Test: Apple iPhone 13 Pro/Max vs Standard und Mini im Videobetrieb: Worauf achten? Erste Erfahrungen

28.09.2021 von Rob



Das iPhone 13 Pro ist in der slashCAM Redaktion angekommen und bevor wir das neue Apple Smartphone in der Aufnahmepraxis testen, wollen wir kurz die wichtigsten (teils auch weniger offensichtlichen) Unterscheidungskriterien aufführen, die es bei der Wahl der neuen iPhone 13 Modelle speziell für Filmer und Medienschaffende zu beachten gilt. Und auch ein Paar erste Erfahrungen können wir teilen.

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Höhere Lichtstärke bei Pro

Bevor wir zum neuen, vieldiskutierten Kinomodus (Cinematic Mode) beim neuen iPhone 13 kommen, sei hier kurz darauf hingewiesen, dass auch ohne Kinomodus ein gewisses, optisches Freistellungspotential beim iPhone 13 vorhanden ist. Und zwar insbesondere bei den Pro-Varianten bei ihrem im Vergleich zum Vorgänger (und zur 13er Standard- und Mini-Variante) nochmals lichtstärkeren f1.5 Haupt (Weitwinkel) Objektiv sowie (in geringerem Maße) beim 77mm-Teleobjektiv.

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Zur Erinnerung: Die Pro-Varianten des iPhone 13 verfügen bekanntlich über drei Kamera-Objektivsysteme: Ultraweitwinkel (f1.8/13mm KB / f15.1), Standard-Weitwinkel (f1.5/26mm KB / f6.8) und Tele-Objektiv (f 2.8/77mm KB / f23.8).

Damit stellt das Standard-Weitwinkelobjektiv des iPhone 13 Pro (und Max) das maximale Freistellungspotential zur Verfügung. Die 13er iPhone Standard- und Minivariante bieten etwas lichtschwächere Objektive (f1.6/ 26mm) bei kleinerer Sensorfläche (35,2 mm² vs 44 mm2).

Wer also auf der Suche nach dem maximalen „natürlichen“ Freistellungspotential oder einfach nach der besten Lowlightperformance ist, der findet beim Standardobjektiv des iPhone 13 Pro und Pro Max die beste Performance.

Kinomodus (Cinematic Mode)

Wem es bei der Videoaufnahme eher um deutliche Freistell-/Bokeh-Effekte (und weniger um maximale Lichtstärke) geht, der kann den neuen Kinomodus tatsächlich auch unter Kostenersparnisaspekten sehen, denn der Kinomodus steht für alle iPhone 13 Modelle zur Verfügung.

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Hier wird sowohl beim Standardobjektiv als auch beim Teleobjektiv selbst beim iPhone 13 und iPhone 13 Mini ein weitaus kräftigerer Freistellungseffekt geboten, als dies mit den lichtstärkeren Kameraeinheiten der Pro-Serie (ohne Kinomodus) möglich ist.

Wie gut die via KI in Echtzeit berechnete (und später nachträglich noch editierbare) Unschärfe-Maskierung der neuen iPhones 13-Modelle tatsächlich funktioniert, klären wir in Kürze in unserem Praxistest.

Im Hinterkopf sollte man jedoch behalten, dass der neue Kinomodus derzeit nur für 1080/30p Videoformate (und nicht für 4K) zur Verfügung steht (und ausreichend Licht für bestmögliche Performance benötigt).

Makroaufnahmen nur für Pro

Für uns tatsächlich die neue Pro-Funktion mit dem größten Bildgestaltungspotential: Die im Ultraweitwinkel integrierte neue Makro-Aufnahme Funktion der iPhones 13 Pro und Pro Max. Hiermit sind nun erstmalig Makroaufnahmen und extreme Closeups sowohl bei Videos als auch bei Fotos mit nur wenigen Millimetern Abstand möglich.

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Hierbei wechseln die Pro iPhones defaultmässig automatisch von der Standard zur Ultraweitwinkel-Kamera und deren Makro-Modus, sobald sie kurze Aufnahmedistanzen zum Hauptmotiv erkennen. Dieser automatisierte Wechsel lässt sich jedoch auch abschalten. Hierfür aktiviert man den Menüpunkt "Kamera sperren" in Einstellungen/Kamera/Video aufnehmen/.

Wer also bei seinen Bildausschnitten maximale Gestaltungsfreiheit benötigt oder immer wieder auch Makro oder extreme Closeup Aufnahmen anfertigt, findet eine entsprechende Funktion ebenfalls nur bei den Pro-Modellen.

4K ProRes demnächst ab 256 GB Speicher und nur für Pro

Die kommende ProRes Aufnahme stellt in mehrfacher Hinsicht ein echtes Unterscheidungsmerkmal bei der aktuellen iPhone Generation dar.

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Lediglich die Pro-Varianten – also das iPhone 13 Pro und das iPhone 13 Pro Max werden ProRes mit einer zukünftigen iOS 15 Version aufnehmen können. Doch es gibt noch eine weitere wichtige Spezifizierung beim Thema ProRes-Aufnahme:

Um ProRes in 4K-Auflösung aufnehmen zu können, werden mindestens 256 GB interner Speicher vorausgesetzt. Darunter wird zwar auch ProRes intern aufgenommen werden können, doch hier dann nur in 1080p.

Nochmal kurz zur Info: Es stehen bei den Pro-Modellen vier Speicheroptionen zur Auswahl: 128 GB, 256GB, 512 GB und 1TB. Wer also in Zukunft ProRes 4K mit max 30p aufnehmen möchte, benötigt mindestens das 256 GB iPhone Pro Modell.

Wir sind schon ziemlich gespannt darauf, was mit der kommenden ProRes Aufnahme möglich sein wird und halten euch hier natürlich auch auf dem Laufenden, sobald diese verfügbar ist ...

Akkulaufzeit, Größe und ProMotion Display

Vor allem für videoaffine Poweruser dürfte die Akkulaufzeit ein recht entscheidendes Auswahlkriterium beim aktuellen iPhone 13 Lineup sein. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen hat Apple hier beim gesamten 13er Portfolio die maximalen Laufzeiten erhöht.

Mit 28 Stunden Videowiedergabe steht das iPhone 13 Pro Max an erster Stelle, gefolgt vom 13 Pro mit 22 Stunden, dem iPhone 13 mit 19 Stunden und dem 13 Mini mit maximal 17 Stunden (offizielle Angaben von Apple). Wir klären aktuell, wie sich die Akkuleistung bei unserem Praxistest verhält – mehr hierzu demnächst.

Auch wer auf besonders flüssige/reaktive Bildschirmwiedergaben beim Scrollen - oder vermutlich noch spürbarer - beim Spielen wert legt, findet bei den Pro-Modellen ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Die ProMotion Funktion, die man bereits von einigen Android-Smartphones kennt: Hierbei wird die Bildrate der Displays je nach Anwendung fließend bis maximal 120 Hz getaktet.

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Und schließlich gilt es noch die passende Displaygröße für den jeweilig, individuellen Gebrauch zu finden. Hier sehen wir vor allem maximale Transportabilität dem größtmöglichen „Screen-Estate“ entgegengesetzt. Auch das Thema große vs kleine Hände spielt hier eine Rolle. Wer z.B. sein Smartphone (wie wir) gerne in der Jeanstasche dabei hat, wird mit dem iPhone 13 Pro Max Modell und seinem großen 6.7“ Display schneller „anecken“ als mit den kleineren Modellen. Doch mittlerweile dürften alle Smartphone-User hier über genügend Erfahrung verfügen, welches persönliche Kriterium bei der Displaygröße das wichtigste ist.

Unterm Strich lässt sich festhalten, dass hinsichtlich der Videofunktionen keine wesentlichen technischen Einschränkungen zwischen dem iPhone 13 Pro Max und dem iPhone 13 existieren (abgesehen von Größe und Akkuleistung) – das war nicht immer so – in unseren Augen eine recht begrüßenswerte Entwicklung bei Apple.

Soweit erstmal die aus unserer Sicht wichtigsten Unterscheidungsmerkmale für videoaffine Anwender der aktuellen iPhone 13 Modelle. Mehr demnächst, sobald wir mit unserem Praxistest fertig sind ...

   

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