News: Zukunft der Jaunt VR-Kamera ungewiss: Extended Reality statt (cinematischer) VR

17.10.2018 - 10:51 Uhr

Wer hoffte, dass VR als neues, visuelles Erzählmedium langsam aber stetig Fuß fassen würde, wird diese Nachricht mit Bedauern lesen -- wer ohnehin daran zweifelte, darf sich wohl bestätigt fühlen: mit Jaunt zieht sich einer der großen Player aus dem dezidierten VR-Bereich zurück. Das selbst entwickelte, 24-äugige Jaunt ONE VR-Kamera-Rig mit Global Shutter Sensoren und 8K Auflösung liefert seit einigen Jahren hochqualitatives, immersives Surround-Bildmaterial nicht nur an Hollywood-Produzenten im Rahmen der Jaunt Studios.

Ob und in welcher Form die Jaunt ONE Kamera sowie die Jaunt Studios allerdings weiterbestehen werden, ist derzeit fraglich, denn in den kommenden Wochen werde man "a number of VR products and content services" zurückfahren; bei diesen Umstrukturierungen müsse auch ein beträchtlicher Teil der Belegschaft entlassen werden. Bereits im Sommer hatte Jaunt seine VR-Cloud Services eingestellt, wo 3D/360° Videomaterial auch von anderen Kameras aufbearbeitet werden konnte.

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Jaunt habe sich weiterentwickelt zu einem B2B-fokussierten Unternehmen und werde sich künftig darauf konzentrieren, über seine Jaunt XR Platform Augmented bzw. Extended Reality Technologien für Brands und Publisher zu entwickeln und bereitzustellen. Somit werden "immersive" Technologien weiterhin ein große Rolle spielen, jedoch offensichtlich weniger in Form von cinematischen Filmerlebnissen, sondern eher als Add-on für Kunden auf der Suche nach "cutting-edge immersive content" für ihr mediales Auftreten. Beispielsweise Sky konnte für die Platform gewonnen werden; die Sky VR App scheint bei der Distribution (aber anscheinend nicht bei der Produktion) ua. auf Jaunt zu setzen. Seit Mai kann man sich bei Skys Hold the World etwa von Sir David Attenboroughs "Hologramm" durch die Sammlung des Natural History Museums führen lassen.

Doch die Aufnahme und Verarbeitung von volumetrischen Videodaten soll wie es scheint auch bei Jaunt künftig Teil des Angebots sein, etwa die Erstellung eines Avatars aus der Rundum-Aufnahme einer Person. Hierfür wurde kürzlich die passende Technologie eingekauft in Form von Teleporter von Personify.

Vielleicht sollte man auch nicht allzu viel aus dieser Umstellung herauslesen -- zwar hatte auch Oculus sich vor über einem Jahr von der Content-Produktion verabschiedet und seine Oculus Story Studio geschlossen, jedoch kann das auch als Zeichen gedeutet werden, dass für die Produktion von immersiven Videos keine speziellen, von Herstellern betriebenen Studios mehr benötigt werden. Und nachdem ja RED und Facebook nun gemeinsam die ultimative VR-Kamera Manifold mit 6 Degrees of Freedom entwickeln, wird sich auch die Lücke, welche die Jaunt ONE gegebenenfalls hinterläßt, schließen. Irgendwann...

(heidi)

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