Test: DJI Mini 4 Pro im Praxistest: 4K 10 Bit 50p, D-Log M und Active Track - Einstieg auch für Pros?

25.09.2023 von Rob



Mit der neuen Mini 4 Pro rückt DJI seine kompakte und führerscheinfreie Drohne ein ganzes Stück weiter Richtung „Pro“: Mit 4K 10 Bit 50/60p Aufnahme, D-Log M, ActiveTrack und jetzt auch omnidirektionaler Hinderniserkennung hat DJI an vielen Schrauben gedreht, die für hochwertigere Drohnenaufnahmen als Voraussetzung gelten. Wieviel „Pro“ steckt also in der neuen DJI Mini 4 Pro? Hier unsere ersten Eindrücke und Testaufnahmen …

Handling und Specs

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die neue DJI Mini 4 Pro kaum vom Mini3 Pro Vorgänger, was auch nicht weiter verwundert. Schließlich galt es auch hier gewichtstechnisch unter der führerscheinfreien Grenze von 250g zu landen.

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Schaut man dann etwas genauer hin, entdeckt man weiter nach hinten gezogene Ausformungen für die Front-Sensoren, in denen sich – etwas zurückgesetzt - die neuen Sensoren für die seitliche und nach oben gerichtete Kollisionsverhütung verbergen. Damit stellt die DJI Mini 4 Pro unseres Wissens nach die kleinste DJI Drohne dar, die zusammen mit ihren zwei nach unten gerichteten Sensoren über omnidirektionale Hinderniserkennung verfügt.

Die Kamera-Objektiv-Sensor-Einheit entspricht mit 1/1.3 inch CMOS, 48 MP, 24mm, f1.7 den Spezifikationen des Vorgängers. Neu hinzugekommen bei den Aufnahmeformaten sind jedoch 4K 50/60p inkl. 10 Bit. Entsprechend wurde auch das Bildprofil von Cinelike-D auf 10 Bit D-Log M upgegradet. Damit erhält man zwar noch nicht den vollen Dynamikumfang wie beim „echten“ D-Log (siehe hierzu auch unseren DJI Inspire 3 Test – aber dafür ein recht einfach farbzukorrigierendes, flaches Bildprofil, das schnelle Tunrnovers erlaubt.

Wer die DJI Mini4 Pro erstmalig in die Hand nimmt, bekommt darüber hinaus auch eine neue Transportsicherung zu sehen, die als seitliche Kunststoffklammer die Drohne einmal komplett umschließt und die Porpeller beim Transport schützt (die Kamera/Gimbal Einheit hat einen eigenen, aufklippbaren Klarsicht-Schutz).

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So richtig warm geworden sind wir zugegebener Maßen mit der neuen Transportsicherung noch nicht – das zurechtschieben der Rotoren, um die Transportsicherung korrekt anbringen zu könne, gestaltete sich bei uns als Geduldsprobe – wer die in unseren Augen recht gelungene Transportsicherung der Mavic kennt, muss hier umdenken.

Als Fernbedienung kam bei uns die DJI RC 2 zum Einsatz, die auch bei der neuen DJI AIR 3 zur Verfügung steht und mit DJIs neuester Bildübertragungstechnik O4 eine sehr gute remote Bedienung zulässt.

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Ausschlaggebend hierfür ist vor allem der integrierte 5.5“ HD Touchmonitor und die zur Mini 4 Pro passende, kompakte Bauweise. Von unserer Seite eine klare Empfehlung für bestmögliches Handling – gerade auch im Vergleich zur DJI RC-N2, die ein Handy oder Tablet als Screen zusätzlich benötigt.

4K 10 Bit D-Log M vs Mastershots

Wir waren vor allem auf das neue 4K 10 bit Material gespannt – entsprechend kam bei unseren Testaufnahmen vor allem 4K 10 Bit 50p mit dem D-Log M Profil zum Einsatz. D-Log M positioniert sich als flacheres Bildprofil zwischen D-Cinelike (8/10Bit) und dem höherwertigeren 10 Bit D-Log.

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In unseren Augen ein recht passender Kompromiss zwischen größerer Gestaltungsmöglichkeit und einfacher Farbkorrektur, bzw. schnellen Turnovers. Für uns auf jeden Fall das Profi der Wahl – zumal es auch bei 4K 50/60p und bei ActiveTrack-Aufnamen zur Verfügung steht.

Wer hingegen mit den automatisierten Mastershots aufnehmen möchte, erhält das (8 Bit?) Standard Bildprofil, das mit knallbunten Farben, kräftiger Nachschärfung und Auto-Belichtung daher kommt. Eigentlich schade, weil einige Mastershot-Sequenzen durchaus ansehnliche Ergebnisse produzieren – dann jedoch eher schwierig mit dem D-Log M Material zu matchen sind.

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Dafür scheinen die Quickshots hingegen auch in 10 Bit D-Log M zur Verfügung zu stehen – zumindest haben wir den 360° Grad-Flug hier ausprobiert und konnten das Material gut mit den übrigen D-Log M Aufnahmen matchen.

Wer bereits über etwas Erfahrung beim Drohnenfliegen verfügt und auf die Mastershots verzichten kann, kommt mit dem 10 Bit D-Log M Material bereits ziemlich weit. Wir hatten sehr wenig Zeit für die Farbkorrektur zur Verfügung – konnten die D-Log M Aufnahmen jedoch völlig problemlos mit schneller, manueller Anpassung in DaVinci Resolve 18 verarbeiten.

Unser Tip: Dreht die Schärfe bei euren D-Log M-Aufnahmen für einen organischeren Eindruck soweit wie möglich herunter. Auch wer seine Drohnenaufnahmen mit der neuen DJI Mini 4 Pro mit 10 Bit Log-Aufnahmen mit einem aktuellen DSLM Log Format wie S-Log 3, V-Log etc. matchen möchte, sollte unbedingt in D-Log M aufnehmen.

Wer hingegen viel Drohnenmaterial aufnimmt und einen bestmöglichen Match zu entsprechendem DSLM-Log-Material sucht, dürfte im DJI-Portfolio unserer Erfahrung nach jedoch eher beim nativem D-Log fündig werden. Das steht allerdings erst ab der Mavic-Klasse zur Verfügung.

Vertical Shooting

Nicht unerwähnt lassen wollen die neue Vertical Shooting Option der DJI Mini 4 Pro, die wir ebenfalls kurz ausprobiert haben. Hierbei wird per Softkey-Touch die Gimbal in einer vertikale Position gebracht und das 9:16 Filmen kann starten.

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Hierbei stehen unserem ersten kurzen Test nach alle Funktionen - inkl. Masterhots - zur Verfügung die auch im 16:9 Seitenverhältnis möglich sind. Ziemlich clever von DJI implementiert ...

Omnidirektionale Hinderniserkennung und ActiveTrack

Für uns neben der 4K10 Bit 50/60p Aufnahme die spannendste, neue Funktion der DJI Mini 4 Pro: Die ActiveTrack-Funktion inkl. omnidirektionaler Hindernisserkennung und Vermeidung:

Mit ihren kompakten Abmessungen eignet sich die DJI Mini 4 Pro hervorragend für alle Projekte, bei denen größtmögliche Mobilität im Vordergrund steht. Vor allem Solo-Shooter profitieren hiervon. Auch wer sich selbst unterwegs filmen möchte, dürfte in der Kombination aus hoher Mobilität und ActiveTrack-Funktionen eine recht performante Mischung finden.

Unsere Testaufnahmen mit der neuen DJI Mini 4 Pro sind im Solo-Shooter- Betrieb entstanden und hier konnte die neue ActiveTrack Implementierung tatsächlich glänzen.Wir waren hier vor allem im Parallel-Flug Modus unterwegs. Bemerkenswert fanden wir hierbei, wie gut das Objekttracking auch dann noch funktioniert, wenn das Motiv durch Bäume verdeckt wird.

Auch die seitliche Kollisionsverhütung hat im Parallel-Flugbetrieb bei uns gut funktioniert. Im Follow-Modus bei tief hängenden Ästen oder dichterem Baumstand wäre wir hingegen etwas vorsichtiger unterwegs.

Akku in der Praxis

Bei unseren Testaufnahmen herrschten mit ca. 23 Grad Temperatur und wenig Wind recht gute Flugbedingungen. Doch wie stets unterscheidet sich die reale Flugdauer von der vom Hersteller angegebenen recht deutlich. DJI gibt für die „EU“-Akkus bei der Mini 4 Pro 34 Minuten an.

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Wir sind hingegen in der Praxis mit 18.96 Wh Standard-Akkus (EU) auf ziemlich genau 22 Minuten gekommen. Wer also in das Vielflieger-Set mit drei Akkus investiert, sollte realistischer Weise mit etwas über 1 Stunde Flugzeit rechnen.

Fazit

Mit der Mini 4 Pro bringt DJI eine ganze Reihe an spannenden Funktionen in die hochmobile Sub-250g Klasse (C0): 4K 10 Bit 50/60p D-Log M Recording, omnidirektionale Hinderniserkennung, O4 Videoübertragung und ActiveTrack kratzen bereits an der Tür professioneller User, während Quick- und Master-Shots auch Einsteigern helfen ansehnliche Ergebnisse zur produzieren.

Wer als professioneller User eine „Immerdabei-Drohne“ für kurze Aerial-Shots benötigt, wird mit der Qualität der Mini 4 Pro unserer Meinung nach bereits ziemlich gut abgeholt. Auch wer als Solo-Shooter ein sicheres Drohnentracking in einem mobilen Paket für die eigenen Aktivitäten sucht, dürfte bei der Mini 4 Pro bereits fündig werden. Von daher verdient die neue Mini 4 Pro hier tatsächlich auch das „Pro“ im Namen.

Wer hingegen mehr Flugzeit, noch mehr Optionen bei der Farbkorrektur und auch kameramäßig einen großformatigeren Look benötigt, dürfte bei den Mavic-Klasse besser aufgehoben sein.

   


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