News: Indie-Filmschnitt: Adobe zunehmend beliebt bei Sundance-Produktionen

5.2.2020 - 13:39 Uhr

Welche Kameratechnik bei der Entstehung der Filme im diesjährigen Sundance-Programm, eines der größten Independent-Filmfestivals weltweit, verwendet wurde, war schon Thema an anderer Stelle (https://www.slashcam.de/news/single/Die-Sundance-Kameras-2020-fuer-Fiction--und-Dokumen-15611.html (Sundance-Kameras 2020)), doch es finden sich auch einige interessante Zahlen zur verwendeten Schnittsoftware. Während das Spektrum an Kameras einigermaßen breit ist, sieht es bei der eingesetzten Editing-Software anders aus -- die zur Verfügung stehende Auswahl an professioneller Software ist überschaubar und wie es scheint, hat Adobe im Indie-Bereich deutlich die Nase vorn.

Mehr als die Hälfte (56%) aller eingereichten Produktionen (Film, Shorts, VR) wurden laut Hersteller mit Premiere Pro geschnitten; die Zahlen werden zusammen mit Sundance ermittelt. Im letzten Jahr sah es ähnlich aus, damals waren es um die 52%, während noch in 2015 nur 21 Filme mit Premiere erstellt wurden, was wiederum mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2014 darstellte.

Einer der Gründe für diesen kontinuierlichen, starken Zuwachs in den letzten Jahren dürfte die Einführung von Final Cut Pro X in 2011 gewesen sein, wie auch ein Artikel in CineMontage, dem Magazin der amerikanischen Editing-Gilde, ausführlich beschreibt. Zwar fanden sich auch positive Stimmen, doch mit der Umstellung der im Indie-Bereich beliebten Software (der Marktanteil soll unter professionellen Filmeditoren in 2007 bei ca 49% gelegen haben) auf eine völlig neue Bedienphilosophie, dem - zumindest anfänglichen - Fehlen vieler professioneller Funktionen, sowie nicht zuletzt der Tatsache, dass sich ältere FCP-Projekte nicht öffnen ließen, stieß Apple damals vielen Anwendern vor den Kopf.

Nicht wenige blieben stur bei der letzten Final Cut Pro 7 Version (wie beispielsweise der aktuell Oscar-nominierte Parasite-Editor Jinmo Yang, der lieber sein Betriebssystem seit Jahren nicht aktualisiert, als die Software zu wechseln), oder sahen sich über nach anderen Alternativen um.

(c) 2012 Sundance Institute - Photo by Jonathan Hickerson
(c) 2012 Sundance Institute - Photo by Jonathan Hickerson

Davon profitiert offensichtlich Adobe in besonderem Maße. In einer Grafik hat NoFilmSchool die Antworten von 75 Sundance-Filmemachern zu ihrer verwendeten Software aufgeschlüsselt. Dies scheint eine eigene Umfrage zu sein und es ist unklar, auf welche Festivalsektionen sich die Angaben beziehen; die Zahlen sind also nicht vergleichbar mit den von Adobe genannten, und nachdem sehr viel mehr Produktionen im Sundance-Programm liefen, ist unklar, wie repräsentativ sie wirklich sind. Dennoch ist es interessant zu sehen, wie die weitere Verteilung der genutzten Programme hier aussieht: von den 75 Teilnehmern gaben sogar 65% Adobe Premiere als genutzte Software an, 27% Avid und 8% Final Cut Pro.

Auffällig ist, dass eine relativ neue Editing-Option, nämlich Blackmagics Resolve, anscheinend noch überhaupt nicht als als solche Fuß gefaßt hat im gehobenen Indie-Bereich, obwohl es bei etwa 9 von 10 Filmen für das Grading bereits zum Einsatz kommt. Von nur zwei Filmen im Lineup ist bekannt, dass sie mit DaVinci Resolve Studio geschnitten wurde ("The Killing of Two Lovers” von Robert Machoian sowie "This Is Not a Burial, It´s a Resurrection" von Lemohang Jeremiah Mosese).

(heidi)

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