Test: Vergleich: Sony A1 vs Canon EOS R5 in der Praxis - welche Highend Video-DSLM wofür?

25.06.2021 von Rob



Nach unseren ausführlichen Praxis und Testlabortests der Sony Alpha 1 und Canon EOS R5 wird es Zeit für einen Vergleich der beiden High-End DSLMs. Wir hatten beide Kameras bei einem Testdreh dabei und haben uns unter anderem Hauttöne, Autofokus, Dynamikumfang, Videostabilisierung, Akkuleistung, Monitoringfunktionen und vieles mehr angeschaut. Hier unsere Ergebnisse vom Sony-Canon-Gipfeltreffen …

Beide Kameras hatten wir mit den jeweiligen 24-70mm f2.8 Standard-Zooms von Sony und Canon bestückt. Darüber hinaus kamen Sachtler Flowtech Stative, unser Genustech Eclipse Vario-ND und CFexpress Karten von SanDisk und Sony zum Einsatz. Wir versuchen den dazugehörigen Videoclip noch vor den Ferien fertigzustellen – hier gibt es auf jeden Fall schonmal die dazugehörigen, ausgespielten Frames.

Hauttöne

Sowohl die Sony A1 als auch die Canon EOS R5 bewegen sich grundsätzlich auf hohem Niveau bei der Hauttonreproduktion. „Hohes Niveau“ steht in diesem Fall nicht nur für die individuelle Hauttonwiedergabe der Kameras sondern für den gesamten „Colorworkflow“ von der Aufnahme über die LOG/RAW Farbkorrektur bis zur finalen Ausspielung: Sowohl Sony wie auch Canon verfügen über einen gut dokumentierten und breit implementierten LOG-LUT Workflow. Bei der Canon EOS R5 kommt noch der recht gut unterstützte und flexible Canon-RAW-Workflow hinzu.

Um beiden Kameras gerecht zu werden, sollte man entsprechend dann auch die Hauttöne in den einzelnen Formaten vergleichen. Alle Formate miteinander zu vergleichen, würden jedoch bei den vielen Codec-Varianten, die beide Kameras bieten ein echtes Mamutprojekt werden – wir beschränken uns deshalb hier auf die hochwertigsten 8K und 4K-Formate.

Bei 8K Auflösungen sehen wir beim Thema Hauttöne das 8K RAW der Canon EOS R5 qualitativ vor dem 8K 10 Bt Log Material der Sony A1. Bereits ein Blick auf die technischen Daten gibt hier einen ersten Hinweis: Das 8K Material der Canon EOS R5 liegt maximal in 12 Bit RAW vor – das 8K Material der Sony A1 in 10 Bit 4:2:0 (Canon = 2.600/1.700 Mbit/s - Sony = 400 Mbit/s). Bei schwierigen Lichtverhältnissen zeigte sich dann auch das 8K Raw Material der Canon EOS R5 mit mehr Farbreserven (und auch Noise) bei der Farb- und Hauttonwiedergabe versehen. Wer also ein Höchstmaß an Gradation / feinen Farbverläufen auch bei schwierigem Licht in 8K benötigt, ist unserer Erfahrung nach etwas besser beim 8K RAW Material der Canon EOS R5 bedient.

Bei 4K Auflösungen fallen für uns die Unterschiede bei der Farbreproduktion spürbar weniger ins Gewicht. Hier sehen wir Auflösung wichtiger für den Hauttoneindruck werdend als die eigentliche Hauttonwiedergabe selbst. In den jeweilig hochwertigsten 4K Modi arbeiten beide Kameras (bei 4K 25p) auf gleichem, hohem Niveau. Bei höheren Bildraten hat dann das Material der Sony A1 die Nase vorn. Bei Canon muss man für hochwertiges 4K 50p Material in den S35 Crop-Modus wechseln, während bei der Sony A1 annähernd der gesamte Sensor ausgelesen wird.

Pluspunkte sammeln sowohl die Sony A1 als auch die Canon EOS R5 mit dem vergleichsweise geringem Aufwand um zu guten Hauttönen in der Postproduktion zu gelangen – auch wenn wir unterschiedliche Farbkorrektur-Workflows bei Sony und Canon empfehlen – doch hierzu ausführlicher ein anderes Mal.

Dynamikumfang in der Praxis

Wir haben parallel mit der Sony A1 und der Canon EOS R5 ein Hochkontrastmotiv mit gleichen Belichtungswerten in jeweilig bestmöglicher interner 8K/25p Videoqualität aufgenommen. Bei der Canon EOS R5 war dies 12 Bit 8K RAW und bei der Sony A1 10 Bit 8K XAVC S-I 4:2:0.

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Wir waren hierbei weniger an (meist kaum aussagekräftigen) Zahlenwerten interessiert, welche Kamera wieviel Stops mehr Dynamikumfang auf dem Messcharts liefert, sondern wie sich das jeweilig beste 8K Material in der Bearbeitung von Hochkontrastaufnahmen in der Praxis schlägt.

Und um es vorwegzunehmen: Den Dynamikumfang schätzen wir bei beiden Kameras zwar recht gleichwertig ein, aber trotzdem unterscheidet sich die Flexibilität des jeweiligen Materials in der Nachbearbeitung recht deutlich voneinander. Mit Vor- und Nachteilen bei beiden 8K Formaten.

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Sonys XAVC S-I 8K Material zeichnet sich in diesem Fallbeispiel durch recht schnelle Verarbeitung aus. Kameraintern hat die Rauschunterdrückung das Bild bereits entsprechend aufbereitet und präsentiert ein – für eine kamerainterne Verarbeitung - durchaus ausgewogenes Denoising. Rauschunterdrückung und Schärfe stehen in einem durchaus akzeptablen Verhältnis zueinander. Doch wer z.B. lieber eine höher Auflösung bei weniger Weichzeichnung und etwas mehr Rauschen bevorzugt, kann das Sony-Bild nicht weiter verändern. Man hat hier also schnell ein Ergebnis – bei wenig zusätzliche Eingriffsmöglichkeiten für die wesentlichen Stellschrauben der Bilddynamik.

Ganz anders bei der Canon EOS R5: Hier erhält man Dank RAW zunächst ein Bild mit hoher Auflösung und starkem Chroma-Rauschen. Bei der Nachbearbeitung hat man es nun selbst in der Hand, wieviel Auflösung man im Denoising opfern möchte. Dieser Weg ist spürbar langwieriger in der Postproduktion, hält jedoch deutlich mehr Kontrolle für die Bildbearbeitung bereit.

Wir ziehen bei diesem Beispiel das etwas „körnigere“ aber sauberer aufgelöste 8K RAW Bild der Canon EOS R5 dem der Sony A1 vor. Hier demonstriert das RAW der Canon EOS R5 für uns recht anschaulich die allgemeinen Vor-und Nachteile von RAW: Mehr Gestaltungsfreiheit bei höherem Zeitaufwand.

Hinzu kommt bei diesen Beispiel eine etwas höhere Farbkonsistenz – vor allem im Schattenbereich. Somit gilt für uns in Sachen Dynamikumfang: Die Sony A1 und die Canon EOS R5 agieren beide auf gutem Niveau beim Dynamikumfang. Die Canon EOS R5 bietet jedoch Dank RAW bei Bedarf mehr Flexibilität im Grenzbereich.

Videostabilisierung

Sowohl die Sony A1 als auch die Canon EOS R5 verfügen über einen stabilisierten Sensor und bieten darüber hinaus elektronische Sensor-Crop Stabilisierungsmodi an. Trotzdem unterscheiden sich die Canon EOS R5 und die Sony A1 deutlich beim Thema Videostabilisierung voneinander. Allerdings muss man hier auch das etwas größere Bild betrachten und dazu gehört dann auch das jeweilige Objektivportfolio des Herstellers.

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Canon tut sich seit hier geraumer Zeit mit einem überdurchschnittlich hohem Maß an stabilisierten Objektiven hervor. Gute Beispiele hierfür sind das aktuelle - hier genutzte - Canon RF 24-70mm F2.8L IS USM oder das RF 35mm F1.8 MACRO IS STM. Weder Sony, Nikon oder Panasonic bieten diese Standard-Brennweiten stabilisiert. Entsprechend kann Canon hier bei unserem Stabilisierungsvergleich auch spürbar punkten.

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Getestet haben wir die Stabilisierung beider Kameras rückwärtslaufend im „Ninja-Gang“ - also mit möglichst wenig Erschütterung beim Auftreten mit einer komplett offenen F2.8 bei 70mm.

Bei der 8K Aufnahme stehen bei beiden Kameras keine zusätzlichen elektronischen Crop-Stabilisierungsmodi zur Verfügung. Die kombinierte Stabilisierungsleistung von Sensor und Objektiv ist jedoch bei der Canon EOS R5 bereits beim 8K Material bemerkenswert hoch. Wir würden hier entsprechende Aufnahmen zur Not als noch verwertbar ansehen.

Die Sony A1 kann an diese Stabilisierungsleistung nicht anknüpfen. Weder beim „nur“ sensorstabilisierten 8K Material noch beim 4K Material mit aktiver Sensorcrop-Stabilisierung.

Videoauflösung und Bildraten

Das von beiden Kameras in der Postproduktion final auf 4K herunterskalierte 8K Material bewegt sich entlang der maximal möglichen 4K Auflösung und ist damit über jeden Zweifel erhaben.Im Hinterkopf sollte man hierbei jedoch behalten, dass die Canon EOS R5 hier 12 Bit RAW zu Verfügung stellt und die Sony A1 10 Bit 4:2:0 XAVC.

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Auch beim Fullsensorreadout bis 25p und kamerainterner 4K-Skalierung arbeiten beide Kameras auf hohem Niveau. Die Sony A1 liegt hier vermutlich auf Grund ihres hohen Pixelcounts und nicht aller genutzter Pixel für das Downscaling in der 4K Qualität minimal hinter der Canon EOS R5, die den gesamten Sensor nutzt – doch die Auflösungsunterschiede sind hier recht gering.

Bei höhere Bildraten in 4K (50/60p) bleibt die Sony A1 bei 10 Bit 4K 50/60p beim Full-Sensor Readout auf vergleichsweise hohem Auflösungsniveau. Die Auflösung der Canon EOS R5 fällt bei 4K 50/60p bei Vollformatauslesung dagegen etwas ab. Eine bemerkenswert gute 4K 10 Bit 50/60p Qualität ist bei der CanonEOS R5 mit der S35 Sensorauslesung möglich – das gleiche gilt für die Sony A1.

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Im 4K Slowmotion Betrieb mit 4K 120p sehen wir das Material der Sony A1 in der Auflösung knapp vor dem der Canon EOS R5 liegen. Hier gelingt Sony die leicht gefälligere Sensorauslesung mit etwas geringerer Nachschärfung.

Unterm Strich bleibt beim Thema Auflösung & Frameraten für uns: Wer die höchste 8K Videoqualität benötigt, ist klar mit der Canon EOS R5 und 12 Bit Raw am besten bedient. Wer auf der Suche nach der besten 4K 50/60p Qualität ist, wird bei beiden Kameras im S35 Readout fündig. Beim 4K Fullframereadout hat die Sony A1 zwischen 50/60-120p die Nase leicht vor der Canon EOS R5.

Autofokus und manueller Fokus

Sowohl Sony als auch Canon verfügen in ihrem aktuellen DSLM-Lineup über herausragende Autofokusfunktionen und sowohl die A1 als auch die EOS R5 überzeugen bei der AF-Performance: Beide Kameras bieten eine zuverlässigen und auch über größere Distanzen sicher arbeitenden Gesichts-/ und Augentracking Autofokus.

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Bei schnellen Bewegungswechseln bei der 8K Aufnahme meinen wir den Dual Pixel AF der Canon einen Hauch reaktiver arbeiten zu sehen als den Sony Hybrid Phasen-AF doch dies kann auch wechselnden Licht- und Aufnahmebedingungen geschuldet gewesen sein. In der Praxis liegen beide AF-Systeme bei der Zuverlässigkeit und der Effektivität auf gleich hohem Niveau.

Bei der Beurteilung der Schärfe während der Aufnahme hat für uns Sony die Nase etwas vorn, weil sich hier auch während des Recordings jederzeit die Fokusvergrösserung dazuschalten lässt. Eine Funktion die Canon unseres Wissens nach der Cinema EOS Reihe aktuell vorbehält.

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Doch die Autofokusfunktionen sind - vor allem im Filmbetrieb - nur eine wichtige Fokusfunktion. Mindestens genauso wichtig dürfte für viele das Verhalten der Kamera im manuellen Fokussierbetrieb sein. Sony bietet bei seinen Sony Alphas eine effektive Mischung aus Fokuspeaking und jederzeit zuschaltbarer Fokusvergrösserung.

Bei Canon lässt sich zwar die Fokusvergrösserung während der Aufnahme nicht dazuschalten – dafür kann jedoch der sogenannte Fokusassistent optional aktiviert werden, der auch im manuellen Fokussierbetrieb Gesichter erkennt und via cleverem Drehrichtungsanzeiger ein wertvolles Tool für die Fokusbestimmung darstellt. Zusammen mit aktiviertem Fokuspeaking ebenfalls ein exzellentes Schärfekontrollsystem.

In der Praxis empfinden wir beide Fokussiersysteme sehr gut umgesetzt – mit beiden lässt sich ausgezeichnet die Schärfe auch im manuellen Betrieb bestimmen.

Audio

Sowohl die Canon EOS R5 als auch die Sony A1 verfügen von Hause aus über eine 2-Kanal Tonaufzeichnung via internem Stereomifkrofon oder externem Mikrofon/Miniklinke bei manueller Aussteuerung, Kopfhöreranschluß, Free Run und Record Run Timecode sowie Windfilter und Dämpfung.

Beide Kameras stellen optional einblendbare Audi-Levels (Balkendiagramme) für das Audiomonitoring zur Verfügung. Bei unseren Tests fanden wir die Audiolevel-Anzeige der Canon EOS R5 als etwas leichter ablesbar.

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Dank optionalem XLR-Adapter am MI-Shoe, bietet die Sony A1 jedoch zusätzlich noch eine hochwertige XLR-Audio-Option. Hiermit sind dann bis zu 4 Audiokanäle bei manueller Aussteuerung möglich. Darüber hinaus lassen sich bei der Sony A1 auch Timecode Make und User Bit konfigurieren.

Wer auf hochwertige In-Kamera Audioaufnahme-Optionen angewiesen ist, dürfte im Verbund Sony A1 und XLR-Adapter die qualitativ hochwertigste Audiolösung finden. Hier hält Sony einen klaren Trumpf in der Hand. XLR-Audio steht bei Canon erst aber der Canon EOS C70 zur Verfügung – hier jedoch dann gleich integriert ohne Adapter.

Akku

Hohe Sensorauflösungen, 8K Video, HFR-Modi und hochwertige Suchersysteme verlangen ein ausgefeiltes Energiekonzept und sowohl die Sony A1 als auch die Canon EOS R5 bieten beachtliche Akkulaufzeiten.

Bei beiden Kamera kann man pro Akkuladung mit ca. 90 Minuten 4K 60p Aufnahmezeit rechnen, wobei in unserer Praxis gefühlt die Sony A1 beim Stromverbrauch minimal die Nase vorne hatte. Beide Kameras arbeiten mit einem 16 Wh Akku. Bei der Sony kommt ein NP-FZ100 Lithium Ionen Akku mit 2.280 mAh und bei der Canon ein LP-E6NH mit 2.130 mAh zum Einsatz.

Sowohl die Sony A1 als auch die Canon EOS R5 lassen sich via USB-C laden - auch der Einsatz vom USB-Powerbanks ist bei beiden Kameras möglich. Geladen wird hier wann immer die Kamera zwischen zwei Shoots ausgeschaltet wird. Der Akku muss hierbei in der Kamera verbleiben.

Wer noch mehr Akkukapazität an der Kamera benötigt, kann mit den jeweiligen Hochformatgriffen (Sony VG-C4EM, Canon BG-R 10) Dank zweifachen Akkuaufnahmen die Kameralaufzeit entsprechend verdoppeln.

Sucher und Monitor

Sowohl die Sony A1 als auch die Canon EOS R5 bieten hervorragende Monitoroptionen, wobei sich in der Praxis unsere Präferenz unterschiedlich zwischen Sucher und LC-Display bei beiden Kameras verteilt.

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Den aktuell hochwertigsten Sucher finden wir derzeit bei der Sony A1 (und A7S III). Mit seinen 9.4 Mio. Bildpunkten bei 0,90-facher Vergrösserung bietet der OLED-Sucher ein herausragendes Bild. Knapp dahinter reiht sich der ebenfalls als OLED entworfene sSucher der Canon EOS R5 mit 5,76 Mio Bildpunkten bei 0,50-facher Vergrösserung ein.

Beim den LC-Display-Vergleich bietet das Display der Canon EOS R5 für uns klar mehr. Mit 8cm ist es größer als das Sony A1 Display (7,5cm). Es bietet eine höhere Auflösung (2.1 vs 1.4 Mio Bildpunkte bei Sony) und – wichtig für Videofilmer - das Display der Canon EOS R5 lässt sich zr Seite schwenken, während das Sony-Display sich „nur“ neigen lässt.

Speichermedien und Slots

Beim Thema Speichermedien und Cardslots unterscheiden sich die Sony A1 und die Canon EOS R5 deutlich voneinander – auch wenn beide Kameras auf den ersten Blick über zwei physikalische Cardslots verfügen. Sony nutzt bei der A1 (wie bei der A7S III) Cardslots die sowohl SD-Karten als auch kompakte CFexpress Type A Karten aufnehmen kann.

Canon hat bei der EOS R5 ein SD-Cardslot und ein CFexpress Type B Cardslot verbaut. Videoaufnahmen in 8K RAW, RawLight oder All-I können ausschließlich mit dem CFexpress Cardslot und dazugehöriger Karte aufgenommen werden, 8K IPB, IPB Light und alle 4K- und HD-Formate können auch auf SD-Karte bei der Canon EOS R5 aufgenommen werden – aber Achtung – eine parallele Aufnahme auf CFExpress Karte ist leider nicht möglich. Damit entfällt aktuell eine parallele Backup-Videoaufnahme bei Canon.

Bei der Sony A1 sind Zeitlupen-Aufnahmen im hochwertigsten XAVC S-I Codec den CFexpress Karten vorbehalten – alle anderen Formate können auch mit schnellen SD-Karten aufgezeichnet werden. Allerdings bietet die Sony A1 hier einen wichtigen Pluspunkt bei der Videoaufnahme: Videoaufnahmen lassen sich hier auch parallel auf beide Cardslots aufzeichnen. Wer maximale Sicherheit bei der Videoaufnahme benötigt, ist derzeit also besser bei Sony A1 aufgehoben.

Hitzelimits

Beim Thema Hitzelimits gilt es einerseits zwischen Theorie- und Praxisrelevanz zu unterscheiden und andererseits das eigene Anwendungsszenario im Auge zu behalten. Und um es gleich vorweg zu sagen: Wer lange 8K Aufnahmen am Stück (bsp. Theater, Sport etc.) benötigt und mehr als 60 Minuten pro Take aufnehmen möchte, sollte sich lieber woanders umschauen.

Im Nonstop 8K Betrieb hatten wir bei der Sony A1 nach ca. 60 Minuten die erste Überhitzungswarnung. Bei der Canon EOS R5 tauchwarte bei der 8K RAW Aufnahme nach knapp 30 Minuten Schluß.

Im On/Off Modus bei 2-stündigen Außendrehs bei sommerlichen Temperaturen haben wir weder bei der Canon EOS R5 noch bei der Sony A1 eine Hitzewarnung.

Ob die Hitzelimits für die eigene Videoarbeit von Bedeutung sind, hängt also recht deutlich vom eigenen Anwendungsfall ab. Wir empfehlen stets die Kameras in Drehpausen abzuschalten.

Fazit

Die Sony A1 und die Canon EOS R5 demonstrieren eindrucksvoll, was aktuell als State of the Art im Video-DSLM Bereich gelten darf: 8K Videoaufnahme, herausragender Autofokus, sehr gute Hauttonwiedergabe und 4K Zeitlupen mit bis zu 120fps. Hinzu kommen Fotofunktionen die das Herz eines jeden Reportage-, Sport- und Actionfotografen höher schlagen lassen.

Die Canon EOS R5 punktet im Videobetrieb Dank 12 Bit RAW mit der besten 8K Qualität bei 24 und 25p und bietet ebenfalls Dank Raw eine hohe Flexibilität in der Postproduktion. Zu ihren weiteren Stärken gehört eine bemerkenswert gute Videostabilisierung, die durch ein beispielloses Portfolio an stabilisierten Standard-Objektiven ergänzt wird. Ihr Preis von aktuell 4.385,- Euro (UVP.) bietet ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Die Sony A1 punktet vor allem mit schnellen 8K Workflows, dualen Cardslots mit Backup-Recording, einer XLR-Audio-Option und einer vergleichsweise konstanten 4K 60-120p Qualität. Der Preis von 7.299,- Euro (UVP.) dürfte sich vor allem für all diejenigen Hybrid-Shooter rechnen, die mit der A1 einen zweiten Kamerabody für Foto-Aufträge einsparen können.

Unterm Strich sehen wir die Sony A1 - auch Dank längerer Laufzeit bis zum Hitzelimit (ca. 60 Min. bei 8K) – im Videobetrieb etwas breiter aufgestellt. Zu ihren Paradedisziplinen zählen Run&Gun, Reportage (vor allem mit dem XLR-Adapter), Event, Hochzeit, etc..

Die Canon EOS R5 brilliert vor allem bei Highend Produktionen wie Werbung, Musikvideo (bis 24/25p) aber auch Hochzeit im hybriden Foto/Video-Betrieb sollten sich mit der R5 gut stemmen lassen. Auf Grund ihrer herausragenden Videostabilisierung stellt sie für uns bei diesem Vergleich die 1. Wahl für Handkamera-Setups dar.

   

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