Test: Canon EOS R3: Aufnahmezeiten und Hitzelimits bei 6K 12 Bit 25p/50p RAW und 4K All-I 50p

17.09.2021 von Rob



Die Canon EOS R3 ist bei uns eingetroffen und wir konnten bereits erste Tests und soeben den ersten erfolgreichen Praxisdreh durchführen. Hier ganz frisch unsere ersten Erfahrungen mit Canons neuem Flaggschiff-Modell, wo wir uns zunöchst die interne 6K 12 Bit 25p, 50p RAW sowie die 4K 50p All-I Aufnahme mit Hinblick auf das Hitzemanagement der Canon EOS R3 anschauen – mit ersten Überraschungen ...

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Vorab der Hinweis, dass es sich bei unserer Canon EOS R3 um ein Vorserienmodell handelt.

Die Canon EOS R3 verfügt über zwei Temperaturmanagement-Modi: Standard und Hoch. Wir haben bei den RAW-Aufnahmen sowohl den hohen als auch den standard Betriebsmodus getestet. Der hohe Temperaturmodus lässt bei RAW– abhängig von der jeweilig genutzten Karte – längere Aufnahmedauern zu. Gespannt waren wir bei unseren Tests vor allem auf die Performance von 12 Bit 6K RAW 25p, weil dies nicht in der Temperatur-Tabelle von Canon auftaucht sowie auf die optional zusätzlichen Zeiten die sich hinter „60min. or more“ bei 4K 60p ALL-I verbergen.

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6K 12 Bit 25/50p RAW: Hitzelimit und Aufnahmezeiten

Unser erster Testaufbau zum Thema Hitzelimit mit der Canon EOS R3 bestand neben der Kamera selbst aus dem CANON RF 70-200MM F2.8L IS USM Telezoom und der SanDisk Cfexpress Extreme Pro Karte (512 GB): Aufgezeichnet haben wir hierbei 6K 12 Bit 25p und 50p RAW sowie 10 Bit 4K ALL-I 50p im Nonstop-Betrieb bei Zimmertemperatur mit ausgeklapptem, aktiviertem Monitor-Display.

12 Bit 6K 25p RAW-Aufnahme

Bei der internen 12 Bit 6K 25p RAW Aufnahme im Standard-Temperatur Modus hatten wir im Nonstop-Betrieb keine Hitzeabschaltung der Canon EOS R3. Insgesamt haben wir 4x nacheinander die 512 GB Cfexpress Karte mit dem 6K RAW 25p Material gefüllt – unterbrochen nur durch jeweiliges Neuformatieren der Karte in der Kamera.

Canon EOS R3 6K RAW-Formate
Canon EOS R3 6K RAW-Formate

Damit konnte die Canon EOS R3 insgesamt ca. 140 Minuten 12 Bit 6K RAW Video quasi am Stück aufnehmen, was uns dann doch beeindruckt hat. Uns ist derzeit keine 6K RAW-fähige Kamera bekannt, die ohne aktiven Lüfter hier gleichziehen kann (erst recht nicht mit Vollformat-Sensor).

Zum Vergleich: Die Canon EOS R5 schaltet sich mit aktueller Firmware bei gleicher Raumtemperatur bei der Aufnahme von 12 Bit 8K RAW Material in Nonstop-Betrieb nach ziemlich genau 30 Minuten hitzebedingt bei uns ab (- mit einer dazwischenliegenden Kartenneuformatierung der 512 GB Cfexpress Karte).

Den Hochtemperaturmodus haben wir im 25p RAW-Betrieb dann nicht mehr gecheckt – wir würden ihn eher als Safety-Modus bei hohen Außentemperaturen sehen.

12 Bit 6K 50p RAW-Aufnahme

Bei der maximalen 12 Bit 6K 50P RAW Aufnahme bei aktiviertem hohem Temperaturmodus haben wir nach dreimaligem kompletten Füllen unserer 512 GB Cfexpress Karte den Test beendet, weil uns einfach die Zeit davon lief. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir quasi Nonstop 108 Minuten 6K 50p RAW Material aufgenommen, ohne irgendeine Hitzewarnung zu Gesicht zu bekommen. Für uns hat sich damit das Thema Hitzeabschaltung bei der Canon EOS R3 erledigt. Im Hinterkopf sollte man hierbei jedoch behalten, dass die Effektivität des hohen Temperaturmodus von der jeweilig genutzten Karte abhängig ist.

Erst wenn man die Canon EOS R3 im maximalen 50p 6K 12 Bit Raw-Betrieb im Standard Temperaturbetrieb nonstop nutzt, lassen sich mit längeren RAW-Aufnahmen am Stück Hitzelimits provozieren. Hier hatten wir nach 24 Minuten und 32 Sekunden interner 12 Bit 6K 50p RAW-Aufnahme den ersten Hitzestop, was sich ganz gut mit den offiziellen Canon-Angaben deckt.

Nach 15-minütiger Pause konnten wir erneut 15 Minuten aufnehmen. Nach darauffolgenden 15 minütigen Pausen waren immer wieder 15 Minuten Aufnahmezeit von 12 Bit 6K 50p RAW am Stück im Standard-Temperaturmodus möglich.

Canon EOS R3 beim slashCAM Tageslichtdreh
Canon EOS R3 beim slashCAM Tageslichtdreh

Für unseren insgesamt zweistündigen Testdreh mit Caro hatte das Hitzelimit bei der internen 6K 50p RAW-Aufnahme allerdings gar keine Relevanz und dies wohlgemerkt im Standard-Temperaturbetrieb - hier haben wir gar keine Warnstufe zu Gesicht bekommen.

Zur Verdeutlichung: Hitzewarnungen bei der EOS R3 haben zwei Stufen: Zunächst erscheint ein weisses Temperatursymbol, das darüber informiert, dass die Temperatur steigt – wird die Kamera dann weiter im 6K 50p RAW-Betrieb genutzt, wechselt das Symbol irgendwann auf rot, was dann auf wenige Minuten bis zur Hitzeabschaltung hinweist.

4K 10 Bit Log ALL-I 60p

Der Vorteil des 6K Sensors (24MP) kommt bei der Canon EOS R3 insbesondere bei der internen 4K 50/60p Aufnahme zum Tragen: Denn hier sampelt die R3 im Fullsensor-Readout von nahezu idealen 6K auf 4K herunter – und dies unseren ersten Tests zur Folge sowohl in 24/25/30p als auch in 50/60p.

Damit steht bei der R3 quasi ein Highquality (HQ) Modus durchgängig bei der internen 4K Aufnahme zwischen 24 und 60p zur Verfügung. Für all diejenigen, die eher einen Mix aus hochqualitativem 10 Bit 4K Log-Material und akzeptabler Datenrate benötigen, sicherlich das nochmal wichtigere Format gegenüber RAW.

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Und hier hat uns die Canon EOS R3 ein weiteres Mal positiv überrascht. Nach 1 Stunde 11 Min und 45 Sekunden brach die R3 die Nonstop 10 Bit 4K ALL-I-Aufnahme im Standard-Temperaturmodus ab - allerdings nicht, weil sie überhitzt war, sondern weil die Speicherkarte voll war.

Nach dem sofortigen Formatieren der Speicherkarte haben wir die 10 Bit 4K 50p Log-Aufnahme ohne weitere Verzögerung erneut gestartet und hatten erst nach weiteren 50 Minuten und 5 Sekunden einen weiteren Stop. Doch wiederum was er keine Hitzeabschaltung sondern schlicht der Akku der Canon EOS R3, der neu aufgeladen werden wollte.

Wir haben bisher also knapp über 2 Stunden mit maximalen 10 Bit 4K 50p All-I am Stück im Standardtemperaturmodus ohne Hitzelimit aufgenommen – unterbrochen nur durch eine kurze Kartenformatierung: Das hat uns dann doch ziemlich überrascht – und zwar im positiven Sinne - zumal Canon offiziell bei 4K 60p recht vorsichtig von einer Aufnahmedauer von „60 Minuten und mehr“ spricht.

Da wir nur einen Akku bei der Canon EOS R3 zur Verfügung hatten, haben wir dann den Akku - um Zeit zu sparen – nochmal auf die Hälfte geladen (52% = 40 Min Ladezeit mit original Canon Ladeschale LC-E19) und weiter mit 10 Bit 4K 50p All-I aufgenommen. Damit konnten wir dann noch einmal genau 1 Stunde 2 Minuten und 26 Sekunden aufnehmen – und dies erneut ohne Hitzelimit.

Akkulaufzeit, Kapazität

Bei unserem 2-stündigen Tageslichtdreh mit Caro im On/Off Betrieb mit intensivem AF-und Stabilisierungs-Einsatz mit unterschiedlichen Objektiven (Canon RF 70-200 f2.8, Canon RF 15-35mm F2.8 und Canon RF 35 mm F1.8) hatten wir nach Drehende noch genau 68% Restladung im Akku. Ein guter Wert – vor allem mit Hinblick darauf, dass 80% unserer Aufnahmen in 6K DCI RAW (6.000 x 3.164) mit Datenraten zwischen 2.000 und 2.600 Mbps erfolgten.

Und noch eine schnelle Info zur Kapazität: Auf unsere 512 GB SanDisk Cfexpress Extreme Pro Karte passen bei maximalem 12 Bit 6K RAW 50p Recording exakt 27 Minuten 40 Sekunden.

Mehr zur Canon EOS R3 demnächst sobald wir unseren ausführlichen Praxistest finalisiert haben, bei dem wir uns dann den AF im Videobetrieb, Hauttöne, LOG-LUT und RAW-Verarbeitung, die Stabilisierungsleistung, den Gimbalbetrieb mit dem DJI RS2 und vieles mehr anschauen ...

   

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