News: Die Sony A7S III hat keine Hitzeprobleme -- oder möglicherweise doch?

31.7.2020 - 16:56 Uhr

Nachdem die neuen Canon EOS R5 und R6 in vielen Videomodi nur zeitlich begrenzt einsetzbar sind, steht nun auch die kürzlich vorgestellte Sony A7S III auf dem Prüfstand, was die Aufnahmezeiten betrifft. Sie verfügt laut Sony über ein neuentwickeltes wärmeableitendes und gleichzeitig lüfterloses Gehäuse, das die Temperaturen von Bildsensor und -Prozessor innerhalb ihrer normalen Betriebstemperaturen halten soll.

Sony A7S III
Sony A7S III

Aufgrund der vergleichsweise niedrigen Sensorauflösung von 12MP müssen auch keine Datenberge rechenintensiv downgesampelt werden. An Wärmelimits gab Sony beim Launch an, dass es lediglich bei der Arbeit mit höheren Framerates Beschränkungen geben soll. Laut internen Messungen sollen diese bei der 4K 10 Bit 4:2:2 60p Aufnahme bei 60 Minuten bzw. bei 4K 10 Bit 4:2:2 120p bei 30 Minuten liegen. Solange mit 24 / 25 / 30 fps gedreht wird, sei Überhitzung kein Thema.

Dies scheint auch weitgehend zu stimmen. Denn obwohl die Kamera erst im September ausgeliefert wird, finden sich bereits viele Clips im Netz, die mit der A7S III gedreht wurden, und bisher hört man kaum Beschwerden bezüglich des Hitzeverhaltens. Offensichtlich verhält sie sich in der Praxis in den allermeisten Fällen wie von Sony versprochen. Doch es gibt wohl Ausnahmen.

So haben zwei YouTuber unabhängig voneinander festgestellt, dass die neue -- passiv gekühlte -- Alpha-Kamera bei ihnen durchaus empfindlich auf die Umgebungstemperatur reagiert. Während sie beim Dreh in Innenräumen problemlos durchhielt, änderte sich dies unerwartet deutlich, als sie mit der Kamera in die direkte Sommersonne gingen.

Wie Hugh von "Three Blind Men and An Elephant Productions" beschreibt, konnte seine A7S III bei Außentemperaturen von 29-32°C plus Sonneneinstrahlung nur 23 bzw. (im Nachtest) 24 Minuten aufzeichnen, und zwar in 24p (4K 10bit 24p 4:2:2 Long GOP), bevor sie zu heiß wurde (siehe ab ca. 10:00 auf Youtube). Einen dedizierten Hitzevergleich wiederum hat Dan Watson hochgeladen, der die Sony A7S III direkt neben der Canon R5 aufnehmen ließ, in knalliger Sonne bei etwa 33°, was die Aufnahmedauer der Sony (29min) sogar noch leicht unter das der Canon (34min.) drückte im H.264 XAVC-S 4K60 Modus.

Unseres Wissens sind derzeit nur Preproduktion-Modelle der A7S III im Umlauf, und aktuell wird wohl geklärt, ob das Problem nur diese beiden Geräte betreffen könnte. Doch grundsätzlich wäre es nicht überraschend, wenn eine Kamera, deren Gehäuse darauf ausgelegt ist, Hitze nach außen abzuleiten, dies weniger effektiv kann, wenn auch die Umgebung sehr heiß ist. Das Hitzeverhalten der Canon scheint dagegen nicht sonderlich von den äußeren Bedingungen abhängig zu sein, sondern eher vom inneren Geschehen (je mehr sie rechnen muss, umso heißer wird sie).

Wenn man bedenkt, dass die A7S III (wie schon ihre Vorgänger) wegen ihrer Lichtstärke besonders für Drehs in dunklen Umgebungen prädestiniert ist, wäre eine solche spezielle Hitzeempfindlichkeit ja erstmal kein Dealbreaker. Doch wir wollen nicht vorgreifen, und freuen uns darauf, beide Kameras ab nächste Woche selbst unter die Lupe zu nehmen. (Danke an CameraRick für den Hinweis.)

(heidi)

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