News: Deutscher Kamerapreis 2019: Die Gewinner

13.5.2019 - 16:18 Uhr

Jetzt stehen die Gewinner des 29. Deutschen Kamerapreises fest, die aus rund 500 Einreichungen - so vielen wie noch nie - von der Jury unter dem Vorsitz der Filmeditorin und diesjährigen Jurypräsidentin Prof. Barbara Hennings bestimmt wurden. Eine kurze Übersicht der Preisträger samt kurzen Ausschnitten aus den Siegerwerken findet sich hier.

In der Kategorie "Beste Kamera - Kinospielfilm" gewann Christopher Aoun für seine Bildgestaltung in "CAPERNAUM –Stadt der Hoffnung", in welchem die Geschichte des zwölfjährigen Beiruter Slumjungen Zain erzählt wird. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der aufwendigen und zugleich sensiblen Kameraarbeit, mit der Aoun dem bedrückenden Leben von Flüchtlingen und in größter Armut aufwachsenden Kindern in Beirut eine ungeahnte Würde verleiht.

In der Kategorie "Beste Kamera - Fernsehfilm/Serie" wurde David Luther ausgezeichnet für eine Folge der Serie "Das Boot" (1. Staffel, Episode 6, Sky), die an die Ereignisse des gleichnamigen Kinoklassikers von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1982 anknüpft. Die Jury betont das harmonische Zusammenspiel von Kameraführung und Lichtgestaltung, mit der Luther eine eigenständige, souveräne und moderne Bildsprache entwickelt, "die das Original respektvoll würdigt und gleichzeitig eigene Akzente setzt".

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Die "Beste Kamera - Dokumentarfilm" gewann Mitja Hagelüken mit "Wohin mit all der Liebe" (MDR), wo er die hochtalentierten Schülerinnen und Schüler der Paliashvili Musikschule in Tiflis mit seiner Kamera begleitet, die sich täglich gegen Armut und kulturelle Ausblutung stemmen.

Die "Beste Kamera - Dokumentation" ging an Thomas Lützin für seine unterhaltsame Reportage "Berlin putzt! Dreckige Zeiten: Von Saubermännern, Strippern und starken Jungs (Teil 2)" (rbb). Die Jury bewundert Lütz erfrischend neuen Blicke auf Berlin und die außergewöhnlichen Einstellungen vom Müll.

"I grew astatue" (BR) gewann die "Beste Kamera - Kurzfilm" und lässt die obsessive Leidenschaft von Protagonist Oscar für die verheiratete Künstlerin Hermine die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, Kunst und Leben immer mehr verschwimmen. Kameramann Karl Kürten beeindruckt bei seiner Arbeit die Jury "durch die Kadrierung und den Umgang mit verschiedenen Bildebenen.Jedes Bild ist durchkomponiert".

Die "Beste Kamera - Journalistische Kurzformate" wurde verliehen an das Filmporträt von Thomas Wittmann über die Hüttenwirtin Silvia Beyer in "Wir in Bayern: Die hohe Küche – Hündeleskopfhütte" (BR), die sich im Ostallgäu den Traum von der ersten rein vegetarischen Hütte erfüllt. Die Jury lobt seine konsequente Inszenierung und ausdrucksstarke Bildgestaltung, die dem Film zu einer intensiven und vielschichtigen Erzählung verhilft.

Der Preis "Bester Schnitt - Fernsehfilm/Serie" ging an das hochemotionale Drama "Unser Kind" (WDR), in welchem Ellen die schmerzliche Erfahrung macht, daß sie als Homosexuelle nach dem Unfalltod ihrer Lebensgefährtin trotz Vormundschaft nicht automatisch das Sorgerecht für deren Kind erhält. Mit seiner Schnittarbeit verbindet Stefan Stabenow" auf elegante und organische Weise die Zeitebenen von Gegenwart und Vergangenheit. Er gibt den Figuren Raum, sich zu entfalten, ohne direkt Partei zu ergreifen", urteilt die Jury.

In der Kategorie "Bester Schnitt - Dokumentation" gewann der Editor Carsten Piefke für seine Montage einen zweiten Preis für die Produktion "Berlin putzt! Dreckige Zeiten: Von Saubermännern, Strippern und starken Jungs (Teil 2)" (rbb). Die Jury schätzte Piefkes Schnittrhythmus, welcher eine solche Leichtigkeit und gute Laune beim Zuschauer vermittelt, daß dieser den Wunsch verspürt "aufzuräumen".

Der Ehrenpreis ging an Benedict Neuenfels, zu dessen Werk das Flüchtlingsdrama "Styx" oder auch der oscarprämierte Film "Die Fälscher" gehört. Seine unglaubliche Kreativität und Profession, seine Fähigkeit,technische Normen und Grenzen aufzuheben,und die Tatsache, dass er sich nicht auf Genres festlegen lässt, überzeugten das Kuratorium des Deutschen Kamerapreises.

Die Nachwuchspreise gingen an Natascha Vavrina für ihre Kameraführung in "Echo", die das Kuratorium wegen ihres experimentellen Charakters und ihrer erstaunlichen Reife lobt. Mit dem zweiten Nachwuchspreis wird Johanna Sofia Kausch für ihren Schnitt von "Stara Nova Ljubav" geehrt –hier imponieren dem Kuratorium, wie verschiedene Bildebenen durch ihren Schnitt zu einer großartigen Collage verschmelzen.

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(thomas)

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