News: Woher kam das 8K ProRes RAW auf Apples WWDC? Einige Ungereimtheiten...

8.6.2019 - 13:05 Uhr

Wir hatten uns ja mit einer Spekulation von Techradar über eine 8K ProRes RAW Aufzeichnung von Nikon weit aus dem Fenster gelehnt und im Anschluss daran versucht, mehr hierzu in Erfahrung zu bringen.

Doch schon kurz danach will EOSHD bestätigt haben: Die Dokumentation über die Nikon-Botschafterin Ami Vitale, die in Kenia fotografiert, wurde auf RED Monstro in 8K von dem Kameramann Mark Toia von ZOOM Film and Television gedreht.

Und auch Newsshooter berichtete vor Ort: "Das Demomaterial waren wunderschön aufgenommene Bilder von Afrika, aufgenommen von Mark Toia auf RED Monstro 8K Kameras. Obwohl RED angekündigt hat, dass es eine beschleunigte Unterstützung für R3D-RAW-Dateien direkt in FCPX und Resolve geben wird, ist das noch ein weiter Weg und deswegen mussten wir hier mit ProRes 4444 XQ-Dateien arbeiten."

Also war das Demo-Material aus Afrika beim Hands-On nach ProRes 4444 XQ transcodiert und somit kein ProRes RAW! Das macht auch insofern Sinn, weil dieses Demomaterial sogar auf einem 8K Resolve System vor Ort genutzt wurde und Resolve unterstützt kein ProRes RAW (etwas anders wäre Newsshooter wohl als Sensation vor Ort sicher nicht entgangen). Bilder mit dem vermeintlichen RED-Doku-Material aus der Keynote existieren beispielsweise hier oder hier.

Die auf den Fotos unter Resolve gezeigten Clips sind definitiv die gleichen Clips, die auch auf der Keynote gezeigt wurden. Dort allerdings auf einer Final Cut Pro X Timeline und als ProRes RAW präsentiert.

!

Wenn es sich also hier also um die Aufnahmen von Mark Toia handelt, die von einer RED Monstro 8K stammen, dann muss es so etwas wie einen RED-RAW nach Pro Res RAW-Konverter geben. Nur warum sollte sich jemand die Mühe machen RAW nach RAW zu konvertieren, bzw. so etwas wie ein Rebayering zu entwickeln? Für eine Präsentation? Kann man sich vorstellen, wie viel Aufwand die Entwicklung einer sauberen RAW nach RAW Konvertierung macht? Und wie wenig man eine solche Entwicklung kommerzialisieren kann? Kein Mensch braucht einen Rebayering-Konverter. Und sowas scriptet selbst Atomos oder Apple nicht mal in ein paar Tagen für ein paar Democlips. Äußerst unwahrscheinlich.

Doch dazu gesellt sich eine Aussage, die wir offiziell von Atomos Presseagentur zu der Sache bekommen haben. So sagt Eric Nielsen von Step3:

"You wondered if the 8K camera used was a Nikon. It was actually a Canon. (...) What I know is that for the behind the scenes footage that showed her at work we worked with Canon to capture the 8K footage that Apple showed. What she used to shoot stills or the documentary I'm unsure."

Doch auch wenn es Canon gewesen wäre, wirft das Fragen auf: Erstens sieht das auf dem WWDC genutzte Material nicht nach Footage aus, das Ami Vitale bei der Arbeit zeigt. Und zweitens: Welches war dann das Material aus Afrika, das vor Ort von einer RED Monstro 8K kam und als Pro Res 4444 XQ vorlag? Und warum gab es beim Newsshooter-Hands-On kein ProRes RAW als Demo-Material sondern nur ProRes 4444 XQ?

Irgendwas passt hier in unseren Augen nicht ganz zusammen. Vielleicht ist es ja nur die sommerliche Hitze, die uns hier verwehrt, eins und eins richtig zusammenzuzählen. Doch es gibt letztlich nur drei widersprüchliche Erklärungen, die Ungereimtheiten zu lösen:

1. Die genutzten 8K ProRes RAW Aufnahmen stammen nicht von Mark Toia/RED Monstro sondern von Canon und wurden für das anschließende Hands On nach Pro Res 4444 XQ gewandelt.

2. Das Material in der Final Cut Timeline der Keynote war von RED und es existiert bei Apple ein R3D-Rebayer-Konverter für ProRes RAW.

3. Oder das RED-Material in der FCPX-Keynote-Timeline war 8K ProRes 4444 XQ.

Wir werden die richtige Erklärung wahrscheinlich nie erfahren doch es gibt glücklicherweise auch wichtigeres, dem wir uns jetzt wieder widmen werden...

(rudi)


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