Test: Die besten DSLMs für Video 2022: Sony, Canon, Panasonic, Nikon, Blackmagic - Welche Kamera wofür?

08.06.2022 von Rob



Update: Wir haben unsere Liste der besten Video-DSLMs um weitere, aktuelle Kameras ergänzt. Noch nie gab es so viele hochperformante Video-DSLMs wie aktuell. Hier unser großer Überblick über die unserer Meinung nach besten Video DSLMs 2022 und wofür sich welche Kamera am besten eignet.

Mit übersichtlichen Infos zu jeder Kamera und der jeweils besten Kamera für die unterschiedlichsten Projekte von Werbung bis Doku, von Hochzeit über Pro Foto/Video Projekte bis hin zu Musikvideo und Livestreaming.

Die Reihenfolge ist zufällig und stellt damit keine Rangliste dar.

Deine Objektive sind wichtiger als die Kamera

Bevor wir uns ausführlich mit der Frage befassen, welche Kamera wofür besser geeignet ist, vorab ein Paar Überlegungen zu dem in unseren Augen wichtigerem Bestandteil eines Kamerasystems: Dem Objektiv.

Objektive sind wichtiger als Kameras und dies in mehrfacher Hinsicht: Wer bereits in ein höherwertigeres Objektiv-Portfolio investiert hat, kommt hier schnell auf Werte, die deutlich oberhalb eines Kamerabodys liegen. Ein Systemwechsel kann somit recht kostspielig werden. Grundsätzlich raten wir stets das bereits vorhandene Objektiv-Set in die Überlegungen pro oder contra einer neuen Kamera mit einzubeziehen.

Wer beispielsweise über eine großes Set an Nikon oder Canon Glas verfügt, erhält mit den jeweiligen Nikon/Canon DSLR-DSLM-Adaptern umfangreiche AF- und Programmfunktionen. Vor einem kompletten Systemwechsel lohnt es sich auf jeden Fall herauszufinden, ob die Performance der adaptierten (Spiegelreflex)-Objektive am aktuellen DSLM-Body ausreicht. Hier lässt sich viel Geld sparen.

Doch auch wer noch kein größeres Objektivportfolio eines Herstellers besitzt und „frisch“ in ein aktuelles Kamerasystem einsteigen möchte, tut gut daran, sich vor der Kamerawahl das DSLM-Objektivportfolio des Herstellers genauer anzuschauen und Antworten auf die (für sich) wichtigsten Fragen zu finden wie etwa:

Sind stabilisierte Objektive für meine Bewegtbildarbeit wichtig? Welche Brennweiten sind stabilisiert? Welche Brennweiten sind aktuell verfügbar und wie sieht die Objektivroadmap des jeweiligen Herstellers aus? Wie groß und wie schwer sind die Objektive im Vergleich zu den Objektiven eines anderen Systems und schließlich: Wieviel kosten die für mich wichtigsten Brennweiten? Gibt es Dritthersteller mit günstigeren Objektiven bei gleicher Bildqualität?

Häufig verengt sich unser Blick auf „Kamerafunktionen“ und dabei gerät jener Teil eines Kamerasystems aus dem Blickwinkel, in den wir (über die Zeit) häufig deutlich mehr Geld investieren: Die Objektive.

Und an dieser Stelle sei auch nochmal darauf hingewiesen: Die folgenden Bewertungen entsprechen unseren Erfahrungen/Einschätzungen/Test mit der jeweiligen Kamera - andere Sichtweisen und Anwendungen sind „ausdrücklich erlaubt“ …

Doch jetzt zu den Kameras:

1. Nikon Z9

Mit der Nikon Z9 zeigt Nikon aktuell, was in einer Highend-DSLM in Sachen Foto UND Video möglich ist. Wer Profi (Sport)fotograf und mit Nikon Objektiven unterwegs ist, der dürfte die Z9 sowieso schon auf dem Zettel für die nächste Kamera haben - aber auch für Bewegtbildproduktionen bietet die Nikon Z9 ein sehr hohes Niveau. Als einzige derzeit am Markt befindliche Kamera zeichnet sie sowohl 8K 50/60p im neuen Nikon RAW als auch 4K ProRes RAW 50/60p intern auf - (hier gilt es allerdings die Klage von RED gegen Nikon abzuwarten und zu sehen, ob die interne RAW-Aufzeichnung Bestand haben wird).

Mit der internen RAW Aufzeichnung bis max 8K/60p (ohne zusätzliche Stromversorgung) bietet die Nikon Z9 aktuell sowohl die höchste RAW-Auflösung als auch die höchste Framerate bei RAW-Video an. Hinzu kommt noch „normales“, internes ProRes 422 HQ in max 4K/ 60p. Eine echte Monster-Maschine – auch für Video.

Den Schwerpunkt der Nikon Z9 sehen wir zwar bei der professionellen Action-/Event- und Sportfotografie, doch die Videofunktionen der Nikon Z9 sind ziemlich einmalig und stellen sie bemerkenswert breit auf: Wer lange Video-Aufnahmen am Stück (über 3,5 Stunden Nonstop 10 Bit 4K Log 25p Aufnahme / von uns gestoppt) bsp. für Veranstaltungen, Interviews oder Reportage benötigt, wird ebenso bedient, wie all diejenigen die hohe Bildqualität in Verbindung mit hohem Dynamikumfang für szenische Projekte benötigen.

Im Hinterkopf sollte man bei der Nikon Z9 behalten, dass das Nikon RAW Log Material nicht zu den besonders einfach zu gradenden LOG-Varianten zählt und auch der Nikon LUT-Support für unseren Geschmack noch etwas ausgedehnt werden dürfte. Außerdem bietet die Nikon Z9 im Ggs. zur direkten Konkurrenz keine Option für einen kabellosen XLR-Adapter, verfügt über weniger videorelevante, stabilisierte Objektive und baut grundsätzlich eher größer und schwerer – wer also auf geringes Gewicht und kleine Abmessungen angewiesen ist, dürfte woanders eher fündig werden.

Nikon Z9 - Praxis: Pro & Contra

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Pro // 8K RAW 60p, Dual Card Slots, langen Aufnahmezeiten ohne Hitzelimits bei 10 Bit 4K Log, robust, sehr guter Video-AF, lüfterloses / leises Design, sehr lange Akkulaufzeiten

Contra // schwer, keine False Color Anzeige, keine Shutterangle-Funktion, aktuell noch wenig etabliertes LOG-Format, kein 4-Kanal Audio, interne RAW-Aufnahme von RED vor Gericht angefochten und damit etwas unsicher hinsichtlich Raw Video-Specs.

2. Sony A7S III

Wer eine Vollformat-DSLM vor allem für die Videoproduktion sucht, findet in der Sony A7S III mit ihrem 12,1 MP Sensor einen Top Video-Allrounder, der sich nur wenige Schwächen erlaubt:

Internes 4K 10 Bit 4:2:2 Recording bis max 120p, duale Cardslots, sehr gutes AF-System, sehr gute Akkuleistung, via Blitzschuh (MI-Shoe) aufsteckbare XLR- und Drahtlos-Mikrofonlösung und ein bemerkenswert niedriger Rolling Shutter summieren sich zu einem performanten Videotool, das seine Stärken vor allem dort ausspielt, wo über einen längeren Zeitraum im professionellen Zusammenhang aufgenommen werden soll wie: Reportage, Doku, Event und/oder wo ein besonders hochwertiger Autofokus benötigt wird wie: Hochzeit, Gimbaleinsatz. Auch der mit 9,4 Mio Bildpunkten bemerkenswert hoch auslösende Sucher performt sehr gut.

Wer hingegen besonders hochwertig aufgelöstes 4K Video (via Downsampling von 6K/8K), eine überdurchschnittliche Sensorstabilisierung oder parallel auch ein professionellen Ansprüchen genügendes Foto-Tool benötigt, findet woanders passenderes.

Sony A7S III - Praxis: Pro & Contra

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Pro // sehr guter AF, gutes Schärfemonitoring bei manuellem Fokus via Sucherverösserung, exzellenter Sucher (9,4 Mio Bildpunkte), sehr gute Akkulaufzeiten, kaum Hitzeprobleme, Standard HDMI-Out, XLR-Audio-Adapter, 4K 120p in 10 Bit 4:2:2, duale SD-Cardslots inkl. Backuprecording, sehr niedriger Rolling Shutter

Contra // 4K könnte besser aufgelöst sein, Stabilisierungsleistung unterdurchschnittlich, keine professionelle Fotoauflösung

3. Sony FX3

Die Sony FX3 verfügt über den gleichen, performanten Vollformat-Sensor wie die Sony A7S III.

Im Gegensatz zur Alpha 7S III verzichtet die FX3 jedoch auch den Sucher und bringt dafür bereits von Hause aus einen Top-Handle inkl. XLR-Anschlüssen sowie einen integrierten Lüfter mit. Dieser ermöglicht der FX3 ununterbrochen in 4K 10 Bit 4:2:2 50p aufzunehmen. Ansonsten gilt alles für die FX3 was wir bereits zur A7S III gesagt haben. Dank des Lüfters ist bei der FX3 eine besonders lange, ununterbrochene Aufnahme möglich.

Entsprechend sehen wir die FX3 insbesondere für Reportage/Doku/Interviews aber aber auch für Events (Theater, Sport, Hochzeit, Messen etc,.) sowie für den Gimbaleinsatz geeignet.

Wie bei der A7S III gilt:

Wer hingegen besonders hochwertig aufgelöstes 4K Video (6K oder 8K Downsampling), eine überdurchschnittliche Sensorstabilisierung oder parallel auch ein professionellen Ansprüchen genügendes Foto-Tool benötigt, findet woanders passenderes.

Sony FX3 - Praxis: Pro & Contra

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Pro // sehr guter AF, gutes Schärfemonitoring bei manuellem Fokus, sehr gute Akkulaufzeiten, langes 4K 50p Recording ohne Hitzeprobleme, Standard HDMI-Out, XLR-Audio inklusive, 4K 120p in 10 Bit 4:2:2, duale SD-Cardslots inkl. Backuprecording, Top-Handle, sehr niedriger Rolling Shutter

Contra // 4K könnte besser aufgelöst sein, Stabilisierungsleistung unterdurchschnittlich, zu geringe Fotoauflösung, kein Sucher

4. Sony A1

Die A1 stellt Sonys Flaggschiff Vollformat DSLM mit 50,1 MP-Sensor und 8K Videoaufnahme dar.

Im Fotobetrieb bietet die Sony A1 50,1 MP blackoutfreie Aufnahmen mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde bei aktiviertem AF- und AE-Tracking. Damit eignet sich die Sony A1 perfekt für Sport-, Tier- und Actionfotografen.

In Sachen Video stehen max. 8K 10 Bit 4:2:0 30p Aufnahmen oder hochwertig aufgelöste 4K Aufnahmen in 10 Bit 4:2:2 zur Verfügung. Im Gegensatz zur Sony A7S III sampelt die A1 für ihre 4K Aufnahmen in bester Qualität im S35 Modus ohne Pixelbinning von einer 5.8K Sensorfläche auf 4K herunter und erzeugt so Dank Downsampling ein qualitativ hochwertiges 4K Bild. Wie bei anderen, hochauflösenden Sony Alpha-Kameras entsteht das hochwertigste 4K Material bei der A1 somit im S35-Crop Betrieb.

Darüber hinaus bietet die Sony A1 wie die A7S III max 120 fps in 4K 10 Bit 4:2:2 und verfügt über einen sehr guten Videoautofokus, XLR-Adapter-Optionen, Dual Card Slots und Drahtlos-Mikro-Optionen (via MI-Shoe).

Zwar sehen wir die Sony A1 immer noch in erster Linie für Fotografen ausgelegt aber im Gegensatz zu früheren „Flaggschiffkameras“ haben die Videofunktionen hier stark dazugewonnen. Entsprechend eignet sich die Sony A1 für all diejenigen, die eine Hybrid-Vollformat Kamera für die Produktion von sowohl Fotos als auch Videos auf professionellem Niveau benötigen. Ihr Haupteinsatzgebiet sehen wir vor allem in den Bereichen Sport-, Action-, Tierfilm/Fotografie sowie Events.

Sony A1- Praxis: Pro & Contra

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Pro // sehr guter AF und Trackingfunktionen, 4K 10 Bit bis max 120p in sehr guter Qualität, gute Colorscience, professionelles Foto- und Videotool, gute Akkulaufzeiten, XLR-Option via Adapter, hochwertiger Sucher mit hervorragender Auflösung

Contra // kein Waveform-Monitoring, keine Shutter-Angle Anzeige, keine False Color Funktion

5. Canon EOS R5C

Mit der Canon EOS R5C bietet Canon in unseren Augen aktuell die am konsequentesten auf einen hybriden, professionellen Foto-/Video Betrieb ausgelegte DSLM.

Dies wird insbesondere durch die strikt getrennte Menüführung für den jeweiligen Einsatz: Foto oder Video (gekoppelt mit dem entsprechenden Modus-Wahlschalter) deutlich. Im Videobetrieb verfügt die Canon EOS R5C über quasi das gleiche Videomenü wie die Cinema EOS Linie von Canon wie bsp. die EOS C70 inkl. Videofunktionen wie False Color, TimeCode In/Out, Peaking im AF und MF-Betrieb uvm.

Zu den Highlights der Canon EOS R5C zählt die interne 8K RAW Aufnahme (50/60p inkl AF mit externer Stromquelle bsp. Powerbank via USB-C), die 6K RAW Aufnahme mit S35 Sensorauslesung, der sehr gute Dual Pixel AF, die kabellose XLR-Funktion via Tascam XLR-Adapter, die Dank Lüfter deutlich erweiterte Hitzelimits, das gute (nummerierte!) Schalterlayout sowie die hervorragende Hauttonwiedergabe in LOG (inkl. unkompliziertem und breit implementiertem) Postproduktionsworkflow.

Die Canon EOS R5C eignet sich insbesondere für alle Projekte, bei denen maximale Bildqualität und guter AF im Vordergrund stehen – wir sehen die EOS R5C vor allem für szenische Drehs wie Werbung, Promotion, Musikvideo sowie Gimbal-Shots sehr gut aufgestellt.

Wer hingegen auf längere Akkulaufzeiten angewiesen ist oder für manuelle Objektive eine kamera-interne Sensorstabilisierung benötigt, dürfte woanders eher fündig werden.

Canon EOS R5C - Praxis: Pro & Contra

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Pro // hochwertige 4K Auflösung inkl. 4K 60p, interne 8K RAW-Aufnahme bis max 50/60p, XF-AVC-Aufnahme, komplettes Cinema EOS Menü, XLR-Option via Tascam-Adapter, Timecode In/Out, sehr gutes Schalteralyout, False Color, schlankere RAW Light-Option, sehr guter AF, gutes Schärfemonitoring bei manuellem Fokus, sehr guter Sucher (OLED 5,7 Mio Bildpunkte), professionelle Foto-Performance, insgesamt sehr gute Bildqualität, gutes Portfolio an stabilisierten Objektiven

Contra // durchschnittliche Akkuleistung, keine Sensorstabilisierung, interner Lüfter, 8K RAW 50/60p inkl. AF nur mit zusätzlicher Stromquelle.

6. Canon EOS R5

Im Gegensatz zur Canon EOS R5C sehen wir den Fokus bei Canon EOS R5-Anwendungen etwas mehr im Foto als im Videobereich. Nichtsdestotrotz verfügt sie mit ihrem internen aufgenommenen 12 Bit 8K RAW Video wie die EOS R5C über bemerkenswert hochqualitatives Video.

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Hinzu kommt ein Video-Autofokussystem, das zusammen mit Sony zu den besten am Markt befindlichen zählt. Im Gegensatz zur Canon EOS R5C verfügt die Canon EOS R5 über interne Sensorstabilisierung. Punkten kann Canon in unseren Augen darüber hinaus mit einem hochwertigen Objektivportolio, das im Vergleich zur aktuellen Konkurrenz deutlich mehr videorelevante Optiken mit optischer Stabilisierung ausstattet. Das Stabilisierungssystem der Canon EOS R5 stellt (zusammen mit dem Panasonic S-System) die mit Abstand beste aktuell verfügbare kombinierte Video-Stabilisierung zur Verfügung.

Der Verbund aus überdurchschnittlich hochwertiger 8K und 4K Videoqualität zusammen mit den Video-Aufnahmelimits auf max. 30 Min am Stück (bzw. längeren Sensor-Abkühlungsphase) prädestinieren die Canon EOS R5 vor allem für Hochglanzformate mit kürzeren Aufnahmezeiten und externer Tonaufnahme wie Musikvideo, Werbung etc. Auch als Gimbalkamera funktioniert die R5 Dank sehr gutem Dual Pixel Autofokussystem optimal. Zusammen mit ihrem professionellen Foto-Standards entsprechendem 45MP Sensor stellt sie (zusammen mit der EOS R5C, der Nikon Z9 und der Sony A1) eine der hochwertigsten Foto/Video Hybrid-Kameras für Profis dar.

Wer hingegen auf längere Aufnahmen am Stück etwa für Reportage/Doku/längere Interviews oder Theater/Events angewiesen ist und/oder hochwertige XLR-Audio On Board Optionen benötigt, dürfte eher woanders fündig werden.

Canon EOS R5 - Praxis: Pro & Contra

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Pro // hochwertige 4K Auflösung (insbesondere Fullsensor bis 4K 30p) , 12 Bit 8K RAW, schlankere RAW Light-Option, sehr guter AF, gutes Shärfemonitoring bei manuellem Fokus, sehr guter Sucher (OLED 5,7 Mio Bildpunkte), sehr gute Stabilisierungsleistung, professionelle Foto-Performance

Contra // Aufnahmelimits und Abkühlphasen, keine XLR-Option, kein duales Backuprecording, hochwertiges 4K 60p nur im S35 Crop.

7. Canon EOS R6

Die Canon EOS R6 stellt mir ihrem 20MP-Sensor eine der besten Optionen für all diejenigen dar, die in erster Linie qualitativ hochwertiges 4K 10 Bit 4:2:2 50/60p Material in Vollformatauslesung benötigen und dabei weder auf einen hochwertigen AF noch auf eine gute Stabilisierungsleistung verzichten wollen.

Tatsächlich empfehlen wir bei der Canon EOS R6 auch für bestmögliches 4K 25p-Material in 50p aufzunehmen und in der Postproduktion dann entsprechend auf 25p zu „normalisieren“: Die Canon EOS R6 besitzt nämlich deutlich bessere Rolling Shutter Werte im 4k 50/60p Betrieb als bei 25p - ohne Einbußen bei der Videoauflösung. (Zum Vergleich: Auch die Canon EOS R5 kann vergleichbar hochwertig aufgelöstes 4K 10 Bit 50/60p Material produzieren – muss hierfür jedoch auf Grund ihres hohen Pixelcounts mit S35 Sensorreadout betrieben werden, in dem sie dann oberhalb von 5K auf 4k downsamplen kann).

Die Canon EOS R6 stellt in diesem Lineup also vor allem eine hochwertige 4K 10 Bit 4:2:2 50/60p Lösung bei Vollformatauslesung dar. Dies kann vor allem für diejenigen, die mit Weitwinkel-Optiken unterwegs sind, eine wichtige Option sein.

Darüber hinaus verfügt die Canon EOS R6 über duale SD Cardslots (allerdings kein Video Backuprecording) und hat weniger mit Hitzelimits zu kämpfen als ihre große R5 Schwester.

Verzichten muss man bei der Canon EOS R6 im Gegensatz zur R5 jedoch (neben 8K Video und RAW) auf eine Pro-Fotoauflösung, der Sucher der R6 löst „nur“ mit 3,69 MP auf und im 4K 24/25p Betrieb liegt der Rolling Shutter bei eher mäßigen 31 ms.

Canon EOS R6 - Praxis: Pro & Contra

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Pro // hochwertiges 10 Bit 4K 50/60p Material bei Fullsensorreadout, sehr guter AF, gutes Schärfemonitoring bei manuellem Fokus, sehr gute Stabilisierungsleistung

Contra // Recordinglimits und Abkühlphasen, keine XLR-Option, kein duales Backuprecording für Video, Rolling Shutter bei 4k 24/25p vergleichsweise hoch

8. Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K Pro

Mit seinem Pocket Cinema Camera Lineup hat Blackmagic die Herzen die Independent-Filmer für sich erobert und auch die aktuelle Pocket Cinema Camera 6K Pro mit ihrem S35 Sensor und Canon EF-Mount sehen wir perfekt für die szenische Bewegtbildproduktion für Indies ausgerichtet.

Dank Blackmagics zugleich robustem als auch flexiblem RAW-Codec und der kostenlosen Volllizenz von Blackmagic Resolve stellt die Pocket Cinema Camera 6K Pro (wie die 6K und 4K) gleich auch ein umfassendes, professionelles Postproduktionssystem zur Verfügung.

Die Blackmagic Pocket Cinema Kamera 6K Pro stellt eine der wenigen Kameras dieses Vergleichs dar, die intern 6K RAW mit bis zu 50 fps aufzeichnen kann. Darüber hinaus verfügt sie als einzige über integrierte ND-Filter und 2x Mini-XLR-Anschlüsse. Zu ihren weiteren Stärken zählen ein jetzt optional verfügbarer Sucher, ein HDMI-Out in Standardgröße und die Fähigkeit neben interner SD oder CFast Karte auch via USB-C auf günstige, externe Datenträger (SSD) aufzuzeichnen – vor allem für weniger stark komprimierte RAW-Formate eine willkommene, kostengünstige Option. Zumal hier auch lange Aufnahmezeiten am Stück möglich sind.

Die Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K stellt darüber hinaus eine der wenigen Kameras dieses Vergleichs dar, die über eine False-Color Funktion verfügt – für uns die mit Abstand beste Option für eine zugleich schnelle als auch exakte Belichtungskontrolle. Und auch wenn wir keine Freunde von Touchscreenbedienung sind: Blackmagics Menüsystem zählt zu den übersichtlichsten am Markt befindlichen Kameramenüs. Hinzu kommt ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis – vor allem in Bezug auf die gebotene Bildqualität.

Ihre starke Performance bei der szenischen Produktion zeigt auf der anderen Seite, wofür wir die Pocket Cinema Kamera 6K Pro weniger geeignet sehen: Wer eher eine Kamera mit gutem Autofokus, hochwertigem Sucher, guter Stabilisierung, professioneller Fotofunktion und langer Akkulaufzeit sucht, wird woanders fündig werden.

Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K Pro - Praxis: Pro & Contra

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Pro // 6K RAW bis max 50p, kostengünstige, externe Aufzeichnung auf SSD via USB-C, 2x XLR, False Color Funktion, Suchervergrösserung während der Aufnahme, großes Display, Vollversion von DaVinci Resolve dabei, gutes Menüsystem, vergleichsweise günstig

Contra // geringe AF-Funktionen, Dynamikumfang könnte höher sein (bsp. mit Ursa Mini Sensor), geringe Fotoauflösung, keine Sensorstabilisierung, hoher Stromverbrauch, mittelmäßiger Sucher

9. Sigma FP

Die Sigma FP stellt für uns vor allem eine Spezialkamera dar: Mit ihren winzigen Abmessungen von 112,6 × 69,9 × 45,3 mm bei gerade mal 360g verfügt sie bemerkenswerter Weise trotzdem über einen Vollformat Sensor.

Zwar kommt die Qualität ihres Vollformat 4K Materials (intern wie extern) nicht ganz an die Qualität der anderen hier aufgelisteten Vollformatkameras heran, doch dafür lässt sie sich an Orten einsetzen, wo andere Kameras entweder wegen ihrer Größe oder ihres High-Profile Looks nicht eingesetzt werden können.

Die Sigma FP sehen wir daher vor allem als Spezialkamera für schwierig zu erreichende Orte oder als Stealth/Low-Profile Kamera für Drehszenarios bei denen die Kamera schnell in der Hosentasche verschwinden muss aber trotzdem ein Wechselobjektivlook gefragt ist.

Zu unserer Klassifizierung als „Spezialkamera“ trägt jedoch noch eine andere Funktion der Sigma FP bei, bei der sie deutlich besser abschneidet als alle anderen Kameras dieses Vergleichs :Und zwar als bemerkenswert einfach einzurichtende Webcam - in Pandemiezeiten kein zu unterschätzender USP. Im Gegensatz zu allen anderen Kameras hier wird die Sigma fp ohne zusätzliche Treiber von Desktopsystemen als USB-Webcam erkannt. Hinzu kommt, dass die Sigma FP ebenfalls als einzige Kamera hier das Audiosignal ihres eingebauten Mikros für Videokonferencing-Software ohne zusätzliche Hardware und Treiber zur Verfügung stellt.

Die Sigma FP empfehlen wir also für all diejenigen die entweder auf der Suche nach einer Low-Profile/ Stealth Kamera oder einer einfach zu bedienenden Webcam mit hochwertigem Look sind.

Weniger geeignet sehen wir die Sigma Fp für all diejenigen, die eine hochwertige AF-Funktion benötigen, auf eine gute Video-Stabilisierung oder einen Sucher angewiesen sind oder hochwertig ausgelöstes, internes 4K 10 Bit Log Material benötigen.

Sigma FP- Praxis: Pro & Contra

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Pro // trotz minimaler Größe recht gutes Schalteralayout, hochwertig verarbeitetes Gehäuse, minimale Abmessungen für schwierige Kamerainstallationen, guter Low-Profil/Stealth-Faktor, einfach zu installierende Webcam mit hochwertigem Bild.

Contra // 4K-Aufösung bei Full-Sensor-Readout könnte besser sein, AF für Video kaum nutzbar, keine Sensorstabilisierung, kein internes 10 Bit Log.

10. Panasonic S1H

Die aktuellen Panasonic Vollformat DSLMs (S1H, S1 und S5) bieten von allen hier versammelten Kameras den höchsten von uns getesteten Dynamikumfang für Bewegtbild.

Verantwortlich hierfür zeichnet einerseits der bei allen aktuellen Panasonic Vollformat-DSLMs verbaute 24 MP Sensor im Kombination mit einem bemerkenswert robust agierenden 10 Bit V-Log. Entsprechend lässt sich aus den aktuellen Panasonic Vollformat DSLMs ca. 1 Blende mehr in der Postproduktion bei der Gammakorrektur nutzen als bei der Konkurrenz.

Als Flaggschiffmodel bietet die Panasonic S1H darüber hinaus interne 6K 10 Bit 4:2:2 Videoaufnahme, duale SD-Cardslots, verfügt (als eine der wenigen DSLMs in diesem Vergleich) über Timecode In/Out (via Blitz-Sync-Adapterkabel) und punktet zusätzlich mit dem ergonomisch am besten gelösten Klapp/Schwenkdisplay. Auch die Stabilisierungsleistung für den Videobetrieb zählt bei den aktuellen, sensorstabilisierten Panasonic DSLMs mit zum Besten, was der Markt derzeit zu bieten hat.

Als einziges Kamerasystem neben Sony (und ganz frisch Canon) lässt sich bei den Panasonics auch ein XLR-Audio-Adapter am Blitzschuh nutzen (ebenso bei Panasonic S1, S5, GH5 etc). Darüber hinaus bietet die Panasonic S1H als einzige Kamera dieses Vergleichs ein internes Backup-Recording auf zwei SD-Karten mit einer maximalen Auflösung von 6K - für die professionelle Videoproduktion eine gewichtige Funktion.

Dank integriertem Lüfter, Dualen Cardslots und unbegrenztem Aufnahmelimit eignet sich die S1H insbesondere auch für längere, kontinuierliche Aufnahmen. Prädestiniert ist die S1H damit für die Bereiche Reportage/Doku, Interviews sowie alle möglichen szenischen Arbeiten und Events - auch in größeren Teams Dank TC In/Out.

Wer hingegen eine Sensor-Vollformatauslesung mit 50/60p benötigt (4K S35-Crop mit 50/60p möglich), auf eine überdurchschnittlich gute Autofokusfunktion oder eine hohe Fotoauflösung angewiesen ist, wird woanders eher fündig werden.

Panasonic S1H - Praxis: Pro & Contra

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Pro // klassenbester Dynamikumfang für Video, hochwertige 4K Auflösung, internes 6K 10 Bit Video, duale SD-Cardslots mit echtem Backuprecording, XLR-Adapter-Option, TC In/Out, sehr gute Stabilisierungsleistung, exzellenter Sucher (OLED 5.7 Mio Bildpunkte), sehr gute Video-Ergonomie mit viele externen Schalter-Funktionen/ durchdachte Monitoraufhängung, unbegrenzte Aufnahmezeiten Dank internem Lüfter

Contra // AF unterdurchschnittlich, keine ViewAssist Suchervergrösserung während der Aufnahme, 50p nur im S35 Crop, geringe Fotoauflösung.

11. Panasonic S1

Mit dem Firmwareupdate V2.0 schließt die Panasonic S1 in fast allen Bereichen zur S1H auf: Internes 6K 10 Bit Video in 24p, 5.9K 10 Bit Video in 24, 25 und 30p, 5.9K RAW Output via HDMI (ProRes RAW), anamorphe 4K-Formate, Timecode Optionen, etc. pp.

Da beide Kameras über den gleichen Sensor verfügen, kann die S1 den gleichen, klassenbesten Dynamikumfang für sich beanspruchen wie die S1H (Voraussetzung: installiertes V-Log).

Die wesentlichen Unterschiede zur S1H lauten damit: kein integrierter Lüfter für längere 4K 60p oder 6K-Aufnahmen am Stück, kein TC IN/Out via Blitzsynchronbuchse, kein Schwenkmonitor (sondern Klappmonitor) sowie kein 4K All-I Codec für einfachere Postproduktion. Die Bewegtbildqualität der S1 unterscheidet sich damit nicht von jener der S1H. Und auch die Stabilisierungsleistung der S1 befindet sich auf Top-Niveau.

Im Gegensatz zur S1H ist die S1 dafür etwas leichter und verfügt als zweiten Cardslot neben dem SD-Card-Slot über einen schnellen XQD Cardslot. Professionelle Videobackuprecordings (inkl. 6K 10 Bit Video) über zwei Karten sind damit ebenfalls möglich. Zudem liegt die S1 preislich rund 1.700,- Euro unterhalb der S1H.

Wie die S1H unterstützt die S1 XLR-Audio via Blitzschuhanschluss mit Panasonics optionalem XLR-Adapter.

Außer in 4K 60p und den neu hinzugekommen 6K Formaten lässt sich mit den dualen Cardslots der Panasonic S1 quasi unbegrenzt (bis max 30p) aufnehmen, weshalb sich die S1 hervorragend für die Bereiche Reportage/Doku, Interviews, szenische Arbeiten und Events eignet. Auch das wie bei der S1H für den Videobetrieb ergonomisch sinnvoll gestalte Schalterlayout (wie bsp. einfache, externe Whitebalance-Funktion, oberes Statusdisplay etc.) vereinfachen den Videobetrieb spürbar.

Wie bei der Panasonic S1H gilt: Wer hingegen eine Sensor-Vollformatauslesung mit 50/60p benötigt (4K S35-Crop mit 50/60p möglich) oder auf eine überdurchschnittlich gute Autofokusfunktion angewiesen ist oder eine hohe Fotoauflösung benötigt, wird woanders eher fündig werden.

Panasonic S1 - Praxis: Pro & Contra

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Pro // klassenbester Dynamikumfang für Video, hochwertige 4K Auflösung, internes 6K 10 Bit Video, duale SD-Cardslots mit echtem Backuprecording, XLR-Adapter-Option, sehr gute Stabilisierungsleistung, exzellenter Sucher (OLED 5.7 Mio Bildpunkte), sehr gute Video-Ergonomie mit viele externen Schalter-Funktionen

Contra // AF unterdurchschnittlich, keine ViewAssist Suchervergrösserung während der Aufnahme, 50p nur im S35 Crop, geringe Fotoauflösung.

12. Panasonic S5

Die S5 stellt Panasonics kompakteste und erschwinglichste Vollformat DSLM dar. Mit gerade mal 712g liegt sie sogar noch unterhalb der GH5 und bietet sogar noch ein minimal kleineres Magnesiumgehäuse.

Da die S5 jedoch den gleichen, hochwertigen Sensor wie die S1H / S1 nutzt, punktet die S5 ebenfalls mit dem klassenbesten Dynamikumfang im 10 Bit V-Log Betrieb. Im Gegensatz zur S1/S1H muss man bei der S5 auf 6K und 4KCine-Formate verzichten und auch die Sucherauflösung wurde im Vergleich quasi halbiert auf 2.36 Mio Bildpunkte. Auch wer einen HDMI-Out in Standardgröße benötigt und ein zweites Statusdisplay zu schätzen weiß, ist bei der S1/ S1H besser aufgehoben.

Dafür bietet die Panasonic S5 das kompakteste Handling im aktuellen Panasonic Lineup und punktet ebenfalls mit dualem Cardslot (2xSD) inkl. echtem Video-Backuprecording und sehr guten Akkulaufzeiten. Auch der Panasonic XLR-Adapter lässt sich an der Panasonic S5 betreiben. Hinzu kommt die traditionell sehr gute Stabilisierungsleistung von Panasonic von der auch die S5 profitiert.

Wir schätzen die S5 vor allem als kompakte V-Log fähige 4K 10 Bit Kamera, die zudem Dank guter Akkuleistung vor allem für mobile Setups / Reisen etc, Sinn macht. Wer weniger Gewichts- und Größen-optimiert unterwegs sein kann und findet in der S1 mit aktueller Firmware und V-Log Update aktuell das potentere Videowerkzeug.

Wie bei den anderen hier aufgeführten Panasonics gilt: Wer eine Sensor-Vollformatauslesung mit 50/60p benötigt (4K S35-Crop mit 50/60p möglich) oder auf eine überdurchschnittlich gute Autofokusfunktion angewiesen ist oder eine hohe Fotoauflösung benötigt, wird woanders eher fündig werden.

Panasonic S5 - Praxis: Pro & Contra

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Pro // klassenbester Dynamikumfang, kompakte Kameragröße, gute Akkulaufzeit, duale Cardslots mit Videobackuprecording

Contra // AF unterdurchschnittlich, keine ViewAssist Suchervergrösserung während der Aufnahme, 50p nur im S35 Crop, geringe Fotoauflösung.

13. Nikon Z6 II

Die Nikon Z6 II hat es tatsächlich eher knapp auf diese Liste geschafft, weil ihr eine in unseren Augen entscheidende Funktion fehlt: Interne 10 Bit Log-Aufnahme (diese ist nach wie vor nur extern via HDMI-Out verfügbar). Dass sie es trotzdem auf diese Liste geschafft hat, liegt an einigen anderen für den Videobetrieb wichtigen Neuerungen:

So verfügt die Nikon Z6 II jetzt über einen zweiten Cardslot, verbesserte Video-AF-Performance, externe ProRes RAW und Blackmagic RAW-Aufnahme, eine View-Assist Suchervergrösserung die tatsächlich auch während der Video-Aufnahme funktioniert sowie über interne 4K 60p Aufnahme (leider nur als Crop/8 Bit), In der Videopraxis gefällt uns darüber hinaus (sowohl bei der Z6 als auch bei der Z6II und Z9) eine der besten, manuellen Override-Implementierungen für den Video-AF.

Mit der externen Blackmagic Raw- und ProRes Raw-Aufnahme stellt die Nikon Z6 II (zusammen mit der Panasonic S1H und S1) aktuell eine der wenigen Kameras dieses Vergleichs dar, die beide prominente, externe RAW-Formate unterstützt.

Zwar gilt es bei den neuen dualen Cardslots der Z6 II (XQD/CFExpress und SD) im Hinterkopf zu behalten, dass (zumindest derzeit) noch kein Backup-Recording für Video zur Verfügung steht, doch insgesamt sehen wir die neuen Videofunktionen der Nikon Z6 II zumindest für alle Videofilmer mit Nikon-Glas als interessant genug an, um hier als Upgrade-Option berücksichtigt zu werden.

Und damit empfiehlt sich die Nikon Z6 II vor allem für all diejenigen, die bereits in Nikon-Objektive investiert haben und auf eine interne 10 Bit (Log-)Aufzeichnung verzichten können (bsp. weil sie sowieso einen externen Recorder Monitor nutzen).

Wer andererseits lieber mit einem seitlichen Klappdisplay arbeitet sowie 4K 50/60p als Fullsensor Readout, interne 10 Bit oder Log-Aufzeichnung benötigt, wird woanders eher fündig werden.

Nikon Z6 II - Praxis: Pro & Contra

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Pro // guter Sucher inkl. Suchervergrösserung + Schärfeindikatoren bei MF (auch während der Videoaufnahme), sehr gute manuelle Override-Fuktionen, duale Cardslots, oberes Statusdisplay guter Video-AF

Contra // keine interne 10 Bit Videoaufnahme, kein Video-Backuprecording, 4K 50/60p nur mit Crop, Z-Objektivportfolio könnte mehr stabilisierte Optiken enthalten

14. Fujifilm X-T4

Wer bereits in Fujinon-Optiken investiert hat oder bewußt nicht mit einem Vollformat- sondern lieber mit einem S35-Sensor (APS-C) arbeiten möchte, findet in der X-T4 von Fujifilm eine bemerkenswert ausgewogen konzipierte und auf hohem Verarbeitungsniveau agierende DSLM, die sich gleichermaßen gut für Video als auch für Foto eignet.

Zu ihren Stärken zählt ein guter Video-AF, interne 4K 50/60p 10 Bit Log 4:2:0 Aufnahme, duale SD-Cardslots inkl, Video-Backup-Optionen, ausgefeilte Colorscience mit entsprechenden Filmemulsionen, ein stabilisierter Sensor, ein sehr übersichtliches Menüsystem und ein gutes Akkumanagement.

Die Sensorstabilisierung funktionierte bei unseren Tests gut mit nicht stabilisierten Fujinons. Bei Fujinons mit integriertem OIS gab es zwischen Kamera und Objektiv hingegen noch Luft für eine bessere Abstimmung. Darüber hinaus fanden wir den Kopfhörer-Eingang via USB-C Adapter für Videoanwendungen wenig gelungen.

Fujifilm X-T4 - Praxis: Pro & Contra

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Pro // guter Video AF, duale Cardslots mit Videobackupoptionen, sehr gute Colorscience und gute LOG/LUT Unterstützung, übersichtliches Menü, gute Akkulaufzeiten, gute Fotofunktionen

Contra // keine interne 4K 10 Bit Log 4:2:2 50p Videoaufnahme, Videostabilisierung mit OIS Fujinons noch ausbaufähig, Kopfhörer Miniklinke nur via USB-C-Adapter, 20 Min Aufnahmelimit bei 4K 50p

15. Panasonic GH6

Mit der Panasonic GH6 hat Panasonic ein bemerkenswert ausgereiftes und damit auch effektives Video-Tool vorgestellt. Tatsächlich demonstriert die GH6 recht eindrucksvoll, was alles im MFT-Segment möglich ist und übertrifft sogar die Vollformat-Konkurrenz in Disziplinen wie Videostabilisierung (hier kann in einigen Fällen ein Gimbal tatsächlich wegfallen) und 4-Kanal-Audio-Handling.

Dank Dynamic Range Boost Mode punktet die GH6 mit bemerkenswert hohem Dynamikumfang im MFT-Segment und bietet die beste Hauttonwiedergabe aller bisherigen, Log-fähigen Panasonic DSMLs.

Hinzu kommen interne ProRes 422 HQ V-Log Aufnahme mit max 5.7K/30p, max 5.7K 10 Bit V-LOG H.265 mit max 60p, gute Akkulaufzeiten, (endlich) Suchervergrösserung während der Videoaufnahme, Timecode In/Out sowie 4K 120 ProRes RAW Aufnahme via Atomos Ninja V+.

Wer nach einer „Workhorse“-Kamera für Interviews, Berichterstattung und allen Anwendungen sucht, bei denen ein Großsensor-Look eher stört oder wer ein Dank kompakter MFT-Objektive möglichst kompaktes System bei größtmöglicher Solidität/Zuverlässigkeit benötigt, ist bei der Panasonic GH6 genau richtig.

Wer hingegen mit größtmöglich staffelbarer Schärfentiefe unterwegs sein muss, hohe Lowlightfähigkeit benötigt oder auf einen möglichst zuverlässigen Video-AF angewiesen ist, dürfte eher woanders fündig werden.

Panasonic GH6 - Praxis: Pro & Contra

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Pro // exzellente Videostabilisierung, duale Cardslots mit Videobackupoptionen, keine Aufnahmelimits, XLR-Audio via Panasonic Blitzschuh-Adapter, gute Akkulaufzeiten, gute V-Log Hauttonwiedergabe, hohe Zuverlässigkeit, eines der besten Bedienkonzepte/Schalterlayouts für Video am Markt, kompaktes Gesamtsystem Dank MFT-Optiken.

Contra // durchschnittliche AF-Performance, systembedingt geringere Lowlightfähigkeit

Auf einen Blick: welche Kamera wofür?

Die beste High-End Hybrid-DSLM für Pro Foto&Video:

Canon EOS R5 und EOS R5C, Nikon Z9, Sony A1

weil: Hier hohe Fotoauflösung / Pro-Fotofuktionen mit sehr guter Videoqualität Hand in Hand gehen

Die beste Mid-Range Hybrid-DSLM für Prosumer Foto & Video:

Panasonic S1, Canon EOS R6

weil: hier gute Foto- und Videofunktionen und ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhätlnis zusammenkommen

Die Kamera mit der besten 4K Videoqualität:

Canon EOS R5, R5C, Nikon Z9

weil: auf 4K downgesampeltes 8K RAW sich auf Referenz-Niveau bewegt

Die beste DSLM für Reportage/Doku:

Sony A7S III / FX3, Panasonic S1 / S1H, Nikon Z9 (eingeschränkt wegen fehlendem XLR-Adapter), Panasonic GH6

weil: hier lange Aufnahmezeiten und gute (XLR)-Tonoptionen vorhanden sind

Die beste DSLM für Events:

Sony A7S III, Sony FX 3, Panasonic S1/S1H, Nikon Z9

weil: hier lange 4K Aufnahmezeiten via dual Cardslots und unbegrenzte Aufnahmezeiten zählen

Die beste DSLM für Livestreaming / Videokonferenzen:

Out of the Box: Sigma FP /

Mit Atem Mini Pro: Pocket Cinema Camera 6K Pro

Die beste YouTuber Kamera:

Canon EOS R6, Sony A7S III, FX3, Fujifilm X-T4

weil: Klapp/Schwenkdisplay, Top-Gesichtstracking AF und gute Hauttöne out of the Box hier vorhanden sind

Beste Stealth / Low-Profile Kamera:

Sigma FP

weil: kleiner geht kaum

Die beste DSLM für szenische Projekte / Spielfilm:

Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K Pro, Canon EOS R5C, Panasonic S1/S1H, Nikon Z9

weil: hier Videoqualität wichtiger ist, als ein Top-AF

Die beste DSLM für Werbung / Musikvideo:

Canon EOS R5C, Nikon Z9, Sony A7S III/FX3

weil: hier Top-Videoqualität und hohe Frameraten zählen

Die beste Gimbal-Kamera:

Sony A7S III/FX3, Canon EOS R5, R5C, R6

weil: hier gute AF-Tracking Funktionen, gute Ginbalunterstützung und gute 50p Videoqualitäten zählen

Die beste DSLM für Hochzeitsfilmer:

Sony A7S III / Nikon Z9, Canon EOS R5 und R6 (mit Einschränkung)

weil: hier ein zuverlässiger AF den entscheidenden Moment retten kann

Die beste handgeführte Kamera:

Canon EOS R5, R6 (und mit Abstrichen GH6)

weil: hier die beste Videostabilisierung und ein sehr guter AF zählen

Die Kamera mit der besten Videoergonomie:

Panasonic S1H, Panasonic GH6, Canon EOS R5C

weil: hier alle essentiellen Funktionen auf externen Schaltern liegen, der Monitor über eine Top-Aufhängung verfügt und auch schwere Optiken ergonomisch gut mit dem Kamerabody zusammenspielen

Die beste Autofokus-Kamera:

Sony A7S III, FX3, Canon EOS R5, EOS R5C, EOS R6, Nikon Z9

weil: Sonys Hybrid-AF, Canons Dual Pixel AF (und zunehmend auch Nikons Hybrid AF) aktuell das Maß der Dinge hier sind

Die Kamera mit dem höchsten Dynamikumfang:

Panasonic S1/S1H, (Nikon Z9 – DR Vergleich zur S1H noch ausstehend)

weil: das V-Log Material der aktuellen Panasonic Vollformat Kameras in der Praxis im Schnitt 1 Blende oberhalb der Konkurrenz liegt

Die beste Lowlight-Kamera:

Sony A7S III

weil: „Dual ISO“ und große Pixel (noch) besser sind als aktuelle 6K/8K Downscalings

Die beste Mid-Range Hybrid-DSLM für Prosumer Foto & Video mit MFT/S35 Sensor:

S35:Fujifilm X-T4 / MFT: GH6

weil: hier gute Foto- und Video-Funktionen zusammenkommen

Die beste B-Kamera für Sony-Produktionen:

Sony A7S III/ FX3

weil: S-Log-Workflows etabliert sind

Die beste B-Kamera für Canon-Produktionen:

Canon EOS R5C

weil: Canon Log-Workflows etabliert sind

Die beste B-Kamera für Panasonic-Produktionen:

Panasonic S1H, GH6

weil: V-Log-Workflows etabliert sind

Die beste B-Kamera für Blackmagic Produktionen:

Pocket Cinema Kamera 6K Pro

weil: Blackmagic RAW-Workflows etabliert sind

   

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