführlicher Bericht aus einem direkten Praxisvergleich – inkl. Sony A7S III.

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Vor Ort im direkten Praxis-Vergleich hatten wir hier die Sony FX3 und die Canon EOS R5. Da sich die Sony FX3 und die Sony A7S III jedoch Dank gleichem Sensor viele Bildcharakteristiken teilen, erwähnen wir die FX3 und A7S III überall dort zusammen, wo es auch technischer Sicht Sinn macht.

Video-Auflösung bis 30p

In der Disziplin Video-Auflösung bis 30p liegt die Canon EOS R5 vor der Sony FX3/A7S III – und dies nicht nur beim offensichtlichen Vergleich der maximal möglichen, internen Videoauflösung (max. 8K Canon versus max. 4K Sony) sondern auch beim Vergleich der qualitativ hochwertigsten 10 Bit 4K Formate (4K-HQ bei Canon und XAVC S-I 4K bei Sony).

 Sony FX3 vs Canon EOS R5, 4K 10 Bit LOG ALL-I bei 100% - für Vollbild klicken!
Sony FX3 vs Canon EOS R5, 4K 10 Bit LOG ALL-I bei 100% - für Vollbild klicken!

Canon profitiert hier vom Downsamplig aus der höheren Sensorauflösung von 45 MP versus 12 MP bei der Sony A7S III – und dies ohne überschärft zu wirken.

 Sony FX3 vs Canon EOS R5, 4K 10 Bit LOG ALL-I bei 300% - für Vollbild klicken!)
Sony FX3 vs Canon EOS R5, 4K 10 Bit LOG ALL-I bei 300% - für Vollbild klicken!)

Da beim 4K HQ Modus der gesamte 8K Sensor der Canon R5 ausgelesen und intern auf 4K herunterskaliert wird, gelingt hier eine nahezu perfekte 4K-Auflösung. Der Auflösungs-Unterschied ist auch in der Praxis recht deutlich im direkten Vergleich zu sehen und hinterlässt einen recht hochwertigen Bildeindruck bei der R5.

Wer auf der Suche nach dem bestmöglich aufgelösten 4K Bild bzw, einem entsprechenden „Pop“ ist – beispielsweise, weil ein besonders auflösungsstarker/sauberer Bildeindruck (Werbung, Musik-Promotion etc,) - oder leichte Crop-Ins oder Zooms in das 4K-Material benötigt werden, ist hier bei der Canon EOS R5 besser aufgehoben.

Anders stellt sich das Thema 4K-Auflösung jedoch dar, sobald höhere 4K Frameraten zwischen 50 und 120 fps mit (nahezu) kompletter Vollformat-Pixelauslesung benötigt werden ...

Videoauflösung 50-120p

Während die Sony FX3/A7S III eine nahezu gleichbleibende 4K-Aufllösung zwischen 24 und 120 fps bietet, greift die Canon EOS R5 oberhalb von 30 fps zu Lineskipping/Binning und bietet hier keinen HQ-Modus mehr an.

Canon EOS R5 4K Standard Vollformatauslesung 50-120p
Canon EOS R5 4K Standard Vollformatauslesung 50-120p

Auch die interne 8K RAW Aufzeichnung steht oberhalb von 30 fps nicht zur Verfügung. Entsprechend wendet sich das Auflösungs-Blatt bei Bildraten oberhalb von 30 fps und Vollformatauslesung zu Gunsten der Sonys.

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Sony FX3 / A7S III 4K Vollformatauslesung 50-120p

Wer also häufiger mit Frameraten zwischen 50-120 fps dreht und hierfür auf der Suche nach einer qualitativ hochwertigen Vollformat-4K Auflösung ist, dürfte in diesem Fall bei der FX3/A7S III eher fündig werden (Ausnahme: 4K 50/60p via S35/APS-C Crop bei der Canon EOS R5).

S35/APS-C 4K Crop-Optionen

Wer gelegentlich auch mit Super-35 oder APS-C Optiken unterwegs ist, dürfte entsprechende S35-Readout-Optionen zu schätzen wissen. Auch wer S35-Bildwinkel mit Vollformatoptiken benötigt und diese bereits bei der Aufnahme für schnellere Turnovers in der Postproduktion nutzen möchte, erhält mit entsprechenden Crop-Optionen willkommene Alternativen an die Hand. Um diese in 4K ohne Interpolation nutzen zu können, muss der Sensor jedoch ausreichend Pixel zur Verfügung stellen.

Kann auch APS-C Objektive nutzen – allerdings dann ohne native 4K Auflösung
Kann auch APS-C Objektive nutzen – allerdings dann ohne native 4K Auflösung

Mit der Sony FX3 /A7S III können auch APS-C-Objektive genutzt werden - allerdings reicht die 12,9 MP Sensorauflösung für einen nativen 4K-APS-C Crop nicht aus. (Hier muss via Clear Image Zoom ein „Upscaling-Hack“ erfolgen, was zu einer verminderten 4K Qualität führt (die jedoch für ein 4K-Delivery immer noch besser sein dürfte, als das „offizielle“ HD-Upscaling in der Postproduktion).

Bei der Canon EOS R5 existiert hingegen auf Grund der hohen 45MP Sensorauflösung ein qualitativ hochwertiger S35/APS-C Crop der downgesampeltes 4K-Material zur Verfügung stellt. Hierbei wird (unseren ersten Tests nach) von einer Auflösung knapp oberhalb von 5K auf 4K downgesampelt.

Und dieses vom S35-Crop generierte 4K löst bei der Canon EOS R5 deutlich höher auf, als das Standard Vollformat-4K. Hinzu kommt, dass in 24-30p hier keine Hitzewarnungen bei unseren Tests aufgetreten sind (das 30-min Aufnahmelimit bleibt hier trotzdem bestehen).

Und auch das 4K 50/60p im S35-Crop (dann inkl. Hitzelimit bei angezeigten 20 Minuten) liegt qualitativ deutlich über dem Standard 4K 50/60p der Canon EOS R5 mit Vollformatauslesung. (Interessant könnte beim Thema S35/APS-C Crop auch der neue Canon RF Speedbooster für EF Vollformat-Objektive sein).

Unterm Strich bietet die Canon EOS R5 in Sachen S35/APS-C Crop die größere Flexibilität und verfügt im Cropmodus zusätzlich über qualitativ hochwertiges 4K zwischen 24-60p.

Hauttöne

Eine anerkannt gute Hauttonreproduktion war lange Zeit das Markenzeichen von Canon und auch die EOS R5 bildet hier keine Ausnahme. Doch auch Sony hat mit seiner neuen Colorscience seit der Sony Venice gehörig aufgeholt und agiert hier mittlerweile ebenfalls auf bemerkenswert hohem Niveau.

Bei unseren Tageslicht-Vergleichsshots hatte unserem Eindruck nach mal die eine und mal die andere Kamera - je nach aktueller Lichtsituation - bei der Hauttonwiedergabe die Nase vorne. Für uns ist es daher unmöglich zu sagen, welche Kamera hier „besser“ performt – zumal hier auch stets viel persönliche Präferenz mitschwingt. Und im Gegensatz zu unseren A7S III Tests haben wir bei der FX3 keinen Grünstich mehr im LOG-Material feststellen können.

Unseren Erfahrungen nach tendiert das Sony S-Log 3 Material der FX3 bei Hauttönnen inkl. offiziellen Sony REC 709 LUT eher in Richtung Magenta und nimmt gut eine minimale Korrektur nach grün hin an während das 10 Bit Canon Log-Material inkl. REC 709-LUT genau umgekehrt eher hin zu etwas grün tendiert und eine minimale Korrektur hin zu Magenta gut annimmt. Insgesamt lässt sich das Canon Log-Material zumindest für uns geringfügig einfacher hin zu wärmeren Hauttönen graden - aber wir sprechen hier über sehr feine Nuancen.

Dass das Rennen um die Hauttöne so eng geworden ist, zeigt unserer Meinung vor allem, wie sehr Sony hier in den letzten Jahren aufgeholt hat. Hinzu kommt: Da beide Kameras über 10 Bit Farbtiefe (und mehr) verfügen, können die Farben über einen sehr weiten Bereich angepasst und damit quasi nach Belieben verändert werden.

Ausschlaggebender empfinden wir auch bei den Hauttönen die bereits genannten Auflösungsunterschiede, weil diese auch direkt in die Hautdarstellung mit hineinspielen. Trotz oder gerade wegen der höheren 4K Bildauflösung rendert die Canon EOS R5 sowohl bei 8K>4K Dowsncaling als auch bei 4K HQ bis 30p eine sehr homogene Hautstruktur.

Ob hier trickreiche KI im Hintergrund werkelt, können wir nicht sagen - jedenfalls gelingt Canon ein bemerkenswert guter Mix aus maximaler 4K Auflösung und angenehmer Hautdarstellung ohne in den populären „Fallen“ Denoising/Hautglättung einerseits und Nachschärfung andererseits zu tappen. Bei höheren Frameraten zwischen 50-120 fps gewinnt Sony bei der qualitativ hochwertigen 4K-Auflösung jedoch die Oberhand (Ausnahme: 4K S35-Crop bei der R5).

Insgesamt agieren beide Kameras bei der Hauttonreproduktion auf erfreulich hohem Niveau. Für Beauty-/Product-Shots, Musik,Werbung etc. die in 24/25p mit 4K als Zielformat produziert werden sollen, würden wir beim Thema Hauttöne zur Canon mit entweder 4K HQ oder 8K Raw greifen. Sind hingegen eher Slowmotion-Aufnahmen zwischen 50 und 120p (oder Longform-Formate wie Interview/Doku etc. s.u.) gefragt, wäre die Sony A7S III unsere erste Wahl.

Autofokus

Für einen optimalen Video-Autofokusvergleich haben wir die Sony FX3 und die Canon EOS R5 mit gleichwertiger Optik bei 200mm Brennweite und einer f2.8 mit aktiviertem Facetracking parallel gefilmt, während Caro auf die Kameras zugerannt ist.

Bei der Sony FX3 kam das FE 70–200 mm F2,8 GM OSS zum Einsatz und bei der Canon das RF 70-200MM F2.8L IS USM – beides extrem performante Objektive.

Die AF-Systeme beider Kameras arbeiten in diesem Setup auf dem gleichen, überragenden Niveau. Wir sind die Sequenzen Frame für Frame durchgegangen und haben bei beiden Kameras keine AF-Unsicherheiten feststellen können. Beide Autofokussysteme zeichnen sich hier durch hohe Zuverlässigkeit bei gleichzeitig hoher Geschwindigkeit aus. Absolut beeindruckend, was Canon und Sony hier aktuell leisten.

Stabilisierung

Den Stabilisierungsvergleich gewinnt die Canon EOS R5 im Verbund mit dem RF 70-200MM F2.8L IS USM überraschend deutlich für sich. Sony hat bei der Abstimmung seiner Stabilisierung noch deutlich Luft nach oben. Dies gilt sowohl für die Stabilisierungsleistung mit als auch ohne zugeschaltetem, elektronischem Bildstabilisator (Active Mode bei Sony und Digitaler IS bei Canon).

Im Hinterkopf sollte man bei unseren Stabilisierungsvergleichen behalten, dass wir uns hier vor allem Portrait-Ausschnitte angeschaut haben (die wir für meist relevanter für die Stabilisierung halten). Bei Weitwinkel-Ausschnitten kann sich (vor allem bei den Bildrändern) ein anderes Bild ergeben. Und ebenfalls nicht vergessen sollte man hierbei, dass die Stabilisierungsleistung immer auch im Zusammenspiel mit der jeweiligen Optik zu sehen ist.

Doch auch wie bei unserem Sony A7S III vs Panasonic S1H vs Canon EOS R5 Stabilisierungsvergleich hat sich die Sony hier deutlich schwerer getan.

Wer also eine Kamera-Objektiv-Kombination mit sehr guter Stabilisierungsleistung benötigt, dürfte in den meisten Fällen eher bei Canon (oder ggf. Panasonic) fündig werden. Und dies nicht nur, weil die Canon EOS R5 über eine gute Sensorstabilisierung verfügt, sondern auch, weil wir keinen anderen Hersteller kennen, der so konsequent Stabilisierungssysteme in seine Objektive verbaut.

Gute Beispiele hierfür sind im aktuellen RF-Mount-System „Workhorse-Objektive“ wie das 35mm f1.8 und das 24-70mm f2.8. Weder Sony (noch Panasonic oder Nikon) bieten diese mit optischer Bildstabilisierung an.

Rolling Shutter

Der klare Gewinner beim Rolling-Shutter sind die aktuellen Sony A7S III und FX3. Kein anderes uns bekanntes Vollformatsystem bietet derart niedrige Rolling-Shutterwerte.

Gemessen haben wir die Rolling Shutter Zeiten bei der Sony A7S III wie folgt: Bei 4K Frameraten zwischen 24-60p = 9,2ms, bei Frameraten zwischen 100-120p = 7,8ms. Die FX3 Rolling Shutter Werte lagen ebenfalls bei extrem niedrigen 9,2ms für 24-60p sowie bei 8,3ms bei 100-120p und das bei nahezu vollem Pixelreadout.

Mt dieser schnellen Sensorelektronik kann die Signalverarbeitung der Canon EOS R5 nicht mithalten. Bei 8K und 4K HQ bis 30p haben wir bei der Canon EOS R5 16ms, bei 4K 60p (ohne HQ und damit ohne vollen Pixelreadout) 10ms und bei 4K 120p (ebenfalls ohne vollen Pixelreadout) 8ms gemessen.

Zur Einordnung: Mit ihren 16ms liegt die Canon auf einem soliden zweiten Platz (hinter den aktuellen Sony Vollformatsensoren) aller von uns bislang gemessenen Vollformat-DSLMs.

Wer häufiger sehr schnelle Bewegungen (Sport) einfrieren oder in qualitativ möglichst hochwertigen Zeitlupen auflösen möchte, ist auf jeden Fall besser mit der FX3/A7S III bedient.

Wärmemanagement / Aufnahmelimits

Beim Wärmemanagement hat die Canon EOS R5 zwar nach Firmwareupdates deutlich Boden gut gemacht – doch an die Aufnahmezeiten der Sony FX3 / A7S III kommt sie (bislang) nicht heran:

Bei der Sony FX3 haben wir in 10 Bit XAVC S-I 4K/60p 1 Stunde und 48 Min ohne Hitzewarnung aufnehmen können (danach war der Akku leer). Bei der Canon EOS R5 haben wir in 10 Bit ALL-I 4K/60p genau 30 Minuten aufnehmen können. Danach aktivierten sich zeitgleich das 29Min 59Sek. Aufnahmelimit sowie eine Hitzewarnung. Nach 5-minütiger Abkühlphase hatten wir erneut 5 Minuten Aufnahmezeit auf der Anzeige stehen (konnten jedoch 8 Minuten bis zur erneuten Hitzeabschaltung aufnehmen).

Wer keine längeren Sequenzen am Stück mit der Canon EOS R5 aufnehmen muss oder entsprechende Pausen einlegt, kommt in der Praxis mittlerweile rech gut mit der Canon EOS R5 zurecht. Wer jedoch Sequenzen über 30 Minuten wie bsp. Interviews, Veranstaltungen etc. aufnehmen möchte, ist sowohl in Sachen Aufnahmelimit als auch beim Wärmemanagement besser bei den Sonys aufgestellt.

Insbesondere die FX3 mit ihrem integrierten Lüfter garantiert lange 4K 50/50p Aufnahmezeiten. Doch es gibt auch Hitzelimits bei der FX3. Wer – aus welchen Gründen auch immer - in 10Bit 4K120 fps (ALL—I) aufnehmen muss, erhält nach ca.. 25 Minuten die erste Hitzewarnung bei der FX3. Doch diese dürfte ein eher seltener Anwendungsfall sein.

Log/Lut Workflow

Sowohl die Sony A7S III / FX3 als auch die Canon EOS R5 bieten gut etablierte LOG/LUT Workflows an, die in den wichtigsten Postproduktions-und Farbkorrektur-Tools auch gut unterstützt werden. Bei beiden Systemen gelangt man bei Bedarf recht schnell zu ansprechenden Belichtungs- und Farbkorrekturergebnissen.

Einziger Kritikpunkt bei der Canon EOS R5 unsererseits hier: Sowohl der Dynamikumfang als auch die Farb-Kompatibilität mit Canon Cinema EOS Kameras könnte mit der Implementierung von Canon Log 2 und/oder 3 deutlich vereinfacht bzw. erweitert werden.

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Dies hat auch Canon erkannt und ein entsprechendes Firmware-Update für u.a. die Bereitstellung von Canon Log 3 bei der Canon EOS R5 angekündigt. In unseren Augen ein wichtiger Schritt, um die Canon EOS R5 besser als B-Cam bei entsprechenden Cinema EOS-Produktionen nutzen zu können. Sony ist hier mit seiner durchgängigen S-Log 3 (und S-Cinetone-Implementierung) bei A7S III, FX3, FX6 und FX9 bereits einen Schritt weiter.

Codec Datenraten

Auch bei den Datenraten unterscheiden sich die Canon EOS R5 und die Sony FX3 / A7S III deutlich voneinander. 10 Bit 4K/50p in All-I benötigen bei der Sony FX3 / A7S III ca. 500 Mbit/s während die Canon EOS R5 hierfür 940 Mbit/s braucht – bei 25p halbieren sich jeweils die Datenraten. 8K RAW in 24-30p benötigen 2.600 Mbit/s bei der Canon EOS R5.

Bei interframe-basierter Codierung liegt die Sony bei 10 Bit 4:2:2 in 4K/50p bei 150 Mbit/s während die Canon 230 Mbit/s benötigt.

Insgesamt zeigt sich hier ein bekanntes Bild:

Während die Sonys sich durchaus für die längere Form eignen, empfiehlt sich die Canon EOS R5 eher für kürzere Aufnahmeformate. Im Hinterkopf sollte man bei der Betrachtung der Datenraten auch die Qualitätsunterschiede der einzelnen Auflösungen und Frameraten (s.o.) haben.

Speichermedien / Kosten

Die Speicherkonzepte beider Kamerasysteme unterscheiden sich deutlich voneinander. Während die Canon EOS R5 auf einen SD und einen CFexpress Typ B Cardslot setzt, bieten die Sony FX3/A7S III zwei dual nutzbare SD und CFexpress Typ A Cardslots.

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Sony empfiehlt für 10 Bit 4K Videoformate mit hohen Frame- und Datenraten (S&Q Modus) die schnelleren CF-Express Typ A Karten. Derzeit stellt nur Sony diese Karten her und sie sind entsprechend teuer und schwerer verfügbar. Die 160 GB Variante liegt bei ca. 440,- Euro. Wer auf die Aufnahmen mit den hohen 4K Frame- und Datenraten verzichten kann, kommt mit V60 und V90 SD-Karten deutlich günstiger weg, zumal die meisten Formate auch hiermit funktionieren.

Die Canon EOS R5 benötigt für 8K RAW und All-I Formate die schnellere CFexpress Typ B Karte. 8K IPB lässt sich hingegen auch auf SD-Karten wegschreiben.

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Bei den Speicherkosten für die schnelleren CFexpress-Karten schneidet Canon günstiger ab, weil mehr Hersteller CFexpress Karten vom Typ B anbieten. Hier erhält man bereits 512 GB zum Preis der 160 GB Sony-Karte.

Akkuleistung

Beide Kamerasysteme nutzen 16Wh Akkus und sowohl die Sonys als auch die Canon lassen sich via USB-C mit mobilen Powerbanks laden. Bei unseren Tests haben sich die Sonys insgesamt als etwas effizienter beim Energiemangement gezeigt. Mit dem voll geladenen NP-FZ100 Sony Akku konnten wir knapp 1 Stunde und 50 Minuten in 4K 60p aufnehmen.

Das waren ca. 15-20 Minuten länger als bei der Canon EOS R5 in 4K 60p und ihrem LP-E6NH Akku.

Audio

Die Sony FX3/A7S III verfügen über einen XLR-Adapter, der das unkomplizierte Handling und manuelle Ton-Aussteuern deutlich vereinfacht. Gerade im professionellen Umfeld sind damit stabile Kabelverbindungen und ein robustes Tonhandling garantiert. Schickes Detail: Weil Sony den MI-Kontakt des Blitzschuhs hier nutzt, fallen zusätzliche Verkabelungen weg. Ähnliches bietet im DLSM Segment nur Panasonic – bei Canon muss man für XLR-Audio in das teurere Cinema EOS Regal greifen.

 Sony FX3 mit XLR-Option
Sony FX3 mit XLR-Option

Die Canon EOS R5 bietet dagegen „nur“ eine 3.5mm Mini-Klinke als Audio-In an. Bei unseren kurzen Audio-Tests haben sich die Pre-Amps der Canon EOS R5 als erfreulich hochwertig erwiesen und auch die Audio-Pegel-Anzeige halten wir bei der EOS R5 als gelungener weil diese durch ihre unterschiedliche Farbgebung besser ablesbar sind. Eine nennenswerte Latenz beim Audio-Monitoring haben wir bei beiden Kameras nicht feststellen können.

Unterm Strich bleibt: Wer robuste, XLR-basierte Audio-Lösungen benötigt, ist bei der FX3 / A7S III besser aufgehoben. Wer seinen Ton vornehmlich extern aufnimmt, sollte mit beiden Systemen gleich gut klar kommen. Im Hinterkopf sollte man behalten, dass weder die FX3 / A7S III noch die Canon EOS R5 einen TC-In bieten.

Welche Kamera wofür?

Für uns ergeben sich sehr klar voneinander geschiedene Haupt-Anwendungsbereiche, wenn wir die FX3/A7S III auf der einen und die Canon EOS R5 auf der anderen Seite miteinander vergleichen:

Die Canon EOS R5 empfiehlt sich mit ihrer hochwertigen 8K RAW und 4K HQ Bildqualität für alle Projekte, bei denen kürzere Aufnahmen am Stück (s.Recording-/Hitze-Limits /hohe Datenraten) mit möglichst hoher Bildqualität angefertigt werden. Hierzu zählen wir vor allem: Musikvideos, Fashion-Shoots, Werbung/Promotion-Videos etc. (Caveat: Höhere Frameraten). Dank sehr guter Stabilisierung kann die R5 hier auch problemlos als Handkamera eingesetzt werden. Auch als B-Cam für Cinema EOS-Drehs dürfte sich die R5 sehr gut eignen. Hinzu kommt, dass die Canon EOS R5 als vollausgewachsene Fotokamera mit entsprechend hoher Auflösung den meisten Pro-Foto-Anforderungen locker gewachsen sein sollte. Damit empfiehlt sich die Canon EOS R5 auch all denjenigen, die in der Schnittmenge zwischen professionellem Foto und Video arbeiten.

Die FX3 / A7S III mit ihren unbegrenzten Aufnahmelimits, deutlich längeren Hitzelimits und geringeren Datenraten eignen sich insbesondere für Projekte, bei denen längere Aufnahmen am Stück und eine robuste Tonabteilung (XLR) erforderlich sind. Hierzu zählen wir: Interviews, Events/Sport, Dokus, Reportagen etc.. (Caveat: Bildstabilisierung). Die guten Akkulaufzeiten unterstreichen zusätzlich alle Anwendungsszenarios mit längeren Aufnahmen am Stück. Dank beeindruckend geringem Rolling Shutter und nahezu kompletter Sensorauslesung bei 4K 100-120 fps eignen sich die Sonys zudem sehr gut für alle Bereiche in denen schnelle Bewegungen qualitativ hochwertig aufgenommen oder aufgelöst werden sollen. Auch als B-Cam bei Produktionen mit aktuelleren Sony-Kameras sollten sich die FX3/A7S III sehr gut eignen.

   

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