News: Gute und schlechte Aussichten für den PC- und Grafikkartenmarkt

16.11.2021 von Rudi Schmidts



Wer heute ein schnelles System zur Videobearbeitung sucht dürfte in den letzten Wochen den Eindruck bekommen haben, dass ein MacBook Pro aktuell eine der besten Möglichkeiten darstellt bezahlbare GPU-Leistung zu erstehen. Tatsächlich sieht die Zukunft auf der anderen Seite der Macht jedoch nicht so düster aus.

Wenn es um die reine Laptop-Performance geht, steht im Januar zuerst einmal der mobile Gegenschlag von AMD und Intel ins Haus. Mobile Prozessoren wie die neuen Intel Core i7-12800H/HK liegen dabei in der CPU-Leistung auf Augenhöhe mit Apples M1 Max und auch von AMDs mobilem 8-core Ryzen 9 6900HX (Rembrandt-H) hört man bereits viel spannendes.

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Kombiniert man diese neuen CPUs mit den neuesten diskreten mGPUs - für die man im Laptop verbaut keine Mining-Mondpreise Aufschläge bezahlen muss - dürfte man für Resolve bald noch deutlich mehr Performance auf den Tisch bekommen als man mit einem Apple M1 Pro/Max Laptop für ähnliches Geld erwarten kann. Allerdings wird Apple im Bezug auf Portabilität und Stromverbrauch in dieser Generation (noch) nicht wieder einzuholen sein. Die Windows-Laptops 2022 werden somit mit Sicherheit etwas schwerer, lauter und stromhungriger sein.

Die kommenden mobilen GPUs wie die Nvidia RTX3080 Ti werden bis zu 16 GB DDR5 RAM mit fast 450 MB/s Datendurchsatz anbieten und die reine Rechenleistung auf dem Papier liegt mit 20.71 TFLOPS beim Doppelten eines voll ausgebauten MacBook Pro M1 Max. Wer maximale tragbare Rechenleistung sucht wird Anfang 2022 also höchstwahrscheinlich auf der PC Seite wieder einiges geboten bekommen.

Wer dagegen noch mehr Leistung sucht bzw. braucht und sich einen Desktop-Rechner oder eine Workstation konfigurieren will, wird allerdings weiterhin durch die Krypto-Miner in diesem Vorhaben deutlich behindert. Aktuell ziehen die Preise für Grafikkarten sogar wieder stärker an und eine Erholung ist weiterhin nicht in Sicht. Grundsätzlich darf man den Ethereum-Kurs hierfür als Indikator betrachten. Steigt dieser stark so ziehen auch die GPU-Preise an, fällt oder stagniert er, folgen die Grafikkarten ebenfalls leicht verzögert diesem Trend.

Tatsächlich sehen wir mittlerweile als einzige Hoffnung den PoW-Umstieg von Ethererum 2.0, der ein GPU-Mining mit der zweitgrößten Kryptowährung obsolet machen sollte. Dieser Umstieg verzögert sich jedoch schon seit über einem Jahr und ist aktuell für Mitte 2022 prognostiziert. Man braucht demnach kein Augur zu sein, um zu behaupten, dass Grafikkarten bis Herbst 2022 nur zu deutlich überteuerten Preisen zu bekommen sein werden. Dann steht allerdings bei Nvidia auch der nächste Generationswechsel ins Haus und vielleicht bewegen sich zu diesem Zeitpunkt dann zusammen mit einer Gebrauchtmarkt Schwemme die GPU Preise endlich mal nach Süden...

Dann würden vielleicht auch die kommenden, neuen Grafikkarten bezahlbar(er), denn hier darf man mit der nächsten Generation im Herbst 2022 einiges erwarten. AMD wird Gerüchten zufolge bei der Leistung Nvidia erstmals seit einem Jahrzehnt deutlich unter Druck setzen können, da man die bei CPUs bewährte Multi-Die Strategie auch auf die kommenden GPU-Topmodelle übertragen wird.

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Hier wird es bei der reinen Rechenleistung enorme Leistungssprünge geben, die man aktuell bereits bei AMDs Server GPUs bewundern kann. Das ganze könnte noch mit dem neuen HBM3 Speicher gepaart werden. Dieser ermöglicht auf GPUs Datenübertragungsraten von bis zu 3,3 TB/s. Das ist das Dreifache einer RTX 3090 und das 8 fache eines MacBook Pro M1 Max.

Es werden also sicherlich in einem Jahr 8K-Timelines mit vielen Effekten in Echtzeit flutschen können. Offen bleibt nur weiterhin, was der Spaß dann kosten kann...

   

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