News: Datenretter warnt: Unzuverlässige USB-Sticks aufgrund minderwertiger Komponenten

6.2.2024 - 14:40 Uhr

Die CBL Datenrettung GmbH ist einer der größten deutschen Dienstleister für Datenrettung. Da das Unternehmen viele Fälle defekter Speichermedien bearbeitet, kann es typische Trends schnell erkennen und so auch frühzeitig warnen, wenn sich ungewöhnliche Ausfälle häufen. Wie aktuell bei günstigen USB-Speichersticks.

So sieht das Unternehmen aktuell den Trend, dass die Qualität der neueren Speicherchips in microSD- und USB-Sticks weiter abnimmt. Besonders viele No-Name-USB-Sticks kämen immer häufiger in das eigene Datenrettungslabor, bei denen das Herstellerlogo der NAND-Chips offensichtlich entfernt oder unkenntlich gemacht wurde. CBL schließt daraus, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Chips von namhaften Herstellern wie Hynix, Sandisk oder Samsung handelt, die eigentlich bei der Qualitätskontrolle durchgefallen sind - aber dennoch über andere Kanäle mit reduzierter Speicherkapazitätsangabe weiterverkauft und auf den Markt gebracht werden.

Ebenso werden offensichtlich ausgemusterte und unkenntlich gemachte microSD-Karten auf einen USB-Stick aufgelötet und statt mit dem internen Controller der microSD mit dem externen Controller auf der Platine des USB-Sticks verwaltet. Bei den USB-Sticks handelte es sich überwiegend um Werbegeschenke zweifelhafter Qualität, aber auch Markenprodukte waren darunter.

Deshalb rät CBL grundsätzlich, sich nicht zu sehr auf die Ausfallsicherheit von Flash-Speichern zu verlassen. Auch weil die Chips durch die grundsätzlich höhere Speicherdichte "technologisch schlechter" werden.

Unzuverlässige USB-Sticks aufgrund minderwertiger Komponenten?
Unzuverlässige USB-Sticks aufgrund minderwertiger Komponenten?

Ursprünglich konnten NAND-Flash-Speicherzellen jeweils nur ein Bit speichern (SLC, Single Level Cell). Bei den heutigen Quadruple-Level-Cells (QLC) werden dagegen vier Bit pro Zelle gespeichert, wodurch sich die Beschreibbarkeit (Endurance) und die Speicherkapazität (Retention) verringern. Außerdem sind dichtere Zellen temperaturempfindlicher.

CBL gibt darum die folgenden Tipps für den Einsatz von Flash-Speichern zur Datensicherung:

- Wer häufig Daten auf USB-Sticks schreibt und wieder löscht, sollte mehrere Sticks in Rotation verwenden - Flash-Speicherchips bieten nur eine begrenzte Anzahl von Löschzyklen und altern.

- Man sollte nicht zu möglichst kleinen USB-Sticks greifen, da die Kraft beim Anstecken oft direkt auf die Chips wirkt und sie eine schlechtere Wärmeableitung haben als größere, robustere Modelle.

- Es gilt weiterhin: Unbedingt auf „sicher entfernen“ oder „auswerfen“ klicken und das OK des Betriebssystems abwarten, bevor der Datenträger entfernt wird.

Wer Flash-Speichermedien für längere Zeit aufbewahrt, sollte man außerdem beachten:

- Kühle Lagerung - hohe Temperaturen beschleunigen den schleichenden Datenverlust.

- Hochwertige Speichermedien verwenden - der USB-Stick als Werbegeschenk ist wahrscheinlich kein guter Langzeitspeicher.

- Speicher jährlich oder halbjährlich in Betrieb nehmen und auslesen - so können die Fehlerkorrekturmechanismen „verblassende“ Daten intern kopieren.

- Wenig genutzten Speicher verwenden, nicht bis zum Rand beschreiben - so können die internen Datenpflege- und Fehlerkorrekturmechanismen hochwertiger Flash-Medien länger funktionieren.

(Rudi Schmidts)

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