News: Interne RAW-Aufnahme: Nikon hält RED-Patente für ungültig

12.9.2022 - 17:36 Uhr

Eine etwas unerwartete Wendung nimmt die Patentstreitigkeit zwischen RED und Nikon - im Mai wurde ja bekannt, dass RED die Japaner wegen der internen, komprimierten RAW Aufnahme bei der Nikon Z9 verklagt, da dies eine Verletzung ihres RAW-Patents US9245314B2 darstelle.

An diesem haben sich im Laufe der letzten knapp 15 Jahre bereits mehrere große Hersteller die Zähne ausgebissen, weshalb praktisch bei keiner Kamera eine interne, komprimierte RAW-Aufnahme zu finden ist - außer bei Canon, die mit RED unseres Erachtens einen besonderen Patentedeal treffen konnten, bei Blackmagic, die für ihr BRAW einen Sonderstatus behaupten, und nun bei der Nikon Z9, welche seit April eine N-Raw Option bietet. Der Gedanke lag damals nahe, dass auch Nikon eine Art Abkommen mit RED haben müsse, doch dem ist offensichtlich nicht so.

Nun hat die Antwort der Nikon-Anwälte auf die RED Klageschrift den Weg ins Internet gefunden und siehe da: Nikon wehrt sich kategorisch. In keinem Punkt sieht sich Nikon eine gültige und einklagbare Forderung basierend auf den in der Klageschrift gelisteten Patenten verletzen, da diese schlicht nicht durchsetzbar seien aufgrund "unbilligen Verhaltens" (im eng. Original "unenforceable under the doctrine of inequitable conduct").

Nikon bestreitet die Gültigkeit der RED-Patente mit dem Argument, dass diese damals zu spät beantragt worden seien und daher nicht hätten bewilligt werden dürfen. Und zwar weist Nikon darauf hin, dass RED bereits auf der NAB 2006 eine Kamera zur Vorbestellung angeboten habe, bei welcher die betreffende Codec-Technologie integriert war, jedoch über ein Jahr verstreichen ließ, bevor eine Patentanmeldung erfolgte. Das somit erst nach Ablauf der festgeschriebenen Jahresfrist angemeldetete Patent wurde folglich aus Sicht Nikons zu unrecht bewilligt, da das Patentamt keine Information darüber vorlag, dass die Technologie bereits implementiert und zum Vorverkauf angeboten worden war.

Ferner bestreitet Nikon, dass RED einen Unterlassungsanspruch habe, da - selbst wenn eine Patentverletzung vorliegen sollte - dem Unternehmen dadurch kein Schaden entstanden sei, erst recht kein irreparabler.

Wir sind sehr gespannt, ob oder wie weit das Gericht die Argumentation Nikons teilen wird. Bisher wurden unseres Wissens die RED-Patente auf anderer Grundlage angefochten, indem nachgewiesen werden sollte, dass keine Verletzung vorläge oder RED wiederum selbst Patente verletze.

Sollte dieser neue Ansatz erfolgreich sein, würde jedenfalls nicht nur Nikon seinen neuen, professionellen Videoanspruch aufrecht halten können, sondern wir würden eher früher als später sicherlich auch in anderen Kameras internes, komprimiertes RAW sehen.

(heidi)

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