News: Per AI hochskaliert: "Ankunft eines Zuges in La Ciotat" (1896) in 4K mit 60fps

6.2.2020 - 15:31 Uhr

"Ankunft eines Zuges in La Ciotat" von den Gebrüdern Lumière aus dem Jahr 1896 ist wohl einer der berühmtesten Kurzfilme der frühen Filmgeschichte. Der Entwickler Denis Shiryaev hat den 50-sekündigen Clip jetzt mithilfe der Gigapixel AI Software von Topaz Labs auf 4K hochskaliert und die Bildwiederholungsrate per DAIN (Depth-Aware Video Frame Interpolation) von 16 auf 60 fps interpoliert. Beide Tools nutzen AI in Form neuronaler Netzwerke, um die fehlenden Informationen zu interpolieren.

Es ist faszinierend zu sehen, wie alte Bilder durch den Einsatz modernster Technologien zeitlich "näher" erscheinen, wenn sie zumindest ein Stück weit den typischen Look (schwarz-weiß, rauschend, Bildsprünge, unscharf) verlieren, den wir mit alten Zeiten assoziieren. Etwas störend ist allerdings noch das Wabern und Pumpen des Bildes und einige auftretende Artefakte in der hochskalierten Version, was damit zu tun haben könnte, daß die auf Video spezialisierte Version der Gigapixel AI - Gigapixel AI for Video - noch in der Betaphase ist und womöglich noch nicht auf die Besonderheiten von alten Schwarz-/Weiß-Filmen optimiert ist. Zudem ist nach Auskunft der Entwickler die aktuelle KI auf den Input von hochqualitativen Video trainiert; an einer neuen Version, welche auch Quellvideos mit schlechter Qualität umgehen kann, wird noch gearbeitet.

Hier die Orginalversion des Film, die als Quelle diente:

Berühmt ist "Ankunft eines Zuges in La Ciotat" auch wegen der Kino-Legende, daß das Publikum bei der Premiere vor Schreck vor dem einfahrenden Zug panisch aus dem Kino geflüchtet ist.

Ebenso gibt es eine per De-Oldify automatisch kolorierte Version des Filmes, die aber auch etwas an Konsistenz (der Farben) mangelt. Aber auch hier dürfte sich durch einen verbesserten Workflow von Tool zu Tool und Nutzung der neuesten (noch unveröffentlichten) Version von De-Oldify noch einiges verbessern lassen.

Alle drei Methoden (Gigapixel AI, DAIN und De-Oldify) beruhen auf neuronalen Netzwerken, genauer gesagt GANs (Generative Adversarial Networks), die anhand von vielen tausend Beispielen trainiert werden, um fehlende Informationen aufgrund von gelernten Wahrscheinlichkeiten zu interpolieren.

Wer will, kann die öffentliche (und kostenlose) Beta-Version von Topaz Gigapixel AI for Video mit eigenem Material unter Windows 10 selbst ausprobieren. Voraussetzung ist allerdings eine leistungsstarke Grafikkarte, mindestens eine GTX 1050 mit 4 GB VRAM sollte es schon sein. Mehr dazu in einer eigenen News. Das entsprechende Standalone-Tool (Windows) fürs Hochskalieren von Photos, Gigapixel A9 kostet rund 100 Dollar.



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(thomas)

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