News: Blackmagic DaVinci Resolve 17 - neue Farb-Tools, schnelleres Editing, massives Audio-Update

9.11.2020 - 22:31 Uhr

Über 300 Neuerungen (!) bringt der jüngste Release DaVinci Resolve 17 mit -- etwa ein Drittel davon sind neue Features. Neben HDR-Gradingtools und neu gestalteten Bedienelementen für die primäre Farbkorrektur gibt es mit der Fairlight Audio Core eine Fairlight Audioengine der nächsten Generation und Echtzeit-Unterstützung für 2.000 Audiospuren. Doch auch Editoren kommen nicht zu kurz.

DaVinci Resolve 17
DaVinci Resolve 17

In diesem Bereich liegt der Fokus vor allem auf ein professionelles und effizienteres Arbeiten; der Edit-Arbeitsraum wurde um viele zeitsparende Features erweitert. Darüberhinaus gibt es ua. eine Slate-Ansicht mit Bin-Unterteilungen für Metadaten, heranzoombare Wellenformen für den Tonschnitt, intelligente Neukadrierung, einen vereinheitlichten Inspector etc. Außerdem können in Fusion erstellte Kompositionen nun in den Edit- und Cut-Arbeitsräumen als Effekte, Titel oder Übergänge verwendet werden. Passend zur neuen Version wurde auch das Speed Editor Editing-Keyboard (inklusive einer Resolve Studio Lizenz) und die Fairlight Desktop Console vorgestellt.

Im folgenden die Neuerungen im Einzelnen - soweit wir in den sehr umfassenden Release-Notes sehen können, scheinen die meisten auch für die kostenlose Resolve-Version zu gelten:

Für Coloristen

Im Color-Arbeitsraum finden sich neue HDR-Gradingtools, neu gestaltete Bedienelemente für die primäre Farbkorrektur, KI-basierte Magic-Mask-Optionen und mehr:

- Das DaVinci Resolve Color Management bietet zusätzliche Features für vereinfachte Workflows und optimierte Bildqualität: "DaVinci Wide Gamut" und "DaVinci Intermediate" sind Einstellungen für den Farbraum und das Gamma der Timeline. Beide bieten einen universellen internen Arbeitsfarbraum. Er ist breiter als jeder mit Kameras erfassbare Farbraum, breiter als der BT.2020 oder der ARRI Wide Gamut und selbst der ACES AP1. So verliert man nie wieder Bildinformationen, egal woher sie stammen.

- In der Palette für High-Dynamik-Range-Grading können Nutzerneue Farbräder mit individuellem Rolloff für bestimmte Tonwertspannen erstellen, um bei den Feinabstimmungen mehr kreative Kontrolle zu erhalten. Die Farbräder bieten pro Bereich farbraumsensitive Regler für Belichtung und Sättigung.

DaVinci Resolve 17 - Grading
DaVinci Resolve 17 - Grading

- Eine neue Herangehensweise stellt das meshbasierte Warp-Tool dar, mit dem sich zwei Farbparameter zugleich anpassen lassen: entweder Farbton und Sättigung oder aber Chroma- und Lumawerte. Sauber und natürlich wirkende Justagen mit sanften Übergängen können durch Verschieben von Kontrollpunkten vorgenommen werden.

- Mit der Magic-Mask-Funktion ist das Auswählen und Tracken von Personen, um gezielte Veränderungen vorzunehmen, einfacher denn je. Sie verwendet die DaVinci Neural Engine und ermöglicht die automatische Erstellung von Masken für eine ganze Person oder bestimmte Merkmale wie Gesicht oder Arme. Benutzer profitieren von Tools zum Verfeinern von Matten sowie der Möglichkeit, Pinselstriche und automatisches Tracking hinzuzufügen oder zu entfernen.

- Das Zeichnen von Power Windows wurde verbessert, es gibt neue Wipe-Optionen im Split-Screen-Modus, eine zusätzliche „Sat vs. Lum“-Kurve, verbesserte Scopes, Unterstützung für 17-Punkt-3D-LUTs und mehr.

Editing und VFX

- Eine nach Bins unterteilte Slate-Ansicht für Metadaten ermöglicht ein einfaches Sortieren und Suchen von Clips nach Szene, Einstellung, Kamera und Ähnlichem. In Verbindung mit der Source-Tape-Funktion ist das der schnellste Weg, von einer Szene zur nächsten oder durch gruppierte Einstellungen zu springen.

- Auch passende Effekte, Übergänge oder Titel finden sich schneller Dank einer mehrspaltigen Ansicht mit neuen Icons. Fährt man diese mit der Maus ab, wird eine Live-Vorschau im Viewer angezeigt.

- Beim Trimmen werden nun größere Audio-Waveforms angezeigt.

DaVinci Resolve 17 - Edit
DaVinci Resolve 17 - Edit

- Man kann in 16:9 HD oder Ultra HD schneiden, und für Social Media-Ausspielungen auch Versionen im Quadrat- oder Hochformat erstellen. Die DaVinci Neural Engine erkennt Gesichter automatisch und wählt eine passende Kadrierung beim Reframing, was Nutzern diesen manuellen Vorgang erspart.

- Live produzierte Projekte aus ATEM Mini Pro ISO Mischern können als Videoschnitt geöffnet werden. Mithilfe der Mehrfachansicht in der Sync-Bin verfeinert man die Schnitte einer originalen Liveproduktion oder tauscht sogar Einstellungen aus. Hierfür kann man die ISO-HD-Aufzeichnungen aus dem ATEM Mischer verwenden oder fürs Finishing in Ultra HD die Blackmagic-RAW-Dateien aus der Kamera verknüpfen.

- Es lassen sich separate Proxy-Medien erstellen, die leichter zu verwalten sind, auch um die Systemleistung zu steigern und Projekte mobiler zu machen. Proxys lassen sich auf ein Sechzehntel der Auflösung reduzieren und in H.264, H.265, ProRes oder DNxHR speichern. Die Erstellung ist intern oder sogar extern durch Tools von Fremdherstellern möglich.

- Auch das Erstellen von synchronisierten Multicam-Clips wurde vereinfacht. Man stapelt einfach die Clips in der Timeline und synchronisiert sie mit der neuen automatischen Ausrichtungsfunktion „Auto Align Clips“ nach Timecode oder Waveform. Alternativ kann man die Clips zum Synchronisieren manuell an die richtige Position verschieben. Timelines lassen sich in Multicam-Clips oder Compound-Clips umwandeln.

- Auch interlaced-Timelines werden nun nativ unterstützt. Beim hochwertigen Deinterlacing mit der DaVinci Neural Engine wird die Bewegung zwischen Halbbildern analysiert, um progressive Frames nachzubilden. Des Weiteren steht Nutzern nun 3:2-Pulldown-Entfernung in Echtzeit zur Verfügung.

- Mit neuen ResolveFX-3D-, HSL- und Lumakeyer-Plug-ins kann man Keys im Edit- wie im Cut-Arbeitsraum direkt in der Timeline freistellen. Darüber hinaus werden nun Alphakanäle aus ResolveFX- und OpenFX-Plug-ins ebenso wie eingebettete Alphakanäle und externe Dateien mit Matten unterstützt für noch mehr Optionen beim Compositing.

- Mit der Funktion Render in Place kann man Render-Dateien für beliebige Abschnitte der Timeline erstellen. Einmal gerenderte Clips lassen sich ohne erneutes Rendern der Timelime verschieben, schneiden und trimmen. Im Gegensatz zu Cache-Dateien sind Render-Dateien leicht verwaltet und portabel.

- Mit Source Side Adjustments kann man Clips bearbeiten, bevor man sie in die Timeline schneidet, etwa indem man RAW-Einstellungen anpasst, eine LUT anwendet, Audiospuren neu zuordnet oder Größe, Framerate oder dergleichen ändert.

- Im Fusion-Arbeitsraum erstellte Kompositionen können jetzt als Vorlagen gespeichert und in den Edit- oder Cut-Arbeitsräumen verwendet werden. Mit neuen Modifizierer-Animationskurven erfolgt das Retiming beim Anpassen der Animationsdauer dabei im Schnitt automatisch. Die Audiowiedergabe mit Waveform-Anzeige hilft beim präzisen Timing der Animationen. Manche Marker können übergreifend im Fusion- und im Edit-Arbeitsraum verwendet werden und mehr.

DaVinci Resolve 17 - Fusion
DaVinci Resolve 17 - Fusion

- Zusätzlich wurde der Fusion-Arbeitsraum um 27 GPU-beschleunigte ResolveFX-Effekte erweitert, unter anderem Tools aus dem Color-Arbeitsraum für Rauschminderung und Detailschärfung. Mit neuen Lesezeichen zum Anzeigen von Nodes navigiert man ganz einfach durch große Compositings. Die Toolbar ist so anpassbar, dass sie alle Lieblingstools bereitstellt, und der Node-Editor unterstützt nun auch Hochformat.

- Im Media-Arbeitsraum wurde die Unterstützung für bestehende Formate verbessert und um neue erweitert. Es gibt neue Optionen für die Auslieferung, und das Design des Inspectors wurde in den Media-, Cut-, Edit- und Fairlight-Arbeitsräumen vereinheitlicht. Auch die Timeline-Navigation wurde in DaVinci Resolve 17 über alle Arbeitsräume hinweg vereinheitlicht, der Metadaten-Support verbessert und neue Algorithmen für die Bildskalierung integriert. Hinzugekommen ist zudem die Möglichkeit, Smart-Bins, Smart-Filter und optimierte Medien projektübergreifend in einem System zu verwenden. Darüberhinaus sind weitere GPU- und CPU-beschleunigte ResolveFX‑Effekte hinzugekommen.

- Da der Media Pool den Zugriff auf Dateien bereits während ihrer Erstellung unterstützt, kann man schon mit dem Schnitt beginnen, während noch aufgezeichnet wird. Decoding wird für QuickTime PNG, unkomprimiertes RGB 8 Bit und YUV 10 Bit AVI und segmentierte Panasonic-8K-SHV-Clips unterstützt.

- DaVinci Resolve 17 unterstützt framebasierte Metadaten für Blackmagic-RAW-Dateien und Dateien aus ARRI, RED und Sony Kameras mitsamt Decoding und Rendering von EXR-Metadaten pro Frame.

- Zusätzlich zu bestehendem Python- und LUA-Scripting liefert DaVinci Resolve 17 je eine neue API für Workflow-Integration und Encoding. Die APIs gestatten es Fremdentwicklern, Lösungen für die Einbindung von Asset- und Workflow-Management für DaVinci Resolve sowie Encoder-Plug-ins für maßgeschneiderte Ausgabeoptionen zu bauen.

DaVinci Speed Editor, optionale neue Tastatur

Wer noch mehr Speed braucht: Ebenfalls vorgestellt wurde der neue DaVinci Speed Editor, ein kleines Keyboard speziell zum schnelleren Editing im Resolve Cut-Arbeitsraum. Beschleunigt wird der Videoschnitt, da für jede Schnittfunktion ein physisches Bedienelement verfügbar ist. Der Speed Editor kostet 299 Euro und enthält in einer zeitlich begrenzten Aktion eine Resolve Studio Lizenz, die regulär ebenfalls 299 Euro kostet - jawohl, richtig gelesen... Hier unsere News dazu.

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DaVinci Speed Editor

Außerdem: Kollaboration

- Es ist in Resolve 17 möglich, einzelne Timelines oder Bins zu importieren oder exportieren, was mehr Optionen für die Zusammenarbeit bietet. Sie lassen sich bequem teilen und sind klein genug für den Versand per E‑Mail.

- Außerdem enthält nun auch die kostenlose Version von DaVinci Resolve die Werkzeuge für kollaboratives Arbeiten, die bislang DaVinci Resolve Studio vorbehalten waren. Mehrere Anwender können also mit kostenfreien Werkzeugen zeitgleich am selben Projekt arbeiten.

Audiobereich

DaVinci Resolve 17 ist das umfangreichste Update in der Geschichte von Fairlight, was Resolve zu einem noch mächtigeren Tool für die Audiopostproduktion macht:

DaVinci Resolve 17 - Fairlight
DaVinci Resolve 17 - Fairlight

- Der Schnittauswahlmodus mit neuen Tastaturkürzeln schaltet Funktionen frei, die zuvor nur im Fairlight Audio Editor verfügbar waren, neue kontextsensitive Tools beschleunigen den Schnitt.

- Fairlight Audio Core ist eine Audioengine der nächsten Generation mit geringer Latenz. Sie verteilt die Arbeitslast auf alle CPU-Kerne und CPU-Threads und, sofern vorhanden, auf die optionale Fairlight Audio Accelerator Karte. Für bis zu 2000 Spuren stehen Echtzeit-EQ, Dynamikregler und sechs Plug-ins bereit.

- FlexBus ist eine flexible Bus-Architektur, die anstelle von festen Bussen Mehrzweckbusse mit bis zu 26 Kanälen verwendet. Um große Sessions zu produzieren, können auf so vielen hintereinandergeschalteten Ebenen wie notwendig Bussen Spuren zugewiesen werden oder umgekehrt.

- Das neue Transienten-Analysetool erkennt einzelne Wörter, Beats oder Soundeffekte automatisch. In der Waveform werden Marker für Transienten als vertikale Linien angezeigt, zwischen denen man mit den Pfeiltasten hin und her navigiert. Anhand von Transienten-Markern sind bestimmte Abschnitte eines Klangs für den Schnitt dann einfach zu identifizieren.

Zusammen ermöglichen der neue Fairlight Audio Core und der FlexBus Großprojekte mit Tausenden Spuren in einem System - es können mittels der Mehrbenutzer-Kollaboration von Resolve auch mehrere Editoren zeitgleich an einem Projekt arbeiten.

Damit Anwender schneller arbeiten können, wurden die Fairlight Werkzeuge für die Schnittauswahl mit Maus und Tastatur aktualisiert. Neu sind auch die Fairlight Audio Core und der FlexBus, eine Audioengine der nächsten Generation und Bus-Architektur, die 2000 Spuren unterstützt.

Verfügbarkeit

Die Public Beta von DaVinci Resolve 17 steht jetzt auf der Blackmagic Design Website zum Download bereit. Hier findet sich die vollständige Liste der Neuerungen. Blackmagic weist jedoch darauf hin, dass DaVinci Resolve 17.0 ein Datenbank-Upgrade von DaVinci Resolve 16.2.7 und früheren Versionen erfordert. Es wird dringend empfohlen, vor dem Upgrade die bestehende Datenbank (sowohl DiskDB als auch PostgreSQL) zu sichern.

(heidi)

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