Test: Rode Wirelesss Go II - die beste 2-Kanal-Funkstrecke für Indies inkl. Pro-Funktionen?

29.11.2021 von Rob



Mit der digitalen Wireless Go II Funkstrecke hat Rode seiner Einsteiger-Funkstrecke eine 2-Kanal Option an die Seite gestellt, die neben der bekannten Nutzung als drahtloses Clip-On Mikro oder Lavalier-System jetzt auch über eine interne (Backup) Aufnahmefunktion, einen erweiterten Funktionsradius und die Option den Empfänger via USB-C auch an mobilen Geräten als Audio-Streaming-Lösung zu betreiben …

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Handling und Funktionsumfang

Die Wireless GO II Funkstrecke von Rode trumpft mit einem recht beeindruckendem Funktionsumfang auf. Das Wireless Go II Kit besteht als 2-Kanal-Lösung jetzt aus zwei Sendern (TX) und einem Empfänger (RX) im bekannten, kompakten Voll-Kunststoff Gehäuse des Vorgängers. Bei gerade einmal 30g pro TX-Funkeinheit (33g RX-Empfänger von uns gewogen) hat sich Rode bei der Entscheidung Gewichtsersparnis vs Robustheit klar für ersteres entschieden. Wer also auf der Suche nach einer besonders leichten 2-Kanal Funkstrecke ist, bsp. für den Betrieb an der Gimbal-Kamera oder für besonders leichte, handgeführte Setups liegt hier genau richtig.

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Wer hingegen für robuste Außeneinsätze auf solide Metallkonstruktionen inkl. Wechselakkus und adapterfreie XLR-Anbindung angewiesen ist, wird vermutlich woanders eher fündig werden, dürfte sich dann jedoch auch klar in einem deutlich professionellerem Segment mit entsprechenden Preisen bewegen. Mit einer UVP. von 329,- Euro und Straßenpreisen deutlich unterhalb von 270,- Euro ist die Rode Wireless Go II tatsächlich ein absolutes Schnäppchen (zum Preis-/Leistungsverhältnis im Folgenden mehr).

Neben dem geringen Gewicht verfügen die Sender der Rode Wireless GO II Funkstrecke jetzt erstmalig auch über eine interne Aufnahmefunktion - für uns neben der 2-Kanalfunktion das überragende Feature der GO II: Ganz gleich ob man im wireless Setup mit den internen Mikros der Sender oder mit Lavaliers (oder mit Shotguns wie bsp dem Rode VideoMic NTG) arbeitet: Stets lässt sich eine lokale, interne Backup-Aufnahme wahlweise in „Broadcast-Quality Uncompressed“ oder „Standard Quality Compressed“ im internen Speicher des Senders anlegen.

Sollte es also bei der WIFI-Übertragung zur Kamera zu Aussetzern oder Störungen durch andere Netzwerke kommen, hat man also immer noch eine Backup-Aufnahme zur Verfügung, die lokal im Sender gespeichert wurde und damit garantiert frei von Übertragungsfehlern ist. Allein diese Funktion ist unserer Meinung nach „Gold“ wert und schiebt das aktuelle Wireless GO II Funksystem zusammen mit der 2-Kanal-Fähgkeit ein beachtliches Stück Richtung „Pro“.

Auf dem internen Speicher finden bei der „Uncompressed“ Aufnahme 7+ Stunden Platz, bei der „Compressed“ Aufnahme werden 43+ Stunden freier Speicher angezeigt.

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Beim Thema Anschlüsse verfügen sowohl der Empfänger als auch die Empfänger sowohl über USB-C Schnittstellen als auch über Mini-Klinken-Aufnahmen. Über Miniklinke lässt sich der Empfänger klassisch mit Kameras mit entsprechendem Mikro-Eingang koppeln, während beim Sender die Miniklinke für zusätzlich Mikrofonierungen wie Lavalier u.a. genutzt werden kann.

Via USB-C Schnittstelle lässt sich der fest verbaute Lithium Ionen Akku aller GO II Einheiten unkompliziert laden, Firmware Updates via Rode Central App aufspielen sowie eine Reihe von Einstellungen wie Backup-Recording, Split-Modi, Clock-Resets, LED- und Button-Funktionen u.a. einstellen. Darüber hinaus dient der USB-C Port bei den Sendern für das Übertragen der Backup-Aufnahmen auf den Rechner. Beim Empfänger lässt sich via USB-C ein drahtloses Mikro Setup für Webcam-Applikationen am Mac/Pc einbinden. Der GOII Sender oder ein an ihm angeschlossenes Lavalier lassen sich dann unkompliziert in Applikationen wie Skype, Facetime, Rode Connect etc, einbinden. Wir hatten keine Probleme am MacBook mit Skype das Wireless Go II Mikro auszuwählen.

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Das Handling der Wireless Go II Komponenten ist insgesamt auf eine möglichst einfache Bedienung ausgelegt - was auch durchaus Sinn macht – schließlich stellen vor allem Solo-Operator wie Youtuber, Vlogger und andere Solo Content-Producer die primäre Zielgruppe dar.

Bereits Out-of-the-Box funktionierte bei uns das Pairing der einzelnen Komponenten. Wer die Funkstrecke also möglichst einfach an der DSLM oder am Handy betreiben möchte, muss lediglich die interne Audioverstärkung der jeweiligen Kamera bestmöglich reduzieren und am GOII Empfänger den Pegel anheben und kann direkt loslegen.

Wer bislang bei DSLMs vor allem mit XLR-Adaptern unterwegs ist, muss bei der Rode Wireless GO II jedoch auch Kompromisse in Kauf nehmen. So lässt sich der Pegel am Empfänger immer nur global einstellen – auch im 2-Kanal-Betrieb. Hat man also eine laute und eine leise Tonquelle, bleibt als einziger Weg am entsprechenden Sender ein Pad zu aktivieren, das sich sowohl via Rode Central als auch am Receiver pro Sender einstellen lässt. Eine andere Option wäre mit Splitter-kabeln und Rode VXLR-Adapter am entsprechenden DSLM XLR-Adapter zu arbeiten - aber das wird uns dann etwas zu viel an Adptern und entspricht in unseren Augen nicht mehr dem Haupteinsatzzweck der Wireless GO II Funkstrecke.

Fairer Weise muss man zum Thema globale Aussteuerung sagen, dass Rode die Pegel der beiden Empfänger bereits recht gut für Sprache gesetzt hat. Wir konnten ein Clipping der internen Mikros nur mit extrem lauter Sprache/Schreien provozieren.

Als ziemlich clever empfanden wir die Kunststoff-Clips die sich an allen Units der Wireless GO II Funkstrecke befinden.

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Diese lassen sich einerseits als Clips zur Befestigung an der Kleidung oder als Einschub an Blitzschuhaufnahmen nutzen. Für letzteres muss zwar etwas Kraft aufgewandt werden – dafür sitzt der Empfänger dann auch vergleichsweise fest: Ideal auch um den Empfänger am Cage einer DSLM mit Blitzschuhaufnahme zu betreiben.

Gute Arbeit hat Rode auch beim integrierten Monitor des Empfängers geleistet, auf diesem lässt sich mit einem Blick der (ungefähre) Pegel, der Gain (von -30 bis 0db), der Akkustatus aller 3 Module, aktivierte Pads sowie der Status der internen Backupaufzeichnung zentral ablesen.

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Darüber hinaus lassen sich am Empfänger die Sender remote einzeln muten sowie von Split- auf Merged-Mode umstellen.

Wer Zugriff auf noch umfassendere Einstellungen wie die Segmentierung der Gain-Stufen, das Verhalten/Format des Backup-Recording, die Synchronisation mit der Workstation-Uhr, die Helligkeit der LEDs, Safety-Channel Recording und Marker-Funktionen benötigt, ist auf die Rode Central App angewiesen. Dafür muss die einzelne Unit entweder via USB-C mit einem Rechner oder via kostenpflichtigem Spezialkabel mit dem Handy verbunden werden.

Weshalb wir für das Setup der GO II Units das Handy bevorzugen, erklären wir weiter unten im Kapitel (Rode Wireless GO II und iPhone 13 Pro).

Und schließlich ist der neue Bajonettverschluss für die Befestigung des Fellwindschutzes auch noch eine positive Erwähnung wert. Im Gegensatz zum 1-Kanal Wireless Go System hat Rode beim GOII hier eine deutlich besser haltende Lösung verbaut. Der mit einer kurzen Drehung an den Sender-Mikros zu montierende Windschutz hält jetzt sehr gut. Unser Tip: mit montiertem Fellschutz werden die Mikros beim Transport noch besser vor äußeren Einflüssen geschützt. Da man sie in Sekunden

Rode Wireless GO II und internes Mikro

Das „Out-of-the-Box“ Setup der Rode Wireless GO II besteht in der Nutzung der internen Mikros am Sender. Hierfür können die Sender via Clip am T-Shirt- Hemd- oder Jackenfragen einfach befestigt werden. Der Vorteil der Arbeit mit den integrierten Mikros ist ihre besonders schnelle und unkomplizierte Einsatzfähigkeit. Es müssen keine Lavaliers verbunden, keine Mikro-Kabel intelligent geführt oder kaschiert werden.

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Persönlich finden wir zwar, dass sich der „Aufwand“ einer Lavalier-Nutzung hinsichtlich des dezenten Erscheinungsbildes bei sehr guten Tonqualität quasi immer auszahlt - aber sei es drum: Wer aus welchen Gründen auch immer gerade kein Lavalier (oder geangeltes Mikro) mit der Rode Wireles Go II Funkstrecke nutzen kann, erhält auch mit den integrierten Mikros der TX-Empfänger eine sehr gute Tonqualität. Tatsächlich hat es Rode hier unserem Eindruck nach geschafft, sehr nahe an den Sound hochwertiger Lavaliers heranzukommen. Insgesamt glänzt das Rode Wireless Go II System mit sehr geringem Rauschenverhalten (bei allen von uns getesteten Mikrofonierungen).

Im direkten Vergleich zwischen integriertem Rode Mikro und dem von uns sehr geschätzten Sennheiser MKE2 Lavalier würden wir dem Sennheiser Dank stärkerer Höhenbetonung zwar eine höhere Sprachverständlichkeit attestieren – doch die Unterschiede sind nicht gravierend.

Störender empfinden wir bei Nutzung der internen Mikros der GO II hier vor allem die glänzende Optik der schwarzen Oberfläche und die im Vergleich zum Lavalier-Setup doch recht massive Erscheinung am Hemdkragen. Hinzu kommt, dass bei der Nutzung an einem T-Shirt der Rode Sender auch gerne mal bei Bewegung gegen den Körper klappt und hier dann schneller Störgeräusche entstehen.

Unterm Strich bietet Rode mit den internen Mikros der GO II Funkstrecke eine sehr gute Tonqualität bei einfachster Handhabung.

Rode Wireless GO II und Lavalier

Für uns stellt (neben der Mikrofonierung mit Richtmikros) das Setup mit Lavaliers die interessanteste (und in unseren Augen auch professionellste) Nutzung der Rode Wireless Go II Funkstrecke dar. Dank integriertem Miniklinken Anschluß lassen sich Lavaliers unkompliziert an die Sender der Rode Wireless GO II Funkstrecke anschließen.

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Die hiermit erzielte Soundqualität ist sehr gut. Im direkten Vergleich mit der XLR-basierten 1-Kanal Sennheiser AVX-Funkstrecke, kommt die Rode Go II mit dem selben Lavalier sehr nahe heran. Nur wenn man sehr genau hinhört, lässt sich bei der AVX-Funkstrecke ein stärker in die Tiefe verschobener Rauschpegel ausmachen, der bei gleicher Intensität etwas dezenter klingt. Wer also in sehr leiser Umgebung unterwegs ist, mag hier minimal von der recht robusten1-Kanal XLR-Sennheiser Lösung profitieren, muss jedoch auf 2-Kanal-Betrieb, internes Backuprecording, USB-C - Funktionen etc. verzichten.

Gerne hätten wir beim Lavalier-Betrieb mit der Wireless GO II Funkstrecke verschraubbare Miniklinken-Aufnahmen gesehen – andererseits sind die GO II Sender derart leicht, dass bei Zug auf dem Mikrokabel eher der Sender aus der Tasche gezogen wird, als dass sich das Kabel löst.

Für uns ergibt sich damit im Verbund aus 2-Kanal-Betrieb, Backuprecording und guter Lavalier-Soundqualität ein bemerkenswert professionelles Anwendungsszenario. Einzig die Kunststoff-Verarbeitung, die integrierten Akkus und die fehlende Pegelung pro Kanal hinterlassen mit Blick auf eine professionell Nutzung ein kleines Fragezeichen. Für einfache Interview-Szenarios im kleinem Team sehen wir hier jedoch mehr Vor- als Nachteile. (Wir werden die Rode Wireless GO II ib Zukunft bei Interviews im Praxis-Einsatz vor Ort haben – mehr dann demnöchst zum Betrieb in der Praxis ...)

Rode Wireless GO II und Rode VideoMic NTG

Wie vielseitig sich die Rode Wireless Go II Funkstrecke nutzen lässt, zeigt sich bei unseren Tests vor allem im Verbund mit kompakten Richtmikros wie dem Rode VideoMic NTG aus gleichem Hause (das wir u.a. https://www.slashcam.de/artikel/Test/Tonqualitaet-vs--Preis---5-Mikros-im-DSLM-Setup-Vergleich--Teil-1--0-bis-250-Euro---250---Euro--Rode-VideoMic-N.html hier getestet) hatten.

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Mit dem Rode VideoMic NTG spielt das Rode Wireless GO II Set unter anderem auf Grund der cleveren Blitzschuhschiene des VideoMIC NTG zusammen. An diese lässt sich der GO II Sender sehr kompakt befestigen und bietet dann gleich mehrere Anwendungsszenarien: Zum einen lässt sich das Rode Richtmikro so drahtlos an der Tonagel betreiben und bietet ein sehr leichtes und zugleich flexibles Setup.

Zum anderen lässt sich das VideoMic-NTG ebenfalls mit angestecktem Sender auf einen Kameracage an der DSLM packen. Am Blitzschuh der Kamera kann dann der Empfänger befestigt werden und zusätzlich steht noch ein Sender bsp. für ein Lavalier zur Verfügung. Wer also Interviews inkl. Raumatmo direkt in der Kamera aufnehmen möchte oder ein Run&Gun Rig mit Interview-Option benötigt, erhält somit ein sehr kompaktes Gesamtsystem. Zwar ist hier alles dann vom einwandfreien Funktionieren der Funkstrecke abhängig – aber sollte diese mal ausfallen, hat man immer noch das Richtmikro das man direkt an der Kamera betreiben kann.

Rode Wireless GO II und iPhone 13 Pro

Auch wer als „mobiler Journalist“, Vlogger oder für interne Firmenzwecke eine am Smartphone funktionierende Zwei-Kanal- Audio Lösung benötigt, kann hierfür die Rode Wireless GO II Funkstrecke nutzen. Allerdings muss man für den Betrieb am Android bzw. iOS Smartphone ein spezielles Übertragungskabel von Rode kaufen.

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Wir haben hierfür das Rode SC15 USBC-Lightning Kabel am iPhone 13 Pro im Verbund mit Filmic Pro kurz getestet. Nachdem wir den GOII Empfänger mit dem iPhone Pro verbunden hatten, wurde dieser als 2-Kanal-Input problemlos in der Mikro-Liste von Filmic Pro erkannt und lies sich entsprechend auswählen. Via Schaltung an der RX-Unit liess sich hierbei einfach zwischen 2-Kanal-Split- und Merged-Betrieb (gedoppelte Mono-Spur) umschalten.

Wie bei allen anderen Setups hatten wir eine sehr gute Tonqualität bei minimaler interner Verstärkung am Iphone und höherer externer Verstärkung am GOII Empfänger.

Die 2-Kanal iPhone Aufnahme via Rode Wireless GO II sehen wir allerdings eher als qualitativ hochwertige Zusatzoption. Mittlerweile gibt es für Smartphone-only Nutzer auch kompaktere Wireless 2-Kanal Audio Lösungen.

Den viel wichtigeren Nutzen am Smartphone sehen wir dann auch im Verbund mit der Rode Central App. Für die ebenfalls das Rode SC15 Kabel im Verbund mit dem iPhone 13 Pro benötigt wird.

Hiermit lassen sich dann vor Ort alle zentralen Einstellungen sowohl an der TX als auch an der FX Einheit vornehmen, ohne dass man einen Rechner vor Ort nutzen muss. In unseren Augen gerade für ein solch mobiles System wie das Rode Wireless Go II ein ziemlich entscheidender Vorteil.

Hinzu kommt, dass man bei der Rode App am Handy lediglich den Empfänger anstecken muss und gleichzeitig auch Zugriff auf alle Einstellungen der Sender hat – an der Desktop App muss man jede Unit einzeln einstecken.

Einzig für das Überspielen der internen Backup-Aufnahmen vom Sender benötigt man aktuell Rode Central am Rechner (hierfür ist dann nur ein normales USB-C Kabel notwendig).

Im Hinterkopf solle man behalten, dass das Handy-Kabel nicht im Lieferumfang der Funkstrecke dabei ist und mit knapp 25,- Euro nicht gerade ein Schnäppchen darstellt.

Rode Wireless GO II und Central Desktop App

Ein Blick auf die Rode Wireless GO II App sowohl beim angeschlossenen Empfänger als auch beim angeschlossenen Sender zeigt auf einen Blick rech gut den einstellbaren Funktionsumfang.

Beim Empfänger zählen hierzu: Backlight, Gain Mode, Gain, (Channel)Mode, Safety Channel, Button sowie Device Time. Wir empfehlen die Beleuchtung auf On zu belassen, den Gain Modus für eine genauere Segementierung auf „Fine“ zu stellen und den Button auf die Funktion „Marker“ zu stellen (hier ist alternativ auch Backlight möglich). Ziemlich praktisch empfinden wir darüber hinaus den Abgleich mit der Systemzeit um alle Audioaufnahmen mit dem gleichen Zeitbezug zu versehen.

Beim Sender finden sich in Rode Central folgende Einstellungen: Record, Pad, LEDs, Button une ebenfalls die Abgleichfunktion mit der Systemzeit. Wir empfehlen hier vor allem beim Backup-Recording „Always“ zu nutzen und die LED-Intensität auf „Dim“ zu fahren. Bei der Buttonbelegung empfehlen wir Marler oder keine Funktion. Hier ist zwar auch Mute möglich aber die Mute-Funktion lässt sich (wie das Pad) auch am Empfänger aktivieren und uns wäre hier das Risiko eines versehentlichen Mutings zu gross. Eine ähnliche Risikoabwägung haben wir auch bei der Backup-Aufnahme. Durch die Always-Funktion wird hier sichergestellt, dass das Backup-Recording startet, sobald der Sender eingeschaltet wurde.

Bei Signalabbrüchen zum Empfänger setzt der Sender beim Backuprecording einen entsprechenden Marker. Eine sehr gute Funktion, wenn man entsprechende Segmente mit dem Backrecording austauschen möchte.

Nacharbeiten darf Rode gerne noch ein wenig beim Hantieren mit den Backup-Aufnahmen. Gefehlt hat uns hier eine Möglichkeit, mehrere Aufnahmen am Stück zu selektieren/exportieren sowie In/Out Punkte über die Tastatur für den Export zu definieren. Auch eine JKL-Scrub-Navigation würde das Suchen bestimmter Audiopassagen deutlich vereinfachen.

Aber das alles fallt angesichts des Preises und des bereits gebotenen Funktionsumfangs klar unter „Jammern auf hohem Niveau“.

Im Hinterkopf sollte man beim Export der einzelnen Audio-Clips behalten, dass es sich trotz 32Bit Float Option nicht um 32-Bit Aufnahmen handelt. En Clipping ist also bei der Aufnahme durchaus möglich und sollte mit entsprechender Sorgfalt bei der Aussteuerung bedacht werden.

Rode Wireless GO II Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit der Wireless GO II ist angesichts ihres minimalen Gewichts und der umfassenden Funktionen recht gut. Wir haben im Nonstop Zweikanalbetrieb inkl. uncompressed Backup-Recording bei beiden Sendern mit internem Mikro-Gebrauch der TX-Units eine erste Akkuwarnung bei ca. 5 Stunden und 30 Minuten erhalten. Maximal sind wir dann auf 6 Stunden Nonstop-2-Kanal-Betrieb gekommen.

Konservativ würden wir also bei voller Akkuladung von guten 5 Stunden Nonstop-Betriebszeit inkl. Backupaufnahme ausgehen. Wer längere Betriebszeiten benötigt, kommt um eine Ladung zwischendurch nicht herum, da sich die Akkus nicht austauschen lassen. Entsprechend sollte man die Einsätze der Wireless GO II vorausschauend planen. Der Empfänger lässt sich im Gegensatz zu den Sendern auch im laufenden Betrieb via USB-C laden.

Tonbeispiele

Hier ein Paar Tonaufnahmen der Rode Wireless GO II Funkstrecke inkl. Vergleich zum Sennheiser AVX System. Alle Aufnahmen haben wir im Verbund mit der Panasonic S1H gemacht, deren sehr gute Tonabteilung uns hier als Referenzsystem für den DSLM-Bereich dient.

1. Sennheiser MKE2 Lavalier an Rode Wireless Go II und Panasonic S1H

2. Sennheiser MKE2 Lavalier an Sennheiser AVX und Panasonic S1H/XLR-Adapter

3. internes Rode-Mikro an Rode Wireless Go II und Panasonic S1H

Fazit

Rode bleibt seinem Motto "Maximaler Funktionsumfang bei möglichst niedrigem Prei" auch bei der neuen Rode Wireless GO II Funkstrecke treu. Sie glänzt vor allem mit guter Tonqualität, 2-Kanal-Fähigkeit, internem Backuprecording, minimalem Gewicht und einfacher Bedienung.

Primär für YouTuber/Vlogger entwickelt, eignet sich das GO II System vor allem Dank des cleveren Backuprecordings und der guten Reichweite auch für professionelle Projekte im kleinen Team und hier insbesondere für Solo-Shooter/Interviewer aber auch für Gimbal-Setups, die eine entsprechende Audiolösung/Mikrofonierung benötigen.

Bei der Central App darf Rode gerne noch etwas bei der Bedienfreundlichkeit nachlegen und auch die Kabel für den Handy-Anschluß würden wir gerne im Lieferumfang mit dabei sehen - selbst wenn das einen etwas höheren Gesamtpreis bedeuten würde – denn:

Mit einer UVP. von 329,- Euro und Straßenpreisen deutlich unterhalb von 270,- Euro ist die Rode Wireless Go II tatsächlich ein absolutes Schnäppchen. Klare Empfehlung von unserer Seite.

   

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